Nach Sicht der Umweltsenatorin sollen in Berlins Innenstadt nur noch Emobile fahren dürfen.
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BerlinVerbot und Verbannung – schön klingt das nicht. Berlins Verkehrs- und Umweltsenatorin Regine Günther geht gerade mit Plänen an die Öffentlichkeit, die viele Berliner als Zumutungen empfinden werden.

In zehn Jahren sollen innerhalb des S-Bahnrings keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr fahren. Und die Senatorin hat noch mehr vor. Noch ein paar Einschränkungen und finanzielle Strafen für jedes Verhalten, das mit Emissionen verbunden ist: Citymaut, Nahverkehrsabgabe, mehr Parkraumbewirtschaftung, Solarpflicht, Verbot von Ölheizungen. Der ADAC spricht bereits in Bezug auf den Rausschmiss der Verbrenner aus dem Innenstadtgebiet von einem Klima der Angst, das Günther schüre.

Bevormundung, auf diesen Vorwurf wird sich die Diskussion nun verkürzen. Was dahinter steht, wird vorerst niemand sehen. Schade. Denn es könnte doch sein, dass die Umweltsenatorin recht hat.

Berlin soll schnell klimaneutral werden

Erst im Dezember hatte sich der Senat auf einen Klimaplan geeinigt. Die Klimanotlage wurde ausgerufen. So schnell, wie es eben geht, soll Berlin nun klimaneutral werden. Bis 2050 soll der CO2-Ausstoß drastisch reduziert werden: im Vergleich zu den Werten Anfang der 90er-Jahre um 85 Prozent. Alles, jedes Vorhaben des Landes soll darauf hin überprüft werden, ob es die Klimabilanz verschlechtert oder verbessert. Dass wir im Rahmen eines solchen Plans auch die Formen der Fortbewegung in der Stadt drastisch verändern müssen, sollte eigentlich jedem klar sein.

Es ist allerdings etwas anderes, ob man pauschal über Klimaneutralität spricht oder das eigene Auto abschaffen muss. Notwendig ist es. Erreicht werden kann die Verkehrswende allerdings nur, wenn die Berliner sie auch akzeptieren.