Vor dem Hauptportal der Berliner Schloss-Kopie soll für das geplante Einheitsdenkmal historische Echtsubstanz demoliert werden. Die Arbeiten haben bereits begonnen.
Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

BerlinDer erst vor kurzem mit Millionenaufwand sanierte historische Sockel des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals in Mitte soll für den Bau des umstrittenen Freiheits- und Einheitsdenkmals teilweise zerstört werden – um die geplante begehbare Wippe im Untergrund zu befestigen. Die Arbeiten haben begonnen. Ein Bagger hat die ersten Löcher in die historische Bausubstanz geschlagen. Jetzt wird Protest laut.

„Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf“, empört sich Annette Ahme, Vorsitzende des Vereins Berliner Historische Mitte. Um die schwere Betonschale der Wippe im Erdreich zu verankern, müssten mehr als 20 Meter lange Bohrpfähle durch die denkmalgeschützten Gewölbe des Sockels in den Schlamm getrieben werden, „bis man irgendwo festen Grund findet“, sagt sie. Die Gewölbe würden dafür in großen Teilen durchlöchert. „Auf den Pfeilern wird dann eine neue Betonplatte platziert, die die Wippe tragen soll“, so Ahme. Doch nicht nur der Sockel und mehrere Gewölbe würden zerstört, kritisiert sie. „Verhindert wird mit dem Bau der Wippe, dass die wunderbaren Bodenmosaike, die so aufwendig gesichert wurden, am ursprünglichen Standort wieder eingebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“ Das sei „eine Schande, weil die äußere Form des großen Mosaiks genau passgerecht für die Schlossfreiheit hergestellt wurde“.

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