Berlin - Am S-Bahnhof Prenzlauer Allee klettert ein junger Mann am helllichten Tag auf eine S-Bahn der Ringbahn, die in Richtung Greifswalder Straße fährt. Als sich der Zug in Bewegung setzt, zündet der Surfer zwei Feuerwerkskörper, aus denen bunter Rauch quillt. An der Station Greifswalder Straße springt der Surfer vom Zug und flüchtet.

Einer surft, der andere steuert die Drohne

Hautnah zu sehen, sogar aus verschiedenen Perspektiven, ist das in einem neuen Video, das leichtsinnige S-Bahnsurfer gedreht und im Internet veröffentlicht haben. Dafür haben sie offenbar zwei Kameras benutzt: eine hat der Surfer auf den Kopf geschnallt, sie zeigt die subjektive Perspektive wie in einem Action-Film. Eine zweite Kamera filmt von einer Drohne aus das Geschehen, die von einem Komplizen des jungen Mannes aus sicherer Entfernung gesteuert wird.

Veröffentlicht wurde das Video auf dem Kanal eines Youtube-Stars. Der 20-jährige Michi Leber hat über 334.000 Fans, die regelmäßig seine Videos sehen. Das Material sei ihm anonym zugeschickt worden – eine Taktik, die viele Youtuber anwenden, um nicht zum Ziel der Strafverfolgung zu werden.

S-Bahn-Surfern drohen hohe Strafen

Die Polizei will die Surfer nun identifizieren, denn die Aktion ist nicht nur hochgradig lebensgefährlich, sondern auch illegal. Wenn die Surfer erwischt werden, drohen Strafen in fünfstelliger Höhe: Gefährlicher Eingriff in den Schienenverkehr, Hausfriedensbruch, eine Ordnungswidrigkeit. Kommt noch Sachbeschädigung von Bahneigentum hinzu, ist sogar eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren möglich.