Die Brückenbaustelle in Köpenick. Bald können nicht nur Fußgänger und Radfahrer, sondern auch Kraftfahrzeuge die Müggelspree wieder überqueren.
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Berlin-KöpenickFür Kraftfahrer und Busfahrgäste gibt es eine gute Nachricht. Die erste Hälfte der neuen Salvador-Allende-Brücke, die in Köpenick über die Müggelspree führt, soll in knapp drei Wochen eröffnet werden. Das teilte die Senatsverkehrsverwaltung auf Anfrage der Berliner Zeitung mit. „Die Arbeiten gehen gut voran“, hatte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) schon vor einigen Monaten gesagt. Jetzt ist absehbar, dass Ende 2019, der bisher genannte Zeitraum für die Wiedereröffnung, nicht bis zuletzt ausgereizt wird.

„Unser Ziel ist, den westlichen Teil der Brücke bereits ab dem 22. November in beiden Fahrtrichtungen einspurig für den Verkehr freizugeben“, kündigte Günthers Sprecherin Dorothee Winden an. „Wenn das Wetter mitspielt, kann die Freigabe somit einen Monat früher als geplant erfolgen. Damit ist diese wichtige Verkehrsverbindung für Köpenick bald wieder befahrbar.“

An der Brücke werde „mit Hochdruck“ gebaut, damit die Vollsperrung so bald wie möglich aufgehoben werden kann. Die Zeit der Umwegfahrten ist dann vorbei. „Die umfangreichen baulichen Anpassungen entlang der eingerichteten Umleitungsstrecke werden etwa bis Anfang Dezember 2019 schrittweise zurückgebaut“, teilte Winden mit.

BVG-Busse fahren wie gewohnt

Auch Busfahrgäste kämen bald wieder ohne Umweg ans Ziel: „Die BVG plant, den Busverkehr am Morgen des 23. November ab 3 Uhr früh in den alten Linienführungen wieder aufzunehmen.“ Dies betrifft die Buslinien X69, 169, 269 sowie N67.

Die Freigabe des westlichen Brückenteils sei ein „Meilenstein“ für die Fertigstellung des Ersatzneubaus der Salvador-Allende-Brücke, hieß es. „Als nächstes wird nun wie geplant der östliche Teil der Brücke abgerissen und neu gebaut. Der Abschluss der gesamten Bauarbeiten ist für Ende 2021 vorgesehen“, so Winden. 2017 war noch vom zweiten Quartal 2021 die Rede gewesen.

Das Vorgängerbauwerk war eine der wichtigsten Brücken über die Spree. Täglich nutzten bis zu 30.000 Fahrzeuge die 1981 eröffnete Spannbetonbrücke. Doch sie litt unter Betonkrebs, einer chemischen Reaktion, die Bauten von innen zerfrisst.

2008 glaubten Experten noch, dass sie das Problem mit einer Instandsetzung in den Griff bekommen. Das hätte die Kosten niedrig gehalten. Aber dann war klar: Die 136 Meter lange Brücke musste abgebrochen werden. Risse zeigten: Die Standfestigkeit war bereits in Gefahr. 2014 wurde der westliche Überbau gesperrt, der Straßenverkehr auf dem östlichem Teil konzentriert.

Im Januar 2019 musste dann überraschend auch die verbliebene Osthälfte gesperrt werden. Um Platz für den Neubau zu schaffen, hatte man dem Vernehmen nach das Brückenwiderlager halbiert. Das führte dazu, dass sich der östliche Überbau absenkte. Immer mehr Risse brachen auf. Die Brücke war am Ende.

Im Februar stand die Baustelle erneut in den Schlagzeilen. Bei den Bauarbeiten wurde ein wichtiges Stromkabel und dessen Ersatzleitung angebohrt. 31.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe waren anderthalb Tage ohne Elektrizität.