Richtfest mit Richtkrone am U-Bahnhof Museumsinsel. Nach berlintypischem Schlingerkurs kommt das Projekt U5-Verlängerung nun endlich in Fahrt. 
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BerlinBerlin sollte sich nicht kleiner machen, als es ist. Natürlich schafft diese Stadt Großprojekte – auch wenn es angesichts der Pannen am Flughafen BER nicht immer so aussah. Im schwierigen Untergrund des historischen Stadtzentrums beweisen Planer und Bauleute, dass Berlin fähig ist, große Vorhaben zu stemmen. Bei der Verlängerung der U5 hat nun ein besonders kompliziertes Teilprojekt eine wichtige Etappe erreicht: Der U-Bahnhof Museumsinsel ist im Rohbau fertig.

Tunnelstrecken im Zentrum anstatt Geld in Außenbezirke

Sicher, auch das Projekt U5 begann berlintypisch schlingernd. Jahrelang war unklar, ob es überhaupt in Angriff genommen werden sollte. Der damalige Senator Peter Strieder (SPD) hielt es für überflüssig, bis der Bund und Rechnungsprüfer Druck ausübten, die bereits betonierten Anfänge der Strecke fortzuführen. Grundwasser und Findlinge sorgten für Probleme. Die Kostenschätzung schnellte um 92 Millionen auf 525 Millionen Euro in die Höhe, und die Tunnelstrecke wird drei Jahre später fertig als anfangs geplant.

Trotzdem: Seit einigen Jahren hat das Projekt Tritt gefasst, was auch an der Organisation liegt. Ein BVG-Tochterunternehmen befasst sich fast ausschließlich mit der U5. Klar, dass Wünsche laut werden, dem Team weitere Neubauprojekte zu übertragen. Doch deutlich wird auch, dass der Senat hier noch viel konzeptionelle Arbeit leisten muss.

So lange es im bestehenden Netz noch einen Instandhaltungsrückstand von mehr als 1,7 Milliarden Euro gibt, muss das Thema Sanierung im Mittelpunkt stehen. Sicher ist es richtig, auch über den Ausbau des U-Bahn-Netzes nachzudenken – aber fundierter als bisher. Anstatt viel Geld in Außenbezirken zu verbuddeln, sollten im Zentrum Tunnelstrecken dazu kommen.