Berlin - Im Schwulenkiez in Berlin-Schöneberg hat eine Kneipe geschlossen, weil die Gegend nach Angaben des Betreibers für die Gäste zu gefährlich geworden ist. "Die Situation hat sich immer mehr zugespitzt", sagte Kneipenchef Thorsten Baumert am Montag. Zuvor hatte das Magazin „Siegessäule“ berichtet.

Seien es zu Beginn Taschendiebstähle gewesen, komme es heute vermehrt zu Raubüberfällen und Körperverletzungen, sagte Baumert. "Ich habe immer wieder von Gästen gehört, dass sie nicht mehr hierherkommen wollen, weil sie Angst haben. Sie selbst oder Freunde sind überfallen oder zusammengeschlagen worden. Und auch meine Leute sind nachts beim Abschließen ausgeraubt worden."

Problem Beschaffungskriminalität

Es handele sich seiner Einschätzung nach weniger um homophobe Übergriffe denn um Beschaffungskriminalität, so Baumer im Interview mit der "Siegessäule" weiter.

Baumert hatte die "Lieblingsbar" in der Eisenacher Straße vor rund zwei Jahren als Ableger der Kreuzberger Bar "Rauschgold“ eröffnet. Die Polizei sei zwar präsenter als früher, aber komme nicht hinterher. "Insgesamt kann man anscheinend wenig machen", so Baumert. Hinzu komme, dass viele Opfer keine Anzeige hatten erstatten wollen, "wahrscheinlich aus Scham", vermutet der Wirt. Die "Lieblingsbar" ist seit 1. November geschlossen. (BLZ/dpa)