Berlin - Ein Busfahrer hat Mittwochabend Abend während einer Betriebsfahrt mehrere Verkehrsunfälle in Steglitz verursacht und den Linienbus dann in Schöneberg zurückgelassen. Betrunken war der Fahrer aber wohl nicht.

Zeugen schilderten der Polizei, dass der Bus der Linie X76 gegen 19.35 Uhr in der Kieler Straße Richtung Schloßstraße unterwegs war. Von der Sackgasse aus verließ der Bus die Fahrbahn und fuhr zuerst auf den Gehweg, wo er eine Imbissbude streifte. Anschließend bog er nach rechts auf die Fahrbahn der Schloßstraße ab und befuhr mit dem Bus den Mittelstreifen, der dadurch beschädigt wurde.

Erst über rote Ampel, dann in den Polizeiwagen

Das konnte den Bus aber nicht stoppen. Im Gegenteil: Der 44-jährige Fahrer setzte seine Fahrt fort und soll in Höhe Schildhornstraße über eine rote Ampel gefahren sein. Dabei touchierte er mit dem Bus den wartenden VW einer 31-Jährigen. Die Chaosfahrt setzte sich fort: Gegenüber einem Einkaufszentrum rammte er nun noch einen im Einsatz befindlichen, abgestellten Polizeiwagen.

Dann fuhr der Bus über die Rhein- und Hauptstraße weiter bis zum Innsbrucker Platz und hielt dort an. Der Fahrer stieg aus und ließ das Fahrzeug mit steckendem Schlüssel und laufendem Motor zurück. Rund zehn Minuten später kehrte der Mann zurück. Passanten, die zwischenzeitlich auf den Bus aufgepasst hatten, hielten den Busfahrer fest und übergaben ihn der Polizei. Verletzt wurde bei der Irrfahrt glücklicherweise niemand.

Kein Alkohol im Blut

Betrunken war der Mann wohl nicht, denn eine durchgeführte Atemalkoholkontrolle ergab einen Wert von null Promille. Eingetroffene Rettungssanitäter stellten aber eine Unterzuckerung bei ihm fest und brachten ihn zur Behandlung in ein Krankenhaus. Nun wird geprüft, ob die Unterzuckerung die Ursache für sein Verhalten gewesen sein könnte. Unterzuckerung kann zu Sprach-, Bewusstseins- und Verhaltensstörungen führen. Ursache kann zum Beispiel Diabetes sein. (BLZ/dpa)