Ein Dachgeschoss brennt am Hindenburgdamm in Berlin-Steglitz.
Foto: Morris Pudwell

Berlin-SteglitzWeil ein Feuerwehrmann sein Bad renoviert und dabei einen Großbrand ausgelöst hat, können mehrere Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Steglitz ihr Weihnachtsfest nicht zuhause feiern. Denn das Gebäude wurde bei dem Brand schwer beschädigt, ein Teil der Wohnungen darf bis auf weiteres nicht betreten werden. Jetzt gibt es eine Welle der Hilfsbereitschaft.

Am Sonntag hatte der Feuerwehrmann in seinem Badezimmer im Rahmen von Renovierungsarbeiten mit einem Lötkolben hantiert – dabei kam es zu einem Wohnungsbrand, der sich auf den Dachstuhl ausbreitete. Auch ein Seitenflügel des Mehrfamilienhauses am Hindenburgdamm wurde beschädigt. Die Feuerwehr war mit 100 Mann im Einsatz, löschte bis in die späten Abendstunden und suchte auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern nach Glutnestern. Am Montag beendeten dann auch die Brandermittler der Polizei ihre Arbeit und zogen ab. Erst ein Baustatiker darf das abgeriegelte Haus, das derzeit weder über Strom noch Gas verfügt, wieder freigeben. Wann das passiert, war am Montag noch unklar.

Große Welle an Unterstützung

Eine Berlinerin namens Meike Stepien sowie weitere Nachbarn und Bekannte gründeten noch am Sonntag eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Spendengruppe für Wohnhaus Hindenburgdamm wegen Feuer“, am Montag hatte die Gruppe bereits über 160 Mitglieder. Hier wird mit Kleidung, Spielsachen oder auch der Unterbringung der vorübergehend obdachlos gewordenen Bewohner geholfen.

Auch das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf schaltete sich am Montag ein. Der verantwortliche Pressesprecher teilte mit, dass das Bezirksamt „mit der Berliner Feuerwehr, der Bauaufsicht, dem zuständigen Stadtrat und der Bürgermeisterin in ständigem Kontakt“ stünden. Man werde „helfen, wo wir können“. Die Idee, für die Kinder des Hauses eine Weihnachtsfeier im Bürgerbüro auf die Beine zu stellen, habe er bereits an die zuständige Bezirksbürgermeisterin Frau Richter-Kotowski weitergegeben. Sie werde sich zeitnah bei den Unterstützern melden, hieß es am Montag.

Erfolgreiche Aktion

Am Montagnachmittag teilte die Helfergruppe dann mit, dass „alle von dem Feuer betroffenen Personen untergebracht werden konnten“. Auch einer der Betroffenen meldete sich über Facebook zu Wort: „Meine Freundin und ich sind sehr, sehr gerührt von dieser Gruppe! Uns fehlen tatsächlich die Worte“, so der Mann. Und weiter: „Das Bürgerbüro an der Ecke scheint mir eine sehr gute Adresse für Hilfsangebote zu sein. Der Mitarbeiter vor Ort leistete große Hilfe, also wenn ihr euch an ihn wendet, ist allen am ehesten geholfen. Vielen lieben Dank für soviel Empathie und Solidarität.“

Bislang ist zwar noch unklar, wie groß der entstandene Schaden tatsächlich ist. Doch weil der Feuerwehrmann, der den Brand versehentlich verursachte, versichert ist, dürfte einer Renovierung der beschädigten oder teils auch völlig zerstörten Wohnungen mittelfristig nichts im Wege stehen.