Berlin Steglitz-Zehlendorf: Grüne stellen nach Streit um Franziska Drohsel schwarz-grüne Zählgemeinschaft in Frage

Eine Personalie sorgt weiter für Unfrieden im sonst so ruhigen Berliner Südwesten. Nachdem die SPD-Kandidatin Franziska Drohsel am Sonntag angekündigt hatte, nicht erneut als Stadträtin zu kandidieren, haben sich nun auch die Grünen zu Wort gemeldet.

Ihre Fraktionsvorsitzende in der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf, Nina Stahr, erklärte, dass man nun noch einmal ernsthaft mit der CDU reden müsse. Ob die schwarz-grüne Zählgemeinschaft in der BVV fortgesetzt wird, ließ Stahr zunächst offen. Man werde sie zumindest nicht sofort aufkündigen, erklärte die Grünen-Verordnete.

„Es ist schade“

Den Rückzug von Franziska Drohsel bedauerte sie. „Wir haben sie gewählt und hätten gerne noch einmal versucht, die CDU zu überzeugen.“ Sie könne aber auch verstehen, dass sich Drohsel dem „Hauen und Stechen“ nicht weiter aussetzen wolle, sagte Stahr, „aber es ist schade.“

Die Grünen stellen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf mit Maren Schellenberg eine Stadträtin. Sie wurde in der vergangenen Woche mit dem besten Stimmenergebnis gewählt. CDU und SPD stellen zwei Stadträte. Um Beschlüsse im Bezirksamt durchzusetzen, müssten die Grünen also nicht mehr an der Zählgemeinschaft festhalten. In der BVV fehlt den Fraktionen aus Grünen (11 Verordnete), SPD (13) und Linken (3) eine Stimme zur Mehrheit.

Eine neue rechte Mehrheit

Die FDP (5 Verordnete) scheint sich eher an der CDU zu orientieren und ist nicht gewillt, mit Rot-Grün-Rot zu stimmen. Auch die AfD (6 Verordnete) stimmte in der vergangenen Woche gegen die SPD-Kandidatin. Diese neue rechte Mehrheit hatte noch während der BVV-Sitzung zu Unmut geführt und wird seither diskutiert.