Berlin - Sticker und Kritzeleien auf Straßenschildern sind in Berlin Ärgernis und Kostenverursacher zugleich. In Mitte stellt das Bezirksamt deshalb nun Verkehrsschilder mit einer Anti-Sticker-Beschichtung auf. 500 dieser Schilder hat das Amt angeschafft, wie Sprecher Christian Zielke sagte.

Erste Testschilder des Pilotprojekts stehen seit Oktober 2018 an der Mauerstraße Ecke Leipziger Straße. Das Konzept scheint aufzugehen: „Bisher konnten keine nennenswerten Neuverschmutzungen mehr festgestellt werden,“ so Zielke.

Reparaturen kosten jährlich 20.000 Euro

Auch im Bezirk Pankow wird auf eine Beschichtung gesetzt. Allerdings werde diese mit einem Spray auf neu angebrachte Schilder aufgetragen, sagte Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn. Aus Friedrichshain-Kreuzberg hieß es, dass die Behebung der Schäden pro Jahr 20.000 Euro kosten.

Im Rahmen der derzeit vorhandenen Möglichkeiten ließen sich die Schäden nicht wirklich vorbeugen, sagte der Baustadtrat Rainer Hölmer aus Treptow-Köpenick. „Das Ordnungsamt kann nicht an jedem Verkehrsschild einen Posten aufstellen.“

Wird ein Schaden gemeldet, wird dieser in der Regel binnen 24 Stunden entfernt, sagte Sara Lühmann, Sprecherin des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg. In Treptow-Köpenick werden umgestoßene oder unkenntlich gemachte Verkehrsschilder unmittelbar nach Bekanntwerden repariert, erneuert oder gereinigt.

Steglitz-Zehlendorf duldet Sticker teilweise

Auch in Pankow richtet sich die Dauer bis zur Reinigung nach dem Grad der Beschädigung. In Steglitz-Zehlendorf werden Aufkleber geduldet, die nicht dazu führen, dass die Schilder unleserlich sind. Bei der allgemeinen Säuberung der Straßenschilder werden sie entfernt, sagte Stadträtin Maren Schellenberg.

Laut der Senatsverwaltung für Verkehr gehört das Bekleben zu den häufigsten Arten des Vandalismus an Straßenschildern. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg nennt weitere Beschädigungsarten: So würden die Schilder entweder verdreht oder abgebaut, umgedreht und wieder angebaut.

Statistik über die jährliche Schadenshöhe an Straßenschildern führt die Verwaltung nicht. Auch die Polizei erfasst diese Form des Vandalismus nicht gesondert. Die Risiken für den Verkehr durch Aufkleber oder Kritzeleien schätzen sowohl die Verwaltung als auch die Polizei in den meisten Fällen als gering ein. Vandalismus an Verkehrsschildern werde eher in Innenstadtbezirken beobachtet.

Bezirke unterschiedlich stark von Vandalismus betroffen

In Steglitz-Zehlendorf ist Vandalismus an Straßenschildern kein großes Problem. In Friedrichshain-Kreuzberg sind Partymeilen und Szenetreffs besonders betroffen. In Pankow ist der Vandalismus ausgeprägt in Prenzlauer Berg und den südlichen Teilen von Weißensee und Pankow. In Charlottenburg-Wilmersdorf und Köpenick werden nach Angaben der zuständigen Stadträte die Gegenden um das Olympiastadion und die Alte Försterei bei Fußballspielen immer wieder Ziel von Vandalen. (dpa)