Mehrere Drogendealer haben in Moabit zwei Spaziergänger und danach Polizisten angegriffen. Nach Angaben der Polizei war ein Funkstreifenwagen am Donnerstag, kurz nach 18 Uhr, wegen einer  Körperverletzung in den Kleinen Tiergarten gerufen worden.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei war ein 28-Jähriger in der Grünanlage, die sich an der Turmstraße gegenüber dem Lageso befindet, unterwegs, als er von zwei Männern angesprochen wurde, die ihm Drogen verkaufen wollten. Als der Spaziergänger ablehnte, beleidigten ihn die beiden 18- und 21-Jährigen und griffen ihn mit Faustschlägen ins Gesicht an. Der 28-Jährige wehrte sich.

40 Polizisten waren vor Ort

Ein 16-Jähriger, der den Mann begleitete, wurde von einem bis dahin unbeteiligten 21-Jährigen  und weiteren Personen unter anderem mit einer Glasflasche attackiert.

Als eine Funkstreifenbesatzung den Sachverhalt aufnehmen wollte, versammelten sich nach Darstellung der Polizei 20 bis 30 Personen und  wurden immer lauter und aggressiver. „Den Aufforderungen, sich zurückzuziehen, kamen sie nicht nach und beleidigten stattdessen die Polizisten“, sagte eine Behördensprecherin. Weitere Funkwagen und Beamte der 14. und 25. Einsatzhundertschaft trafen ein, um die Menge abzudrängen. Schließlich waren rund 40  Polizisten vor Ort.

Fünf Täter festgenommen - vorübergehend

Die Täter leisteten weiter Widerstand, weshalb die Beamten Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzten. Die Polizei nahm den 18-jährigen und 21-jährigen Angreifer, zwei Tunesier, fest. Der 21-jährige Täter mit ungeklärter Staatsangehörigkeit, der den 16-Jährigen mit einer Glasflasche attackiert hatte, wurde ebenfalls festgenommen. Sie wurden erkennungsdienstlich behandelt und anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein 19-Jähriger mit ungeklärter Staatsangehörigkeit sowie ein 32-jähriger Syrer taten sich  bei den Attacken und Beleidigungen gegen die Polizisten besonders hervor. Der Ältere forderte einen Beamten auf, seine Uniform auszuziehen und sich mit ihm zu prügeln. Er und der 19-Jährige wurden ebenfalls vorübergehend festgenommen. Nach der erkennungsdienstlichen Behandlung kamen auch sie wieder frei.

Die Polizei leitete gegen alle fünf Täter Verfahren wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ein.

Der 28- und der 16-Jährige erlitten leichte Verletzungen, die vor Ort von der Besatzung eines Rettungswagens behandelt wurden.