Lange Schlangen für das 29-Euro-Ticket: „Ich hoffe, es gibt keine Fallstricke“

Viele Berliner stehen am BVG-Schalter an, um das neue Monatsticket für 29 Euro zu kaufen. Manche vermuten hinter dem neuen System eine Abo-Falle. 

Straßenbahn zum Alex: Hier wird das neue 29-Euro-Ticket am Schalter verkauft.
Straßenbahn zum Alex: Hier wird das neue 29-Euro-Ticket am Schalter verkauft.Imago Images

Knapp 30 Menschen stehen Dienstagmittag in der Schlange vor dem BVG-Kundenschalter am Alexanderplatz. Normalerweise ist hier am Schalter unter dem Platz nicht so viel los. Doch am Montag hat der Verkauf des 29-Euro-Abonnements begonnen, und der Andrang vor Ort ist groß. Anders als das 9-Euro-Ticket kann diese Berliner Übergangslösung nur im Internet oder in den Kunden- und Reisezentren der BVG erworben werden. Nicht alle sind davon begeistert.

Eine Frau bemängelt, dass man das 29-Euro-Ticket nicht so einfach am Automaten lösen kann wie seinen Vorgänger. Dafür müsse man jetzt in dieser langen Schlange vor dem Kundenzentrum stehen, sagt sie. Außerdem gibt es Kritik am Abo-System des neuen Tickets: Einer der Wartenden befürchtet einen Fallstrick im Kündigungssystem. „Ich hoffe“, sagt er, „ich vergesse es nicht rechtzeitig zu kündigen.“ 

BVG: Für Tarifbereich C muss ein Anschlussticket gekauft werden

Um das 29-Euro-Ticket zu nutzen, muss ein Abo abgeschlossen werden. Alternativ können auch bestimmte bereits bestehende Abonnements für die Monate Oktober, November und Dezember 2022 umgewandelt werden. Ab Januar 2023 gelten dann wieder die Normaltarife. Wer diese nicht zahlen will, sollte also rechtzeitig kündigen. Außerdem: Anders als sein Vorgänger gilt das 29-Euro-Ticket nur im AB-Bereich. Für Fahrten in den Tarifbereich C muss ein Anschlussfahrausweis gelöst werden.

Pia R. steht erst seit fünf Minuten in der Schlange, um sich ein 29-Euro-Ticket zu holen. „Ich finde es gut, dass in Berlin eine so kurzfristige Übergangslösung gefunden wurde“, sagt die 29-Jährige. Einen bundesweiten Nachfolger des 9-Euro-Tickets würde sie auch begrüßen, wenn es bezahlbar bleibt. 

Bis es zu einer bundesweiten Lösung kommt, dauert es wohl noch bis Januar 2023. Bis dahin will die Berliner Regierung mit dem 29-Euro-Ticket die Menschen in der Hauptstadt entlasten. Außerdem will der Senat mit dem Ticket den Nahverkehr dauerhaft attraktiver machen und einen ersten Schritt in Richtung Mobilitätswende tun. Ob das aufgeht, müssen Studien noch zeigen.