Berlin - Wer mitfahren will, muss entweder geimpft, genesen oder aktuell negativ getestet sein. Die 3G-Regel gilt auch in Bussen und Bahnen. Wer nicht nachweisen kann, dass er sie erfüllt, muss seit einer Woche in den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) mit 50 Euro Vertragsstrafe rechnen. „Damit zeigen wir unseren Fahrgästen, dass wir es wirklich ernst meinen“, sagte Eva Kreienkamp, Vorstandsvorsitzende des Landesunternehmens, der Berliner Zeitung. Nun hat die BVG eine erste Bilanz gezogen.

„Bisher haben wir rund 220 Vertragsstrafen wegen Nichteinhaltung der 3G-Nachweispflicht ausgesprochen“, teilte BVG-Sprecher Jannes Schwentu am Montag auf Anfrage mit. Er trat Zweifeln entgegen, wonach die Einhaltung der 3G-Regel kaum kontrolliert werde: „Unsere Sicherheitsleute führen täglich Schwerpunktkontrollen gemeinsam mit der Polizei durch. Hinzu kommen stichprobenartige Kontrollen.“ Wer bei einer solchen Gelegenheit sagt, dass er seinen Impfausweis vergessen hat, bekomme die Chance, ihn schriftlich nachzureichen – zum Beispiel per Mail.

Mehr als 80 Prozent der BVG-Beschäftigten mindestens zweimal geimpft

„Die gute Nachricht ist, dass sich unsere Fahrgäste im Wesentlichen regelkonform benehmen. 96 bis 98 Prozent halten sich an die Coronaregeln. Darüber bin ich sehr froh“, sagte Kreienkamp. „Unmut über die spezifischen Anforderungen während der Pandemie wird an anderer Stelle artikuliert – in sozialen Netzwerken.“

„Obwohl die BVG ein Querschnitt unserer Gesellschaft ist, sind die Inzidenzen bei uns niedriger als allgemein auf Bundes- und Landesebene. Was Erkrankungen und Todesfälle anbelangt, liegen die Zahlen unter dem Durchschnitt. Wir hatten keine Infektionsherde oder -ketten“, so die BVG-Chefin weiter. „Auch unsere Impfquote ist gut. Momentan sind etwas mehr als 80 Prozent unserer Beschäftigten mindestens zweimal geimpft. Unterm Strich ist die BVG hier auf einem sehr ordentlichen Niveau.“

Die BVG war im Juli 2020 das erste deutsche Nahverkehrsunternehmen, das eine Vertragsstrafe bei Verstößen gegen die Maskenpflicht einführte – ebenfalls 50 Euro. Seitdem wurde sie über 17.100 Mal verhängt, sagte Schwentu.

Allerdings zeigt die Erfahrung beim erhöhten Beförderungsentgelt für Schwarzfahrer, dass längst nicht alle Forderungen dieser Art beglichen werden. Wie viele Zahlungen im Fall der 3G-Vertragsstrafe noch ausstehen, konnte der BVG-Sprecher nicht sagen: „Die Abwicklung der Zahlungsaufforderungen läuft über einen Dienstleister.“