Sie waren schon zu lange nicht mehr in Berlin? Oder sind Sie die Stadt und ihre gelegentliche Kälte gerade so richtig leid? In beiden Fällen hilft ein Blick ins Netz, wo wahre Schätze darauf warten, gehoben zu werden. Und die einem wieder Lust darauf machen, stundenlang durch die Hauptstadt zu streifen und einfach nur zu beobachten.

Zum Beispiel jenes Video, das der Hobby-Fotograf Umesh Karki am Sonntag bei Youtube hochgeladen hat. "20.000 Bilder, über 350 Gigabyte Daten, ein kaputtes Objektiv und unzählige Stunden in der Kälte", lautet die Bilanz seiner Arbeit "Berlin in Motion Part II", die hier zu sehen ist:

Karki, der auch eine Facebook-Fanpage betreibt, hat die Fotos für sein Zeitraffer-Projekt zu einer dreieinhalbminütigen Video-Collage montiert. Sie zeigt bekannte Postkartenmotive wie Fernsehturm, Oberbaumbrücke und Brandenburger Tor, aber auch die architektonische Schönheit von seltener fotografierten Orten wie der Neuen Nationalgalerie.

Das ganze Jahr war er unterwegs und hat Impressionen vom Festival of Lights, vom sommerlichen Karaoke-Singen im Mauerpark oder vom Berliner Weihnachtsmarkt aufgenommen, so dass ein Querschnitt durch alle Jahreszeiten entstanden ist. Kaum zu glauben, dass sein Werk erst knapp 700 mal aufgerufen wurde.

Auch der erste Teil "Berlin in Motion Part I" zeigt Berlin von seiner Schokoladenseite. Besonders die Sonnenuntergänge sind schön anzusehen:

"Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, den zweiten Teil des Zeitraffer-Projektes schon Anfang dieses Jahres zu veröffentlichen. Aber es ist ja allen bekannt, dass Berlin nie rechtzeitig fertig wird - im Gegensatz zum BER ist mein zweiter Teil nun endlich fertig", schreibt der Fotokünstler in seinem Youtube-Kanal.

Die Idee mit dem Zeitraffer hatten freilich auch schon andere vor ihm: Der Fotograf Matthias Makarinus nahm von Mai 2010 bis September 2011 über 50.000 Berlin-Bilder mit seiner Canon 5D Mark II auf und zeigt in seiner Montage "Berlin Dynamic" eine Stadt, die immer in Bewegung ist.

Fast zehn Minuten lang dauert der Bildersog aus Wartenden im Nahverkehr, Demonstranten auf der Straße, Marathon-Skatern und den verheißungsvollen Lichtern von Berlin bei Nacht. Zuschauen könnte man stundenlang. Und sich dann selbst hinaus ins Leben stürzen.