Der Bevölkerungsboom in Berlin geht zu Ende, ein Wachstum ist dennoch zu verzeichnen. 
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Berlin - Der Senat hat jetzt eine neue Bevölkerungsprognose verabschiedet, die als Grundlage für die Planung des Wohnungsneubaus, von Kitas und Schulen dient. Berlin wächst danach von 3,748 Millionen Menschen im Jahr 2018 bis zum Jahr 2030 auf 3,925 Millionen Einwohner.

Die neue Prognose geht damit von einem etwas stärkeren Wachstum aus als die bisherige Prognose, die sich auf den Zeitraum von 2015 bis 2030 erstreckte. Sie war noch von einem Anstieg der Einwohnerzahl auf lediglich 3,852 Millionen im Jahr 2030 ausgegangen. Kritiker hatten die alte Prognose angesichts des starken Einwohnerzuwachses von teils mehr als 40.000 Menschen pro Jahr schon vor Jahren als nicht realitätsgerecht eingestuft und eine Anpassung der Zahlen nach oben verlangt. Dem kommt der Senat jetzt nach – in einer Phase, in der es politisch ungefährlich für ihn ist.

Zuzug in die Stadt schwächt sich ab

Denn der Zuzug in die Stadt schwächt sich mittlerweile ab. Da sind die politischen Konsequenzen einer Korrektur der Zahlen nach oben leichter zu handhaben. Denn die Zahl der Wohnungen, Kitas und Schulen, die zusätzlich benötigt werden, erscheint noch machbar zu sein. Aus der geänderten Prognose ergibt sich gegenüber der alten Prognose ein Plus von rund 73.000 Personen.

„Die neuen Zahlen zeigen, dass Berlin in den letzten Jahren stärker gewachsen ist, als bisher prognostiziert worden ist“, sagt Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). „Die Zunahme der Bevölkerung wird sich aber nach 2025 deutlich abschwächen, hier bestätigen sich die Annahmen aus der früheren Prognose“, so die Senatorin. Bis 2025 erhöht sich die Einwohnerzahl laut der neuen Prognose um etwa 140.000 Personen auf 3,888 Millionen. Bis 2030 wird dann nur noch ein Anstieg der Einwohnerzahl um 37.000 Menschen auf 3,925 Millionen erwartet.

Das stärkste Wachstum ist im Bezirk Pankow zu erwarten, gefolgt von Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Das Durchschnittsalter erhöht sich leicht von 42,7 auf 42,9 Jahre. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren soll um knapp 13 Prozent steigen, was 79.000 Menschen entspricht. Bei der Gruppe der Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und unter 65 Jahren wird ein Anstieg um ein Prozent erwartet – ein Plus von 18.000 Personen.

Bis 2030 werden 200.000 neue Wohnungen gebraucht

Die Zahl der älteren Menschen ab einem Alter von 65 Jahren soll bis zum Jahr 2030 um etwa elf Prozent zunehmen, ein Plus von 80.000 Personen. Die Zahl der Hochbetagten, zu denen Menschen ab 80 Jahren zählen, steigt laut der Prognose um etwa 16 Prozent (plus 33.000).

Auf Grundlage der neuen Prognose werden nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für den Zeitraum von 2019 bis 2030 insgesamt 200.000 neue Wohnungen benötigt – durchschnittlich 16.500 Wohnungen jährlich. Im Jahr 2019 wird das Wohnungsangebot durch den Neubau voraussichtlich zum ersten Mal seit längerem stärker wachsen als die Nachfrage. Erwartet werden mindestens 17.000 fertiggestellte Wohnungen.