Kriminaltechniker der Polizei stehen vor einem Wohnhaus an der Kamerumer Straße in Wedding. 
Foto: dpa/Paul Zinken

Berlin-WeddingGegen fünf Uhr morgens am Dienstag wurden Anwohner der Kameruner Straße in Wedding durch laute Schreie aus dem Schlaf gerissen. Als die Polizei die Wohnung stürmte, fand sie die blutüberströmte Leiche einer 28-jährigen Frau. Daneben lag ihr Lebensgefährte,  auch er war schwer verletzt. Der Mann wurde formaljuristisch festgenommen und dann in ein Krankenhaus gebracht.

Zunächst hielten sich die Ermittler der Mordkommission mit weiteren Informationen zurück. Gegen den 28-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Totschlages erlassen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Abend mitteilte. Nach Angaben eines Sprechers handelt es sich um eine Beziehungstat. In der Obduktion sei festgestellt worden, dass die Frau mit mehreren Messerstichen getötet worden war.

Unklare Indizien

Nach der Tat habe ihr Partner dann „mutmaßlich versucht, sich das Leben zu nehmen“, so der Sprecher weiter. Nachbarn des Pärchens berichteten, dass die Frau und der Mann vor etwa zwei Jahren in das Mehrfamilienhaus in die Kameruner Straße im Stadtteil Wedding gezogen seien.  Die junge Frau galt in ihrem Bekanntenkreis als zielstrebig, sie hatte in den Städten Dresden, Bremen und Berlin unter anderem Osteuropastudien und Slawistik studiert.

Zuletzt hatte sie eine Anstellung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bekommen, ihren Hauptwohnsitz in der Hauptstadt aber behalten. Möglicherweise war der Beruf in Kiel auch der Grund dafür, dass man die Frau zuletzt immer seltener in Berlin sah. Ob es über diesen Umstand mit ihrem Lebensgefährten Streit gab, der nun in einem tödlichem Drama endete, müssen die weiteren Ermittlungen von Mordkommission und Staatsanwaltschaft zeigen.