Berlin - Oliver Kahn hat im Wedding Großes und Gutes vor. Der ehemalige Fußball-Nationaltorhüter will in der Ruheplatzstraße ein Fußballzentrum bauen. Allerdings müsste dafür der Mitmach-Garten „Himmelbeet“ weichen – und darum gibt es nun Streit.

Eigentlich war die Lage klar. Die im Jahr 2011 gegründete Oliver Kahn Stiftung und der Verein „Amandla EduFootball“  errichten ab 2018 am Leopoldplatz ein sogenanntes „SafeHub“. In dem Bildungszentrum mit eigenem Fußballplatz sollen benachteiligte Kinder lernen und spielen dürfen, „Himmelbeet“ sollte auf das Dach einer bezirklichen Turnhalle wandern.

Im Bezirk jubelte man über das Projekt, alle Beteiligten waren zufrieden, es sollte ein Gesamtkonzept entwickelt werden. Auch die Bezirksverordnetenversammlung Mitte nickte das Ganze ab. 

Nun jedoch wackelt der Plan, die Gemeinschaftsgärtner schlagen Alarm: „Obwohl ein abgestimmtes Gesamtkonzept bisher nicht vorliegt, hat der zuständige Stadtrat der Amandla-Stiftung eine Absichtserklärung ausgestellt, in welcher uns Ende 2017 die Existenzgrundlage auf dem jetzigen Standort entzogen wird“, so Himmelbeet-Sprecher Toni Karge. „Damit wird er dem Beschluss der BVV nicht gerecht“.

In dem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben des Stadtrats Carsten Spallek kündigt der CDU-Politiker an, Amandla ab Januar kommenden Jahres eine Fläche von 4100 Quadratmetern zur Verfügung zu stellen, damit dort das Bildungszentrum sowie drei Fußballplätze gebaut werden können. Er erklärt, der Bezirk Mitte wäre bereit, die Errichtung über die Flächenbereitstellung hinaus zu unterstützen, zum Beispiel bei der „Erstellung des Bauantrags“.

Himmelbeet-Nutzer wollen gleichberechtigt behandelt werden

First-Class-Behandlung für einen prominenten Gast. Für die Himmelbeet-Nutzer unverständlich, sie wollen gleichberechtigt behandelt werden – auch wenn klar ist, dass Kahn Gutes tun werde. Aber, so Toni Karge: „Wir wollen dabei sein bei den Verhandlungen über die Fläche, möchten Planungssicherheit und die Einhaltung des BVV-Beschlusses.“

Nun wollen alle Beteiligten, trotz Spalleks scheinbar einseitiger Absichtserklärung, zusammenfinden. Am Freitag setzen sich der Grünen-Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel, Amandla und „Himmelbeet“ zusammen. Dann sollen der Status quo zur Flächenthematik und Kooperationsmöglichkeiten erörtert werden.