Über der breiten Tür, die hinaus auf den sonnigen Schulhof führt, ist ein kleines Gerüst aufgestellt. Ausgelegt ist es mit schweren Brettern. Derart geschützt sollen die Kinder sicher auf den Pausenhof gelangen, ohne von herabstürzenden Putzteilen getroffen zu werden. Immer wieder sind in der Fassade der Alt-Schmargendorf-Grundschule Risse und kahle Stellen zu erkennen.

„Wir haben für diesen Schulstandort einen Sanierungsbedarf von genau 11,3 Millionen Euro festgestellt“, sagt Oliver Schruoffeneger (Grüne), Schulstadtrat in Charlottenburg-Wilmersdorf. Er lässt sich an diesem Mittwoch von Schulleiterin Sabine Sülflow und Konrektorin Barbara Kurzhals durch den maßgeblich in der Weimarer Republik entstandenen Gebäudetrakt führen. Nebenbei blättert Schruoffeneger in seinem mitgebrachten Ordner. Oberste Priorität hat bei ihm die Sanierung dieses Bauwerks an der Reichenhaller Straße.

Dach, Fassade und Fenster zuerst

Prioritätsstufe 1 heißt im vierstufigen Kriterienkatalog, dass quasi Gefahr im Verzuge ist. Für die Sanierung des Gebäudeteils hat Schruoffeneger allein 6,9 Millionen Euro veranschlagt. „Zum Glück ist das kein denkmalgeschütztes Gebäude“, sagt er. Sonst würde es noch teurer. Dach, Fassade und Fenster sollen zuerst drankommen, mit oberster Priorität.

Innerhalb von drei Jahren seien dann die technischen Anlagen zu erneuern. Für allein 700.000 Euro soll das Gebäude barrierefrei werden. Noch muss man erst eine Freitreppe erklimmen, um überhaupt ins Gebäude zu kommen. Binnen zehn Jahren sollen auch die Fachräume gemacht werden. Nur den Sanitäranlagen hat Schruoffeneger die unterste Prioritätsstufe 4 gegeben, hier ist die Sanierung nur „wünschenswert“. Es ist schon mal dran gearbeitet worden.