Berlin - In einem Park am Eisstadion Wilmersdorf hat ein  Hund  am Donnerstagvormittag eine Babyleiche entdeckt. Der 27-jährige Besitzer des Tieres war mit  Mila, einem  American Staffordshire, unterwegs. Das Tier verschwand unter einem Gebüsch, etwa zwei Meter vom Weg entfernt. Er ließ sich nicht zurückrufen. Als der Mann nachschaute, wo er blieb, entdeckte er die Babyleiche, die zwischen Reisig und Laub lag. Es habe  so ausgesehen, als ob das Kind mit  Blättern bedeckt worden sei, berichteten Zeugen.
Der 27 Jahre alte Spaziergänger  rief sofort die Polizei an, die den Park weiträumig absperrte. Eine Mordkommission des Landeskriminalamtes übernahm die Ermittlungen.

Babyleiche wird obduziert

Zum Zustand des Säuglings und zur Situation, wie er im Park abgelegt wurde, sagt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nichts. Ebenso blieb unklar, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt und ob das Kind bekleidet war. Das tote Kind lag noch nicht lange an der Stelle. Es war nach ersten Mitteilungen der Polizei gerade  geboren worden.
Die Leiche wurde inzwischen in  der Charité  obduziert. Die Polizei machte   keine Angaben darüber, ob das Neugeborene nach der Geburt noch gelebt hat oder ob es möglicherweise bereits tot zur Welt kam. Bis zum Abend suchten Polizisten nach Zeugen und befragten deshalb Besucher des Parks. Außerdem recherchierten sie in Krankenhäusern über  kürzlich entbundene Säuglinge. Am  Abend  baten sie um Mithilfe bei der Fahndung nach der Mutter und fragten, wem   Frauen aufgefallen sind, die schwanger waren und es jetzt nicht mehr sind.

Frühere Fälle von Babyleichen-Funden in Berlin

Die Polizei hat mehrere Fälle von toten Babys aufzuklären. So hat die Mordkommission noch keine Spur zu der Mutter des toten Babys, das am 8. März in einem Park  Grünanlage an der Ruschestraße in Lichtenberg gefunden wurde. Das Mädchen war nackt in Handtücher gewickelt und steckte in einen Plastikmüllsack. Die Obduktion ergab, dass es lebend zur Welt kam und nicht fachgerecht entbunden wurde.  Spürhunde hatten Ermittler  zu einer nahe gelegenen Flüchtlingsunterkunft geführt.

Die Polizei nahm bisher fast 400 Speichelproben bei Bewohnerinnen des Heimes. „Die Auswertung dauert noch an“, sagte eine Polizeisprecherin.  Bislang erbrachten die Untersuchungen keine Übereinstimmungen mit der DNA des toten Säuglings. Zudem konnte die Polizei noch immer einige Frauen nicht erreichen, die  in dem Heim wohnten und es inzwischen verlassen haben. Bis zum Donnerstag gingen  19 Hinweise zu dem toten Baby  bei der Polizei ein.  
Ungeklärt ist auch die Tötung eines Babys, das am 31. Dezember kurz vor 2 Uhr in der Babyklappe des Krankenhauses Neukölln abgelegt wurde. Das unbekleidete und nicht fachgerecht entbundene Mädchen war von einer Krankenschwester gefunden worden. Ein Arzt versuchte vergeblich, das Kind zu reanimieren. Die Ursache für den Tod des Säuglings nannte die Polizei nicht. Die Staatsanwaltschaft setzte 5 000 Euro Belohnung  für Hinweise auf die Mutter aus. In Deutschland   werden jährlich rund 40 Säuglinge von ihren Müttern umgebracht. (mit ls.)