Berlin - Für die einen ist es „ein fauler Kompromiss, für die anderen „eine logische Weiterentwicklung des Städtebaus“. Für alle aber ist klar, dass in und rund um die Kleingartenkolonie Oeynhausen im Wilmersdorfer Ortsteil Schmargendorf in den nächsten Monaten eine neue Zeit beginnt.

Der Baubeginn für das Quartier Maximilian – Namenspate ist der frühere Berliner Oberbürgermeister Max von Forckenbeck (1821-1892), nach dem auch die angrenzende Forckenbeckstraße benannt ist – steht bevor. Noch im Frühjahr soll es losgehen. Und eines ist schon mal klar: Die massiven Neubauten werden die Struktur des bisher grünen Quartiers komplett verändern. Daran wird auch die vorgesehene Begrünung der Neubaudächer nichts ändern.

152 Hütten abgerissen

Nach langem Streit sind in den vergangenen Monaten 152 Hütten der Laubenpieper abgerissen worden – weitere 150 können bekanntlich als Ergebnis eines Kompromisses zwischen Investor, Kleingärtnern und Bezirk stehenbleiben. Jetzt liegen die ersten vagen Pläne für die 90.000 Quadratmeter (das sind in gutes Dutzend Fußballplätze) große Fläche vor.

Noch gibt es zwar keine Aussagen über das konkrete Aussehen der Wohnbauten, doch einige Grundsätze sind schon klar: So sind auf der nördlichen Seite zur Forckenbeckstraße hin (in der Simulation vorne rechts) zwei hufeisenförmige Blöcke samt Solitärhaus geplant. In den Innenhöfen sollen unter anderem Spielplätze angelegt werden. Nach Süden hin wird die Bebauung lichter, statt ganzer Blöcke sollen Einzelhäuser entstehen.

953 Wohnungen geplant

Im Süden soll in etwa drei Monaten mit dem Bau des Quartiers begonnen werden, das insgesamt 953 Wohnungen beherbergen soll. Dabei ist ein Mix geplant. Etwas mehr als die Hälfte sollen vermietet werden, darunter aber nur 65 Wohnungen mit Preisbindung von derzeit rund 6,50 Euro pro Quadratmeter. Die sonst in Berlin inzwischen vielfach ausgehandelte Marge von 25 Prozent Preisbindung entfällt beim Maximilians Quartier, weil der Investor (der in Berlin bekannte und vielfach umstrittene Klaus Groth) tatsächlich Baurecht für die doppelte Fläche hat, jedoch zugunsten der Laubenpieper auf die komplette Bebauung verzichtet.

Etwas weniger als die Hälfte der Wohnungen soll als Eigentum vermarktet werden. Eine Kita (in der Simulation der weiße, noch undefinierte Klotz auf einem Nachbargrundstück im Vordergrund) für 80 Kinder ist bei dieser Größe obligatorisch. Eine eingeschossige Tiefgarage mit 600 Stellplätzen soll durch eine neu entstehende Erschließungsstraße (links im Bild) erreicht werden können.

Bleibt die Frage der Höhe: Auf der Seite der verbliebenen Kleingärten werden die Neubauten acht Geschosse haben und damit Teile der Kleingartensiedlung verschatten.  Richtung der bestehenden Wohnbauten in der Nachbarschaft wird es niedriger. Vis-à-vis der dort stehenden Altbauten sollen Häuser mit vier Etagen plus Dach entstehen.