Erste Spuren erkennbar: Krise erreicht den Berliner Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen in Berlin ging im Oktober zwar weiter zurück. Doch die Krise deutet sich an, in Brandenburg ist sie bereits angekommen.

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Logo der Bundesagentur für Arbeit.dpa/Sebastian Gollnow

Energiekrise, Inflation, allgemeine Unsicherheit: Dass die Berliner Wirtschaft dies alles etwas besser verkraftet als andere Bundesländer, wurde in Konjunkturprognosen bereits berechnet. Tatsächlich ist das weiterhin auch am Arbeitsmarkt ablesbar. Denn dort ging die Zahl der Arbeitslosen erneut zurück.

Im Oktober hatten sich in den Arbeitsagenturen der Stadt insgesamt 178.432 Menschen als arbeitslos registrieren lassen. Das waren 1842 weniger als im September und 7614 weniger als im Oktober vergangenen Jahres. Damit ging auch die Arbeitslosenquote binnen eines Jahres von 9,2 auf 8,8 Prozent zurück. Es geht also voran, wenngleich sich Berlin noch immer nicht ganz von der Corona-Krise erholt hat und es im Oktober 2019 in der Stadt gut 26.000 Arbeitslose weniger gab als heute. Damals betrug die Arbeitslosenquote 7,8 Prozent.

„Die Chancen, eine Arbeit zu finden, sind ungebrochen gut“, sagt Ramona Schröder, Chefin der hiesigen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Viele Unternehmen signalisierten eine hohe Nachfrage an Arbeitskräften. Die Anzahl der offenen Arbeitsstellen sei auf hohem Niveau, heißt es bei der Arbeitsagentur, in der aktuell 20.571 unbesetzte Stellen gelistet sind. Insbesondere Firmen aus den Wirtschaftsbereichen Handel, Verkehr, Zeitarbeit, Verwaltung, Gesundheit und öffentliche Verwaltung melden hohen Arbeitskräftebedarf.

Allerdings lassen sich nun genau bei den freien Stellen erste Spuren einer gebremsten Konjunktur erkennen. Denn während die Unternehmen im September noch 4863 neue freie Stellen gemeldet hatten, waren es im Oktober nur noch 4213. Einen solch starken Rückgang gab es in Berlin seit Monaten nicht.

Arbeitslosenquote unter Jugendlichen steigt auf fast 13 Prozent

Ebenfalls auffällig: Die in Berlin ohnehin extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit hat im Oktober gegen den Trend nochmals zugenommen. So waren im vorigen Monat 4275 Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren als arbeitslos registriert. Das waren 536 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote dieser Altersklasse stieg damit im Oktober in Berlin auf 12,9 Prozent.

In Brandenburg ist die Krise bereits sichtbar. Dort ging die Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich zwar ebenfalls leicht auf 74.156 zurück. Doch waren zugleich 2892 Arbeitslose mehr registriert als im Oktober vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote stieg im gleichen Zeitraum von 5,3 auf 5,6 Prozent. Bundesweit war die Zahl der Arbeitslosen im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 43.000 auf 2,44 Millionen  zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Punkte auf 5,3 Prozent.

BLZ/RODRIGUEZ; Quelle: BA