Berlin - Dieses Jahr war bisher für die zehn Frauen und Männer der Abteilung 451 des Landeskriminalamtes nicht sehr erfolgreich. Die Frauen und Männer sind für die Aufklärung von Einbrüchen zuständig, die in besonderen Einrichtungen verübt worden sind. Seit Mittwoch ermitteln sie erneut gegen Täter, die mit einem Auto in ein Geschäft fuhren und mit ihrer Beute entkamen.

Gegen vier Uhr waren vermutlich vier Männer mit einem Nissan Micra in eine Saturn-Filiale im Einkaufszentrum Zehlendorfer Welle in der Clayallee gefahren. Sie durchbrachen mit dem roten Kleinwagen eine Glastür und ein Rolltor. Hinter einem etwa 15 Meter langen Korridor öffneten sie dann gewaltsam eine weitere Glastür. Die Männer stahlen Handys und Telefonzubehör, verpackten die Ware in eine große gestreifte Kunststofftasche, die bei Straßenhändlern sehr beliebt ist und verließen das Gebäude.

Zwei der Täter entkamen in einem Audi TT. Ihre Beute-Taschen hatten sie zuvor in dem schwarzen Sportwagen verstaut. Die beiden Komplizen sollen zu Fuß geflüchtet sein. Den Micra, den sie zuvor gestohlen hatten, ließen sie stehen. Er wurde sichergestellt. Die Kennzeichen waren als gestohlen gemeldet. Auch die Kennzeichen an dem Audi waren gestohlen. Augenzeugen hatten sich das Kennzeichen gemerkt und der Polizei mitgeteilt.

Die Höhe des Schadens wurde noch nicht ermittelt. Zur gestohlenen Ware äußerte sich Saturn nicht. Die Filiale soll videoüberwacht sein. Zu unterschiedlichen Zeiten wird das Einkaufszentrum von Mitarbeitern einer Wachschutzfirma kontrolliert. Zum Zeitpunkt des Einbruchs war offenbar kein Sicherheitsmann in der Nähe.

Einbrüche mit dem Auto werden immer häufiger

Der Einbruch in Zehlendorf ist der sechste dieser Art und Weise in diesem Jahr. Die Fahnder der Abteilung 451 schließen nicht aus, dass es sich in den Fällen um ein und dieselben Täter handelt.

Zuletzt waren Einbrecher am vergangenen Sonntag mit einem Ford Fiesta in das Einkaufszentrum Alexa am Alexanderplatz in Mitte gefahren. Sie beschädigten gegen 5 Uhr, ähnlich wie in Zehlendorf, mit dem Auto eine Glastür in der Dircksenstraße und fuhren 50 Meter durch das Erdgeschoss des Gebäudes. Dann durchbrachen sie mit dem Auto den Eingang der Media-Markt-Filiale. Auch in diesem Fall interessierten sich die Täter vor allem für Handys. Sie sollen 300 Geräte mitgenommen haben.

Der Schaden im Alexa wird auf 100.000 Euro geschätzt. Als die Einbrecher die Geräte verstaut hatten, flüchteten sie ebenfalls in einem Audi. Den Ford Fiesta ließen sie stehen. Die Fahnder erhoffen sich auch in diesem Fall Hilfe durch die Videoaufnahmen aus den Kameras im Alexa, die zurzeit ausgewertet werden. Eine Überprüfung der Fahrgestellnummer ergab, dass der Wagen stillgelegt war. An dem Fahrzeug waren Kurzzeitkennzeichen befestigt.

Die Methode, bei der die Täter mit einem Kleinwagen in ein Geschäft fahren, werde immer häufiger angewendet, sagen Ermittler. Diese Autos haben den Vorteil, dass sie wegen ihrer Größe auch zwischen zwei Pollern hindurchpassen, die bereits einige Ladeninhaber montieren ließen. Außerdem sind viele Kleinwagen leicht zu stehlen, weil sie nicht über raffinierte Wegfahrsperren verfügen.

Die Frauen und Männer aus der Abteilung 451 des Landeskriminalamtes wollen in den letzten Tagen des Jahres noch einmal alles geben, um nicht ganz erfolglos ins neue Jahr zu starten. Die Erwartungen an sie sind groß. Und das schon seit Jahresbeginn, als Unbekannte in Steglitz einen 45 Meter langen Tunnel gruben und in eine Volksbank eindrangen. Sie raubten neun Millionen Euro und sind verschwunden. Die Leute von 451 ermitteln auch in diesem Fall.