Berlin:Bande stattete offenbar Flüchtlingsheime mit geklauten Möbeln aus

Wenn die Zahl der Einbrüche in Berlin etwas sinkt, könnte dies an einem spektakulären Ermittlungserfolg der Polizei liegen.  Am Montagmorgen klickten die Handschellen bei fünf jungen Männern im Alter von 18 und 33 Jahren. Darunter  Mitglieder einer arabischen Großfamilie, der Rest stammt aus Albanien. Ihre  Beute:  Unter anderem Möbel, die  vermutlich in Flüchtlingsunterkünfte gebracht wurden, die von der arabischen Großfamilie selbst betrieben werden.

Die Bande  war zuvor in ein Tabakwaren-Großlager an der Gottlieb-Dunkel-Straße in Tempelhof eingebrochen.    Yasin und Jusuf R. sowie Arton C., Sabah X. und Ervin R. verluden große Mengen Tabakwaren in einem VW T5-Transporter und flüchteten dann mit noch einem weiteren Auto. An der Herrmannstraße und in ihren Wohnungen in  Buckow und Gropiusstadt wurden sie festgenommen.

Monatelang waren die Fahnder  an der  Bande dran, die außer den Festgenommen noch weitere Mitglieder hat. Mindestens 41 Mal soll sie  in Gewerbebetriebe in  Berlin und zum Teil in Brandenburg eingebrochen sein. Darunter waren Elektronikläden, Großhandelsunternehmen, Möbelhäuser, Möbellager und Bettengeschäfte.

Polizei brauchte drei Lkw zum Abtransport des Diebesguts

Bei ihren Raubzügen hatte die Bande kein Problem, sperriges Gut zu erbeuten – nicht nur Großgeräte wie Kühlschränke sondern auch große Möbel wie Boxspringbetten und Couchgarnituren.  Auch in den Wohnungen der Verdächtigen fanden die Ermittler Diebesgut. So entdeckten sie  nach Angaben von Ermittlern gestohlene teure Möbel im Einfamilienhaus der Familie des Bandenchefs.

 Das Landeskriminalamt geht zudem Hinweisen nach, dass die Bande mit gestohlenen Möbeln Flüchtlingsunterkünfte ausgestattet hat. Diese Unterkünfte, so heißt es von den Ermittlern, werden von der arabischen Großfamilie betrieben, der die mutmaßlichen Täter angehörten. In den vergangenen Monaten stiegen einige arabische Clans in das Geschäft mit der Unterbringung von Flüchtlingen ein.  Pro Nacht zahlt das Land Berlin pro Flüchtling bis zu 50 Euro.

Täter versprühten Inhalt von Feuerlöschern

Bei ihren Brüchen sind die Täter professionell und äußerst rücksichtslos vorgegangen. An den Tatorten versprühten sie den Inhalt von Feuerlöschern, um Spuren zu vernichten. Wurden sie von der Polizei verfolgt, dann entleerten sie aus dem Autofenster Feuerlöscher, um die Verfolger abzuschütteln.

Den Tätern werden nicht nur Einbrüche vorgeworfen: Für ihre  Taten  entwendeten sie mehrere Kleintransporter.  Meistens handelte es sich um Lieferfahrzeuge, bei denen die Fahrer während sie bei Kunden waren, die Schlüssel hatten stecken lassen. In zwei Fällen raubten sie die Fahrzeuge den Besitzern aber auch, zum Beispiel einem VW-Händler in Wildau südlich von Berlin. Jene Autos, die die Bande legal besaß, hatten gestohlene Nummernschilder.   Getankt haben die Täter stets ohne zu bezahlen. Wenn der Tank voll war, flüchteten sie von der Tankstelle.

Der Schaden, den die Einbrecher verursachten, ist noch nicht genau beziffert. Er wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. Nicht mitgerechnet ist die Beute, die die Polizei bei den Tätern fand.  In den Transportern, die die Täter verwendeten, fanden die Polizisten mehrere ungeöffnete Tresore, die die Einbrecher offenbar aus Firmen abtransportiert hatten. Einen 350 Kilogramm schweren Stahlschrank holten Polizeitaucher und die Wasserschutzpolizei  am Mittwoch vor einer Woche aus dem Teltowkanal.