Berliner Bären: Brasilien liebt die Buddy-Bären

Ganz am Ende, dort, wo die Copacabana rein technisch gesehen zwar noch die Copacabana ist, aber Lemé heißt, vor einer Bretterwand, hinter der das „Arena Hotel Lemé“ entstehen soll, stehen die Berliner Buddy-Bären. 145 Stück, jeder zwei Meter groß, aufgereiht nebeneinander an der weltberühmten Strandpromenade. Ihr Anblick ist auch an diesem nördlichen, etwas abgelegenen Zipfel Rio de Janeiros atemberaubend schön. Die Palmen bewegen sich im Wind, im Dunst verschwimmen Wasser und Sand, muskulöse Männer trainieren an Eisenstangen. Nur befinden sich neben der Promenade und den Bären eben auch die Bretterwand, eine Wendestelle für Omnibusse und eine Station der Müllabfuhr.

Es ist Sonntag, der Brasilianer Christoph Walter Müller-Hagemann ist mit seiner Frau Rosamariana extra an diese etwas schäbige Stelle gekommen, um die Bären anzuschauen. Müller-Hagemann ist groß, trägt einen beigefarbenen Sonnenhut und ein breites Lachen im Gesicht, seine Frau Rosamariana ist klein, langhaarig und kaut auf einem Tapioka-Pfannkuchen mit Banane und Zimt. Sie hat von den grell bemalten Bären, die weltweit für Frieden und Völkerverständigung werben, in der Zeitung gelesen. Sie findet sie sehr putzig, wie sie ihren Mann mitteilen lässt. Er spricht deutsch, sein Vater war Deutscher. Auch ihm gefallen die Figuren. Er zückt sein Handy und zeigt die Fotos der Bären, die er besonders mag: Irland, Kuba, Trinidad und Tobago, Curaçao und Deutschland. „Vor allem Deutschland“. Der deutsche Bär ist weiß, hat rote und gelbe Flecke und das Brandenburger Tor in Schwarz drauf.

Lob von Steinmeier

Die Berliner Buddy-Bären gastieren an der Copacabana. Darüber könnte man sich wundern. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hingegen findet: „Für diese Ausstellung ist kaum ein besserer Ort denkbar als die legendäre Copacabana der aufstrebenden Metropole Rio de Janeiro.“ Es ist „Deutschlandjahr in Brasilien“, und die Aufstellung der Bären, die verschiedene Länder der Welt repräsentieren, sei ein farbenfroher Höhepunkt dieses Jahres.

Zum ersten Mal wurden die Bären vor zwölf Jahren am Brandenburger Tor ausgestellt und galten sofort als Attraktion. Auch in Rio sollten sie eigentlich an einem schöneren Ort stehen als Lemé, eher in der Mitte der Copacabana, in der Nähe des Fifa-Fan-Zelts, so war es abgesprochen zwischen dem deutschen Generalkonsul Harald Klein, Eduardo Paes, dem Bürgermeister von Rio de Janeiro, und Klaus und Eva Herlitz. Das Unternehmerehepaar fungiert, wenn man so will, als Kurator der weltweiten Ausstellung der Berliner Bären. Sie waren schon in Kitzbühel, Montevideo und, was ein wenig überrascht, Pjöngjang zu sehen. In Rio sind sie seit dem 4. Mai. Jürgen Trittin von den Grünen hat die Ausstellung eröffnet. Auch das überrascht ein wenig.