BerlinDie Zahl der am Coronavirus Gestorbenen erreichte in der vergangenen Woche nicht gekannte Höhen. Mehr als 400 Todesfälle meldete das Robert-Koch-Institut Tag für Tag. Das spüren mittlerweile auch die Bestatter. „Wir nehmen zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie verstärkt wahr, dass Covid-19 als Todesursache diagnostiziert wird“, sagte Fabian Lenzen, Sprecher der Bestatter-Innung Berlin-Brandenburg, der Berliner Zeitung. Oft werde zwar auf den Leichenschauscheinen eine andere Todesursache angeführt, doch es tauche jetzt vermehrt auch der Hinweis auf, dass Covid nicht ausgeschlossen werde könne.

Den reinen statistischen Anstieg der Fallzahlen spürten die Betriebe in der Gesamtzahl der Fälle allerdings kaum. In Berlin sterben laut Statistik im Durchschnitt 35.000 Menschen pro Jahr, also etwa 100 pro Tag. Unter diesen 100 Verstorbenen pro Tag seien derzeit rund 20 Corona-Betroffene, sagt Lenzen. Am Sonnabend waren es laut Lagebericht des Senats zwölf. Grund zur Sorge, die Bestatter könnten überlastet werden, bestehe nicht entfernt: „Keinesfalls machen sich die an Corona Verstorbenen so bemerkbar, dass wir sagen müssten, wir schaffen das nicht. Selbst wenn die Zahlen auf 120 Gesamttodesfälle pro Tag in der Stadt stiegen, wäre das kein Bereich, der das System gefährden kann“, sagt Lenzen. „Dann haben wir Bestatter einfach mehr zu tun.“ Keinesfalls müssten sich die schwer getroffenen Angehörigen Sorgen um die würdige Bestattung machen – abgesehen von den begrenzten Teilnehmerzahlen bei Trauerfeiern.

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