Berliner Bildungsverwaltung: Diese Schulen sollen in Berlin saniert werden

Berlin - Der Sanierungsstau an den Schulen wird seit Jahren beklagt. Nun endlich sollen zahlreiche Schulen zusätzliche Mittel erhalten, damit die maroden Gebäude saniert, die zugigen Fenster ausgetauscht oder die Sporthalle wieder nutzbar gemacht werden kann. Besonders Letzteres freut auch Sportvereine, die die Hallen mitnutzen. Die entsprechende Senatsvorlage mit den vorgesehenen Baumaßnahmen an den Schulen liegt der Berliner Zeitung vor.

79 Millionen Euro stehen dafür bereit, sie stammen aus dem Programm „Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt“ (Siwa), auf das sich die Koalitionsfraktionen geeinigt hatten. Damit sollen nun seit Jahren verfallene Schulgebäude wie das Steglitzer Fichtenberg-Gymnasium saniert werden. Der denkmalgeschützte Altbau war bereits zum Symbolbild für den baulichen Niedergang öffentlicher Schulgebäude geworden. Viel Geld geht auch in die Neuköllner Gemeinschaftsschule am Campus Efeuweg und in den Neubau einer Schulsporthalle an der Sekundarschule Wilmersdorf.

Auch neue Kitas werden gebaut

Insgesamt stehen in diesem Jahr für bestandserhaltende Maßnahmen der öffentlichen Infrastruktur 108 Millionen Euro an Siwa-Mitteln zur Verfügung, 70 Prozent dafür ausdrücklich für die Schulen. Der Rest ist für andere öffentliche Infrastruktur wie Jugend- und Freizeiteinrichtungen sowie öffentliche Wege vorgesehen.

Die Bezirke konnten bei der Mittelvergabe für die Schulen 70 Prozent festlegen, den Rest entschied der Senat. Die Bildungsverwaltung hatte darauf gedrungen, dass Geld etwa auch für die Verlagerung Schulpraktischer Seminare zur Verfügung gestellt wird. Deshalb wurde zum Beispiel die vom Bezirk beantragte Sanierung der maroden Toilettenstränge am Reinickendorfer Engels-Gymnasium von der Verwaltung nicht genehmigt. Auch die von Spandau gewünschten Grundstückskäufe für einen Sportplatz waren nicht möglich. In seiner nächsten Sitzung am 22. April wird der Hauptausschuss die Vorlage beraten.

Wohin das meiste Geld investiert wird

Zudem hat die Bildungsverwaltung nun die übelsten Sanitäranlagen ausgewählt, die in diesem Jahr vom 12 Millionen Euro schweren Schultoilettensanierungsprogramm profitieren werden – jeder Bezirk erhält eine Million Euro. Besonders viel Geld fließt nach Informationen der Berliner Zeitung in die Otto-Wels und die Charlotte-Salomon-Grundschule in Kreuzberg (600.000 Euro, 400.000 Euro), in die Marienfelder Schule (593.000 Euro) und nach Karlshorst, ins Coppi-Gymnasium (500.000 Euro). Das Geld stammt aus Bafög-Mitteln, die das Land nicht mehr aufbringen muss.

Allerdings bräuchte Berlin annähernd zwei Milliarden Euro, um alle Schulen vollständig zu sanieren. Von dieser Summe ist das Land weit entfernt. Das reguläre Budget für Unterhalt und Sanierung beträgt in diesem Jahr 127 Millionen Euro.

Die Kita-Eigenbetriebe werden mit 10 Millionen Euro weiterem Siwa-Geld erstmals wieder Neubauten errichten. Und zwar an der Wuhlheide in Köpenick, an der Bornsdorfer Straße 73a in Neukölln sowie Rudolf-Reusch-Straße 57 in Lichtenberg, der Königshorster Straße 8a im Märkischen Viertel. An der Methfesselstraße in Kreuzberg soll ein Kita-Bau erweitert werden.