Berlin - Ein Mahnmal soll in Mitte an die Menschen erinnern, die bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen sind. Das fordert ein Bündnis, das sich vor Kurzem in Berlin gegründet hat. Entstehen soll der zentrale Trauerort gegenüber vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, das in der Invalidenstraße seinen Sitz hat.

„Den Getöteten soll in einer Art und Weise gedacht werden, die klar die Verantwortung der Bundesregierung anerkennt“, so das Bündnis. Das Ministerium lasse zu, dass der „mörderische Autoverkehr“ beibehalten wird, und trage die Verantwortung für ein Gesamtsystem, das Tote produziere.

Hunderttausende Verkehrstote

In den vergangenen knapp 70 Jahren seien auf deutschen Straßen mehrere hunderttausend Menschen tödlich verunglückt, hieß es am Montag. „Damit wurde die Bevölkerung einer Großstadt durch den Straßenverkehr ausgelöscht.“

Eine Auflistung des Statistischen Bundesamt weist seit 1949 insgesamt mehr als 705.000 Verkehrstote in Deutschland aus, berichtete Denis Petri, Mitbegründer des Personenbündnisses. Bis zur Wiedervereinigung beschränken sich die Daten auf die damalige Bundesrepublik, die Verkehrstoten in der DDR sind noch zu addieren. Ab 1990 sind die gesamtdeutschen Zahlen enthalten.

Zahl der Verkehrstoten steigt auch in Berlin wieder an

Spitzenjahr war 1970, als in der Bundesrepublik 19.193 Menschen im Verkehr starben. Die Zahl war unter anderem deshalb so hoch, weil es noch keine Gurtpflicht gab. Für dieses Jahr erwartet das Statistische Bundesamt, dass die Zahl für ganz Deutschland um ein Prozent steigt – auf rund 3220.

Während die Zahl der getöteten Pkw-Insassen und der Fußgänger leicht gesunken ist, falle vor allem ein Anstieg der ums Leben gekommenen Radfahrer auf, hieß es beim ADAC. In Berlin wurden für 2018 inzwischen 45 Verkehrstote registriert, im Vergleich zu 2017 ist das ebenfalls ein Anstieg – um neun.

„Ein zentrales Mahnmal ist ein wichtiger Schritt, um Bewusstsein zu schaffen und Verantwortung anzuerkennen“, sagte Frank Masurat, ein weiterer Mitgründer des Bündnisses.