Berliner CDU: Wie die Sexismusdebatte Frank Henkel das Genick bricht

Berlin - Für die Berliner CDU könnte es schlimmer kaum laufen. Die herbe Wahlniederlage und eine zur Schlammschlacht ausgeuferte Sexismusdebatte haben die Partei innerhalb weniger Tage in einen Scherbenhaufen verwandelt. Und Frank Henkel, der dafür die Verantwortung trägt, taucht ab. Hochrangige Funktionäre konnten den Noch-Parteichef tagelang nicht erreichen, seit vergangenen Freitag die auch gegen ihn gerichteten Sexismusvorwürfe der CDU-Politikerin Jenna Behrends bekannt wurden. An einem Gespräch der Betroffenen im Kreisverband Mitte nahm er am Montagabend nicht teil. Auch in der Vorbesprechung der Senatssitzung am Dienstag, zu der sich turnusgemäß die CDU-Spitze trifft, kam Henkel mit keinem Wort auf die tiefe Krise zu sprechen, in die die Partei gestürzt ist.

Ein Verbleib im Amt erscheint undenkbar. In den Kreisverbänden laufen in diesen Tagen hektische Abstimmungen, um Henkels Ablösung als Parteivorsitzender vorzubereiten – sollte er nicht freiwillig zurücktreten. Dabei wächst die Zahl derer, die auf einen schnellen Rückzug drängen. Ursprünglich sollte Henkel die Berliner CDU noch bis zum nächsten Parteitag im Frühling kommenden Jahres führen, um dann den Vorsitz an Kulturstaatsministerin Monika Grütters zu übergeben.

Doch dann kamen die Sexismusvorwürfe und Henkels Umgang mit dieser Situation. „Er kann die nächsten 14 Tage als Landesvorsitzender nicht überleben“, sagt ein Kreisverbandsvorsitzender. „Wir halten das nicht länger mit ihm durch. Die Partei ist in heller Aufregung.“