Berlin - Sie ist beliebt bei den Gästen – die „Stadt der Freiheit“, wie das offizielle Reiseportal VisitBerlin der Berlin Tourismus & Kongress GmbH die Hauptstadt auf seiner Homepage nennt. Knapp 33 Millionen Übernachtungen verzeichnete Berlin im vergangenen Jahr, etwa 13,5 Millionen Gäste besuchten die Stadt – 4,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Und das bringt Berlin auch etwas: 51 Millionen Euro hat das Land Berlin 2018 durch die Einführung der City-Tax eingenommen, die Steuer also, die die Stadt seit 2014 auf Hotelübernachtungen erhebt. Das teilte die Senatsverwaltung für Wirtschaft auf Nachfrage mit. Die Steuer wird auf den Hotelpreis aufgeschlagen, fünf Prozent auf den Übernachtungspreis. Zum Vergleich: 2014, also in dem Jahr der Einführung, kassierte Berlin etwa 29 Million Euro von seinen Gästen.

Doch was passiert mit dem Geld? Bei zwölf Bezirken ist schließlich klar: Die einen ringen um mehr Besucher, um Aufmerksamkeit, Bedeutung und Einnahmen, während die Bezirke mit den bedeutenden Sehenswürdigkeiten sich vor dem Ansturm kaum retten können.

Auch wenn die Steuer nicht direkt und zweckgebunden in die Tourismuspolitik fließt, sondern in den Berliner Haushalt, stehen jedem Bezirk seit 2017 jährlich bis zu 40.000 Euro für touristische Projekte zur Verfügung. Sieben Bezirke – Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Pankow, Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf und Treptow-Köpenick – haben dazu extra ein eigenes Konzept entwickelt.

Häufigst besuchte Berliner Bezirke sind Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg 

Geld wurde 2019 zum Beispiel für das Weihnachtslicht in Schmargendorf (10.000 Euro) ausgegeben oder für die Stärkung des Marketings am Schloss Britz oder die Islandpferde- Weltmeisterschaft in Lichtenberg. Andere Bezirke wie der bei Gästen beliebte Ausgehbezirk Friedrichshain-Kreuzberg setzt sein Geld seit 2017 für sein fair.kiez-Konzept ein, das den stadtverträglichen Tourismus fördern soll. Der Bezirk steht vor der Herausforderung, Anziehungspunkte für Touristen zu erhalten und die Kieze zugleich für Anwohner weiterhin lebenswert zu gestalten. 

Das ist auch ein Schwerpunkt des übergeordneten Tourismuskonzepts des Senats, der die Bezirke unterstützt. Entweder bei der Entzerrung – also der Steuerung – der Touristenströme, oder eben beim Marketing für Gegenden, die sich mehr Gäste wünschen. Die am stärksten frequentierten Innenstadt-Bezirke sind Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg.

Im Berliner Tourismuskonzept 2018+ heißt es: Eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus bedeute, sich nicht nur an den Interessen der Gäste zu orientieren, sondern gleichermaßen an denen der lokalen Bevölkerung, den Akteuren der Stadt, den Firmen und den Beschäftigten – den sogenannten Bereisten.