Der Chef eines bekannten arabischstämmigen Berliner Clans, Arafat Abou-Chaker, kommt aus der Untersuchungshaft frei. Der Haftbefehl wurde am Donnerstag aufgehoben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der frühere Geschäftspartner des Rappers Bushido war am 15. Januar überraschend in einem Gerichtssaal verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Clan-Chef mit deutscher Staatsangehörigkeit versuchte Anstiftung zur Entführung von Familienangehörigen Bushidos vor. Die Taten sollen geplant worden sein, zur Ausführung sei es aber nicht gekommen.

Ermittlungen gegen Clan-Chef Abou-Chaker gehen weiter

Der Haftbefehl war mit dringendem Tatverdacht sowie mit Flucht- und Verdunkelungsgefahr begründet worden. Wird ein Haftbefehl aufgehoben, gibt es im Regelfall keinen dringenden Tatverdacht mehr. Dennoch kann weiter ermittelt werden. 

Zur Freilassung des Clan-Chefs äußerte sich Nobert Cioma, der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Berlin: „Es war jedem bewusst, dass Arafat Abou-Chaker vermutlich nicht bis zu einer möglichen Anklageerhebung in Untersuchungshaft bleiben wird und dennoch war es wichtig, dass er auch mal eine Zelle von innen gesehen hat. Dass der Haftbefehl jetzt aufgehoben wurde, bedeutet nicht das Ende der Ermittlungen.“

Kommt nun auch der Bruder von Arafat Abou-Chaker frei?

Ob auch der Haftbefehl gegen einen Bruder des Clanchefs aufgehoben wird, blieb offen. Der 37-Jährige war vor rund einer Woche in Dänemark verhaftet worden. Er soll an den Planungen zur Entführung von Bushido-Angehörigen beteiligt gewesen sein. Bislang wurde er nicht nach Deutschland überstellt. Bei der Staatsanwaltschaft hieß es auf Nachfrage, weitere Informationen seien derzeit nicht möglich.

Bushido und seine Frau Anna-Maria Ferchichi hatten im September 2018 in einem Interview des Magazins „Stern“ über die Trennung von ihrem langjährigen Geschäftspartner gesprochen. Dabei sagten sie auch, sie fühlten sich bedroht. Bushido gab zu Protokoll, dass er seine Familie abgesichert habe. Seine Frau sagte: „Natürlich haben wir Angst, dass jemand aus Rache auf mich oder meinen Mann schießt. Eigentlich rechnen wir jeden Tag damit.“ (BLZ/dpa)