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Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

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+++ 13. Juli +++

Berliner Corona-Ampel: Alles grün, ein Wert ist im Grenzbereich

Die drei Berliner Corona-Ampeln stehen auch an diesem Montag auf Grün. Allerdings hat die Reproduktionszahl, der sogenannte R-Wert mit 1,12 leicht den Grenzwert von 1,1 erreicht. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter statistisch ansteckt. Ideal ist, wenn der Wert deutlich unter eins liegt. Die Ampel wechselt aber erst auf Gelb, wenn der Wert an drei Tagen hintereinander überschritten wird. Der etwas aussagekräftigere, weil stabilere Sieben-Tage-Wert liegt bei 0,86. 

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, der zweite Ampelwert, wird von der Senatsgesundheitsverwaltung mit 4,9 angegeben und mit dem Hinweis versehen: „Die Gesamtfallzahl der 28. Meldewoche ist erneut weiter rückläufig und deutlich unter dem Niveau der letzten vier Vorwochen.“ Und auch der dritte Wert, der Anteil der von Covid-19 benötigten Intensivbetten am Gesamtbestand ist mit 1,8 Prozent „weiterhin sehr niedrig“, wie die Verwaltung schreibt. 

Nach den Angaben des Robert-Koch-Instituts gibt es derzeit in Berlin 8655 bestätigte Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 53 Personen, davon werden 23 intensivmedizinisch. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 219 an dem Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. (BLZ) 

Bundesgesundheitsminister besorgt über Partys von Urlaubern auf Mallorca

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich besorgt über die Partys deutscher Touristen auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca gezeigt. "Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird", sagte Spahn am Montag in Berlin. Die Bilder vom Wochenende hätten ihn besorgt. Der österreichische Skiort Ischgl war im März ein Hotspot für Corona-Infektionen in ganz Europa gewesen.

Es gelte Regeln zu beachten. "Wo miteinander gefeiert wird, ist das Infektionsrisiko besonders hoch", warnte Spahn. Wenn die Urlauber dann die Rückreise anträten, bestehe im Flieger und zu Hause ein Infektionsrisiko. Dies gelte es gemeinsam "gerade in Reise- und Urlaubszeiten" zu verhindern.

Am Wochenende hatten Bilder aus Mallorcas Partyhochburgen für Schlagzeilen gesorgt, die hunderte auch deutsche Touristen beim Feiern zeigen sollen. Kaum einer trug eine Maske oder hielt sich an Abstandregeln.

Angesichts der vergleichsweise niedrigen Corona-Infektionszahlen in Deutschland warnte Spahn davor, die Lage zu unterschätzen. "Wir sollten uns nicht in falscher Sicherheit fühlen", sagte der Bundesgesundheitsminister. Lokale und regionale Corona-Ausbrüche in Deutschland hätten immer wieder gezeigt, wie leicht sich das Virus unter bestimmten Bedingungen ausbreiten könne.

"Die Pandemie ist nicht vorbei, wir sind noch mitten in der Pandemie", warnte Spahn. Weltweit seien die Zahlen so hoch wie nie zuvor. "Die Gefahr einer zweiten Wellen ist real. Wir sollten wachsam bleiben und sollten nicht übermütig werden." (AFP)

159 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 159 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.963 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 13.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9064 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Montagmorgen hatten 185.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.7., 0.00 Uhr, bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 13.7., 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Corona-Lockerungen: Fußball, Rudern und Co. in Berlin wieder möglich

Endlich wieder Fußball für alle: Als letztes deutsches Bundesland macht Berlin den Weg für Kontakt- und Mannschaftssport während der Coronavirus-Pandemie frei. Wie die Senatsverwaltung für Inneres und Sport am Montag mitteilte, ist im Amateurfußball „ab sofort voller Trainingsbetrieb erlaubt“. Ziel sei es, zum Beginn der Saison im September auch den Wettkampfbetrieb wieder freizugeben.

Sportsenator Andreas Geisel (SPD) gab zudem den Auftrag, für die nächste Senatssitzung am Dienstag in einer Woche (21. Juli) eine entsprechende Entscheidung zur generellen Freigabe für den Kontaktsport vorzubereiten, sofern „dieser in festen Trainingsgruppen und unter Einhaltung eines Nutzungs- und Hygienekonzepts des jeweiligen Sportfachverbandes betrieben wird“, hieß es. Das betrifft neben dem Fußball unter anderem auch Wassersportarten oder diverse Kampfsportdisziplinen. Bisher gab es durch die Sportverwaltung nur für Bundesligateams sowie Berufssportler Ausnahmen.

Verbunden sind die Maßnahmen mit weiteren Bedingungen. Sowohl zur Kontaktverfolgung als auch zur sofortigen Eindämmung bei etwaigen Infektionsgeschehen müssten „grundsätzlich Teilnehmerlisten erstellt werden“. Die Festlegungen treten bereits vor der Senatsentscheidung ab diesem Dienstag (14. Juli) in Kraft. „Ordnungsbehörden und die Polizei werden gebeten, ihre Ermessensspielräume entsprechend auszuschöpfen“, hieß es in einer Mitteilung. Vergehen gegen das Kontaktsportverbot sollen demnach nicht mehr geahndet werden.

Mallorca erlässt weitreichende Maskenpflicht auch im Freien

Auf Mallorca und den anderen Baleareninseln ist am Montag wegen der Corona-Pandemie eine weitgehende Maskenpflicht in Kraft getreten. Ein entsprechendes Dekret wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Damit folgen die Behörden dem Beispiel Kataloniens und der Extremadura. Dort ist das Tragen einer Maske über Mund und Nase praktisch überall außerhalb der eigenen vier Wände bereits Pflicht, auch dann, wenn der Sicherheitsabstand zu anderen Personen gewahrt werden kann. Auch andere spanische Regionen bereiten eine solche Maskenpflicht vor.

Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, riskiert demnach ein Bußgeld von 100 Euro. In den ersten Tagen soll es jedoch zunächst nur Ermahnungen geben.

Die Behörden hatten einige Ausnahmen angekündigt. Am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken, beim Sport und in der Natur außerhalb von Ortschaften dürfe die Maske abgenommen werden, hieß es. (dpa)

Zahl erfasster Corona-Infektionen in Brandenburg bleibt gleich

In Brandenburg sind die bestätigten Corona-Infektionen unter dem Strich nicht weiter gestiegen. Ein neuer Fall sei zwar von Sonntag auf Montag im Kreis Dahme-Spreewald hinzugekommen, im Kreis Märkisch-Oderland sei aber einer als Korrektur abgezogen worden, berichtete das Gesundheitsministerium am Montag in Potsdam. Damit haben sich seit Anfang März 3482 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Bisher starben 173 Corona-Patienten. Rund 3230 Patienten gelten derzeit als genesen, das sind zehn mehr als am Tag zuvor. Die Zahl der Erkrankten wird auf rund 80 geschätzt. (dpa)

WDH: Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung. Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie.

"Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann", sagte Wendtner. "Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden." Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei.

Dies müsse weiter beobachtet werden, sagte Wendtner. Für die Langzeitimmunität sei neben der sogenannten B-Zell-assoziierten über Antikörper gemessenen Immunität auch die sogenannte T-Zell-Immunität relevant. Wenn Patienten neutralisierende Antikörper verlören, könne diese Immunität eventuell einen Schutz geben. T-Lymphozyten können virusinfizierte Zellen gezielt abtöten, wenn sie zuvor ihren Gegner einmal kennen gelernt haben.

Wendtners Erkenntnisse reihen sich ein in Erfahrungen anderer Wissenschaftler und Studienergebnisse. Chinesische Forscher berichteten im Fachblatt "Nature Medicine", dass die Antikörper nach zwei Monaten vor allem bei Patienten mit symptomfreiem Verlauf stark zurückgingen, aber auch bei tatsächlich erkrankten Patienten fielen die Werte deutlich. Patienten mit wenig Symptomen hatten zudem weniger Antikörper und somit eine schwächere Immunantwort entwickelt. (dpa)

Studie in Sachsen sieht Schulen nicht als Corona-Hotspots

Schulen haben sich nach der Wiedereröffnung nicht zu Corona-Hotspots entwickelt. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag in Dresden veröffentlichte Studie der Technischen Universität Dresden und des Universitätsklinikums. Von insgesamt 2045 untersuchten Blutproben von Schülern und Lehrern wurden nur in zwölf Fällen zweifelsfrei Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus nachgewiesen.

Damit liege der Immunisierungsgrad „deutlich unter einem Prozent“. Eine symptomfreie Infektion habe damit bei den untersuchten Schülern und Lehrern „bislang noch seltener stattgefunden hat, als wir vermutet hatten“, erklärte Studienleiter Reinhard Berner.

Auch die Dynamik der Virusverbreitung sei offenbar überschätzt worden. Während es in 24 Familien von Studienteilnehmern mindestens einen bestätigten Corona-Fall gegeben habe, ließen sich nur bei einem Probanden Antikörper nachweisen. Viele Schulkinder hätten trotz eines Infektionsfalls im eigenen Haushalt selbst keine Infektion durchgemacht. Auch dass vier von fünf Schülern über ihre Klasse und ihre Familie hinaus regelmäßig Kontakte hatten, habe offenbar nicht zu einer weiteren Verbreitung des Virus geführt.

Es handelt sich den Angaben zufolge um die bisher bundesweit größte Studie nach der Wiedereröffnung von Schulen nach dem Lockdown. Die Befragungen werden fortgesetzt. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) kündigte nach den Sommerferien die Aufnahme des Regelbetriebs an den Schulen an.

„Schulschließungen werden nur die Ultima Ratio sein“, erklärte Piwarz in Dresden. Die Schulen müssten sich dennoch auf zeitlich begrenzte lokale oder regionale Schließungen mit vorübergehenden Lernzeiten für die Schüler zuhause einstellen. Die Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,5 Metern gilt im kommenden Schuljahr für Schulen und schulische Veranstaltungen in Sachsen nicht mehr. Schulleitungen können festlegen, wann eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist. (AFP)

Sorge in Sydney angesichts neuer Corona-Infektionsherde 

In der australischen Millionenstadt Sydney wächst die Sorge angesichts neuer Corona-Infektionsherde. Nachdem sich mindestens 21 Gäste eines Pubs mit dem Virus angesteckt hatten, forderte die Polizei am Montag die Einwohner auf, die Corona-Schutzregeln einzuhalten. Die Behörden schlossen zudem drei Pubs in und um Sydney, in denen weder Abstandsregeln noch Hygienemaßnahmen eingehalten worden waren.

Der Vize-Polizeipräsident von New South Wales, Tony Cooke, kritisierte das Verhalten feiernder Gäste als „schwachsinnig“, nachdem lokale Medien Videos von den Feiern in Vororten Sydneys veröffentlicht hatten. Polizeiminister David Elliott stellte die erneute Schließung der Kneipen in Aussicht, sollte die Situation außer Kontrolle geraten. Zudem erhöhte die Polizei die Geldstrafen für Verstöße gegen die Corona-Auflagen.

Über Melbourne, der zweitgrößten Stadt Australiens, wurde erst vergangenen Donnerstag eine sechswöchige Ausgangssperre verhängt, da dort die Fallzahlen erneut stark gestiegen waren. Am Montag lag die Zahl der Neuinfektionen dort nach offiziellen Angaben bei 177. Insgesamt hat Australien bisher knapp unter 10.000 Coronavirus-Fälle und 108 Virus-Tote vermeldet. Die meisten der sechs australischen Bundesstaaten meldeten in den vergangenen Wochen wenige bis gar keine Neuansteckungen und konnten somit größtenteils die Beschränkungen lockern.

Spanien: Richterin stoppt Ausgangsbeschränkung - Regierung kündigt Gesetz an

In Spanien ist ein Streit über die ersten Ausgangsbeschränkungen seit der Lockerung der Corona-Maßnahmen im Juni ausgebrochen. Eine Richterin stoppte am Montag zunächst die für die Stadt Lleida und sieben umliegende Gemeinden angeordnete Maßnahme. Sie sei trotz steigender Corona-Fälle unverhältnismäßig, erklärte sie spanischen Medienberichten zufolge. Regionalpräsident Quim Torra wollte sich damit aber nicht abfinden und kündigte ein Dekret an, mit dem die Ausgangsbeschränkung für mehr als 150.000 Bewohner der Region durchgesetzt werden solle.

„Wir sind nicht einverstanden mit der Entscheidung der Justiz und akzeptieren sie nicht. Ich werde die Konsequenzen tragen, die sich daraus ergeben, aber wir können nicht die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzen“, sagte Torra in Barcelona, wie die Zeitung „La Vanguardia“ berichtete. Dennoch sprach er zunächst nur von einer „Empfehlung“, das Haus nur wegen wichtiger Angelegenheiten oder zur Arbeit zu verlassen. Vor Ort gebe es deshalb viel Verwirrung, berichtete die Zeitung.

Wegen steigender Infektionszahlen steht die Region Lleida schon seit einer Woche unter Quarantäne; Fahrten in und aus dem Gebiet sind weitgehend untersagt. Die Infektionen gehen von Saisonarbeitern in der Landwirtschaft, von Altenheimen sowie einem Wohnquartier aus.

Moskau lockert trotz Coronavirus Maskenpflicht

Trotz nach wie vor vieler neuer Corona-Neuinfektionen hat die russische Hauptstadt Moskau die Maskenpflicht gelockert. Von diesem Montag sei der Mund-Nasen-Schutz im Freien freiwillig, teilte die Stadtverwaltung mit. Bereits vor diesem weiteren Schritt der Lockerung der Antivirus-Beschränkungen waren nur wenige auf den Straßen und Plätzen in Europas größter Metropole mit dem Schutz zu sehen. Vorgeschrieben ist er aber noch in öffentlichen Verkehrsmitteln und etwa beim Einkaufen.

In Russland kommen jeden Tag noch mehr als 6000 Neuinfektionen hinzu. Mit Stand Montag gibt es mittlerweile landesweit rund 733 700 Corona-Fälle. Mehr als 11 400 Patienten starben mit dem Virus. Eine halbe Million Menschen galten als genesen. Kremlchef Wladimir Putin sagte der Agentur Interfax zufolge, die Sterblichkeitsrate sei «um ein Vielfaches niedriger» als in vielen europäischen Ländern. Es gab immer wieder Zweifel an der Glaubwürdigkeit der russischen Statistik.

Die Hauptstadt Moskau ist mit Abstand am schwersten von der Epidemie betroffen. 230 000 Erkrankungen wurden bislang offiziell erfasst. Die Behörden lassen derzeit mit Massentests untersuchen, wie viele Menschen das Virus bereits hatten. Jüngsten Angaben zufolge wurden bei jedem Fünften Antikörper gegen Corona festgestellt.

Sie können einen Hinweis darauf geben, dass der Betreffende bereits mit dem Virus infiziert wurde und wahrscheinlich zumindest für einige Zeit immun dagegen ist. Doch nicht alle Tests sind genau.

In Moskau galten lange strenge Ausgangssperren, die schrittweise gelockert werden. Größere Kinos und Theater sollen am 1. August öffnen. Aktuell werden Gespräche mit verschiedenen Ländern geführt, damit der internationale Flugverkehr wieder aufgenommen werden kann.

Derzeit laufen in Russland - wie in vielen anderen Ländern auch - klinische Tests eines selbst entwickelten Impfstoffs gegen das Virus an Soldaten. Verschiedene Medien berichteten unter Berufung auf das Verteidigungsministerium, dieser Wirkstoff habe bei allen eine Immunität gegen Corona erzeugt - ohne negative Nebenwirkungen. (dpa)

Studie: Corona-Krise trifft Selbständige hart

In Deutschland leiden laut einer Studie Selbständige stark unter den Folgen der Corona-Krise, während abhängig Beschäftigte nur vergleichsweise wenig Einbußen hinnehmen müssen. 66 Prozent der Selbständigen hätten in der Krise Umsatzrückgänge zu verzeichnen, teilte das Ifo-Institut am Montag in München auf Basis erster Ergebnisse einer Studie mit. Nahezu die Hälfte der Selbständigen (46 Prozent) mussten demnach seit Beginn der Corona-Krise private Ersparnisse nutzen, um die negativen Folgen für ihr Gewerbe abzumildern.

Über die Hälfte (61 Prozent) der Selbständigen konnten während der Pandemie ihrer Arbeit gar nicht oder nur noch eingeschränkt nachgehen. Wie aus der Umfrage unter 30 000 Befragten im Juni weiter hervorgeht, haben 26 Prozent der Selbständigen staatliche Soforthilfen erhalten, bei 16 Prozent wurden Steuerzahlungen oder -vorauszahlungen gestundet. Geld von Verwandten oder Freunden haben sich 9 Prozent geliehen, 5 Prozent konnten betriebliche Rechnungen nicht zahlen.

Dagegen zeigte sich bei den abhängig Beschäftigten ein ganz anderes Bild. Die große Mehrheit von 78 Prozent der Arbeiter, Angestellten und Beamten konnte laut der Studie in der Corona-Krise bis zum Juni ununterbrochen arbeiten. In dieser Zeit sei die wöchentliche Arbeitszeit nur bei 18 Prozent der abhängig Beschäftigten gesunken. „Für 80 Prozent der Arbeiter, Angestellten und Beamten hat sich der Arbeitslohn beziehungsweise das Gehalt infolge der Corona-Krise nicht geändert“, hieß es.

Auswärtiges Amt hebt Reisewarnung für Finnland auf

Das Auswärtige Amt hat die wegen der Corona-Pandemie verhängte Reisewarnung für Finnland aufgehoben. Einen entsprechenden Vermerk verbreitete das Ministerium am Montag in Berlin. Damit gelten die Reise- und Sicherheitshinweise. Seit dem 13. Juli 2020 bestehe für die Einreise aus Deutschland nach Finnland keine Reisebeschränkung mehr. Auch die Quarantänevorschriften seien zum 13. Juli 2020 aufgehoben worden.

"Seitdem hängt die Frage der Einreise nach Finnland vom Infektionsgeschehen ab, das den epidemiologischen Grenzwert von 8 Neuinfektionen pro 100 000 Personen innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen nicht überschreiten darf", so das Auswärtige Amt zu Lage in dem Land. Dieser Wert solle alle zwei Wochen überprüft werden. Ein Überschreiten könne zu erneuten Reisebeschränkungen führen. Es gebe in Finnland ein Versammlungsverbot für Gruppen von mehr als 50 Personen und eine Reihe von Auflagen für die Hygiene. (AFP)

Luftverkehr in Europa nimmt wieder zu

Am europäischen Himmel sind nach dem Corona-Schock wieder mehr Passagierflugzeuge unterwegs. In der abgelaufenen Kalenderwoche bis einschließlich Sonntag (12. Juli) zählte Eurocontrol 90 549 Flüge und damit 36,6 Prozent des Vorjahreswertes, wie der Chef der Flugsicherungs-Koordination, Eamonn Brennan, am Montag über Twitter mitteilte. Im Schnitt waren das täglich knapp 13 000 Flüge und damit 1383 mehr als in der Woche zuvor. Zu dem Höchststand seit dem nahezu vollständigen Lockdown trug besonders die irische Ryanair bei, die durchschnittlich 1045 Flüge pro Tag anbot. (dpa)

Rekordzahl an Coronavirus-Neuinfektionen in Florida

In Florida ist innerhalb von 24 Stunden die Rekordzahl von mehr als 15.000 neuen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. 15.299 neue Ansteckungsfälle wurden gezählt, wie das Gesundheitsministerium des Bundesstaates im Südosten der USA am Sonntag mitteilte. Dies ist die bislang höchste Zahl von Neuinfektionen, die innerhalb eines Tages in einem US-Bundesstaat registriert wurde.

Den bisherigen Rekord hielt Kalifornien mit 11.694 erfassten Ansteckungsfällen binnen 24 Stunden - diese Zahl von Neuinfektionen in dem Westküstenstaat war am vergangenen Mittwoch verzeichnet worden. Das Coronavirus breitet sich seit einigen Wochen in den USA wieder in deutlich beschleunigtem Tempo aus, besonders betroffen davon sind der Süden und Westen des Landes.

Kritiker führen diese Entwicklung darauf zurück, dass die Corona-Restriktionen vielerorts zu früh gelockert worden seien. Floridas Gouverneur Ron DeSantis hatte Anfang Mai mit der Lockerung der Maßnahmen begonnen, noch vor den meisten anderen Bundesstaaten. Ende Juni ließ DeSantis Bars jedoch wieder schließen. Im Unterschied zu anderen Gouverneuren des US-Südens ordnete er jedoch keine Maskenpflicht im öffentlichen Raum an.

Zuletzt wurden in Florida über einen Zeitraum von fünf Tagen hinweg fast 56.000 neue Infektionsfälle verzeichnet. Der oberste US-Virologe und Präsidentenberater Anthony Fauci hatte kürzlich den Umgang von DeSantis mit der Pandemie ungewöhnlich offen kritisiert: Dort seien die Maßnahmen gelockert worden, bevor die Daten zum Virus solche Schritte gerechtfertigt hätten. Der Gouverneur wies die Kritik zurück: Er habe auf der Basis der damals vorhandenen Daten gehandelt, entgegnete er.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Insgesamt wurden im Land am Sonntag 59.747 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervorging. Die Gesamtzahl der erfassten Infektionen stieg damit auf rund 3,3 Millionen. Auch wurden weitere 442 an den Folgen der Infektion verstorbene Patienten registriert, womit die offizielle Gesamtzahl der Corona-Toten in den USA auf 135.171 zunahm. (AFP)

Krebshilfe: Rund 50.000 Operationen wegen Corona-Pandemie verschoben

Als Folge der Corona-Pandemie sind nach Angaben der Deutschen Krebshilfe hierzulande zehntausende Krebsoperationen sowie Diagnose- und Früherkennungsmaßnahmen verschoben worden. Der Vorstandsvorsitzende Gerd Nettekoven warnte in der "Augsburger Allgemeinen" vom Montag vor potenziell fatalen Folgen. Die große Sorge der Krebshilfe sei, dass die Verschiebungen nicht in allen Fällen "auch medizinisch vertretbar" gewesen seien.

Nach Angaben der Stiftung fielen schätzungsweise rund 50.000 Krebsoperationen bis Mitte Juni aus. Dies sei "eine gewaltige Zahl". Fast ein Viertel aller ursprünglich vorgesehenen Krebsoperationen habe damit in diesem Zeitraum nicht stattgefunden. Auch unterstützende Maßnahmen für Krebspatienten, von der psychosozialen Betreuung bis zur Palliativmedizin, seien in den Kliniken "teilweise extrem nach unten gefahren" worden.

Bei der Krebshilfe hätten sich beispielsweise Patientinnen gemeldet, bei denen Brustkrebs-Nachsorgeuntersuchungen verschoben worden seien, sagte Nettekoven. "So etwas kann fatale Folgen haben." Nach seinen Angaben schieben die Kliniken und Arztpraxen "eine große Bugwelle von verschobenen therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen" vor sich her. Dies könne "irgendwann zu lebensbedrohlichen Situationen für Krebspatienten führen". (AFP)

EU-Kommission genehmigt Staatshilfe der Niederlande für Air France-KLM

Die EU-Wettbewerbshüter haben die staatliche Unterstützung der Niederlande für die Fluggesellschaft Air France-KLM wegen der Corona-Krise genehmigt. Die von Den Haag geplanten 3,4 Milliarden Euro Unterstützung für die niederländische KLM erfüllten die Voraussetzung für die Staatshilfen, teilte die EU-Kommission am Montag mit. Sie kommen zu sieben Milliarden Euro der französischen Regierung für Air France hinzu.

„KLM spielt für die niederländische Wirtschaft eine Schlüsselrolle“, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Durch die 3,4 Milliarden Euro werde dem Unternehmen dringend benötigte Liquidität zugeführt, „um die Corona-Krise zu überstehen“. Vestager lobte, dass die niederländische Regierung dies an Auflagen in Bereichen wie Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit geknüpft habe.

Die Unterstützung setzt sich zusammen aus einem Kredit über 2,4 Milliarden Euro, für den der niederländische Staat zu 90 Prozent die Ausfallgarantie übernimmt und einem direkten Darlehen an KLM in Höhe von einer Milliarde Euro. KLM ist mit 36.600 Beschäftigten laut Kommission der zweitgrößte private Arbeitgeber der Niederlande. (AFP)

Jeder Zweite durch Corona-Krise psychisch belastet

Jeder Zweite fühlt sich einer Forsa-Umfrage zufolge durch die Corona-Krise psychisch belastet. 50 Prozent der Befragten gaben an, sich wegen der Pandemie häufig oder manchmal gestresst zu fühlen, wie die Techniker Krankenkasse am Montag mitteilte. Von ihnen belastet demnach 80 Prozent besonders der fehlende Kontakt zu Familie und Freunden.

Am zweithäufigsten wurde mit 57 Prozent die Angst vor einer Corona-Erkrankung der Angehörigen als belastend genannt. Fast genau so viele nannten die Angst vor Schließungen von Kitas und Schulen als Belastungsfaktor. Zudem äußerte sich jeder Zweite besorgt über einen möglichen Zusammenbruch der Wirtschaft. Fast vier von zehn Befragten gaben außerdem an, dass ihre Arbeit stressiger sei als vor der Pandemie. Mehr als jeder Fünfte leidet nach eigenen Angaben an Einsamkeit und Langeweile.

Aus der Umfrage ging zudem hervor, dass Menschen unter 60 Jahren mehr unter der Krise leiden als die Senioren: 38 Prozent der 18- bis 39-Jährigen und 40 Prozent der 40- bis 59-Jährigen gaben an, starke Probleme mit der aktuellen Situation zu haben; unter den über 60-Jährigen waren es demnach nur 27 Prozent. (AFP)

Ungarn erlässt Einreisebeschränkungen wegen Corona-Pandemie

Das EU-Land Ungarn führt wegen weltweit steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus Einreisebeschränkungen ein. Eine Regierungsverordnung, die am Sonntag erlassen wurde, kategorisiert die verschiedenen Länder der Welt in Hinblick auf ihre Pandemielage. Reisende, die aus Ländern wie Deutschland kommen, die als „grün“ eingestuft sind, können weiter uneingeschränkt in Ungarn einreisen.

Für Reisende, die aus einem als „gelb“ eingestuften Land kommen, gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Aus „rot“ eingestuften Ländern können Ausländer künftig nicht mehr einreisen. Die Verordnung tritt am Mittwoch (15. Juli) in Kraft. Transitreisende sind nicht davon betroffen, sie dürfen aber die festgelegten Durchreiserouten nicht verlassen.

Als „grün“ eingestuft sind die Schweiz, Island und alle EU-Länder außer Rumänien, Bulgarien, Portugal und Schweden. Diese vier Länder sind so wie Norwegen, Großbritannien, Serbien, Russland, China, Japan und die USA als „gelb“ eingestuft. Als „rot“ gelten die Ukraine, Moldau, Belarus, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Kosovo, Kanada, Australien, die meisten asiatischen Länder und alle Länder Mittel- und Südamerikas sowie Ozeaniens.

Die ungarischen Behörden wollen das weltweite Infektionsgeschehen wöchentlich bewerten und die Einstufungen entsprechen anpassen. Sie begründen die Einreisebeschränkungen mit dem Bestreben, ein Einschleppen des Coronavirus zu verhindern. Die Corona-Lage in Ungarn selbst ist günstig. Seit Wochen werden meist einstellige Ansteckungszahlen pro Tag gemeldet. Als aktiv infiziert galten am Sonntag in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land 603 Menschen.

Mexiko nun Land mit offiziell vierthöchster Zahl von Corona-Toten

Mexiko ist inzwischen das Land mit der weltweit vierthöchsten Zahl von verzeichneten Todesopfern der Corona-Pandemie. Wie das Gesundheitsministerium in Mexiko-Stadt am Sonntag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden weitere 276 Todesfälle gezählt, womit die Gesamtzahl der Corona-Toten auf 35.006 stieg. Mexiko setzte sich damit vor Italien, wo bis Sonntag 34.954 Todesopfer verzeichnet wurden.

Noch mehr offiziell erfasste Todesopfer gibt es nur in den USA, Brasilien und Großbritannien. In den Vereinigten Staaten wurden bis Sonntag nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität rund 135.000 Todesfälle gezählt, in Brasilien etwa 72.000 und in Großbritannien knapp 45.000.

Lateinamerika hat sich in den vergangenen Wochen zu einem neuen Brennpunkt der Pandemie entwickelt. Nach Brasilien und Mexiko sind dort Peru, Chile und Kolumbien die am stärksten betroffenen Länder. (AFP)

Merkel und Conte beraten im Schloss Meseberg über Folgen der Corona-Pandemie

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt am Montag (16.00 Uhr) den italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte im Schloss Meseberg. Bei dem Gespräch im Gästehaus der Bundesregierung soll es insbesondere um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie gehen, die Italien besonders hart getroffen hat. Eine Pressekonferenz ist für etwa 17.30 Uhr geplant. Anschließend soll auf Einladung der Kanzlerin ein gemeinsames Abendessen stattfinden.

Conte hatte Merkel Ende Juni für Aussagen in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" kritisiert und deutlich gemacht, dass er sich in der derzeitigen Wirtschaftskrise von Deutschland keine Vorgaben machen lassen will. Merkel hatte darauf gedrungen, dass Italien alle von der EU zur Verfügung gestellten Hilfsinstrumente nutzen möge, darunter auch den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM. In Italien spaltet die Debatte über die mögliche Nutzung des ESM die Regierungskoalition. (dpa)

Kasachstan in Zentralasien erinnert mit Trauertag an die Corona-Toten

Die zentralasiatische Republik Kasachstan erinnert an diesem Montag mit einem nationalen Trauertag an die Toten der Corona-Pandemie. Hinter der offiziellen Statistik stünden persönliche Schicksale, sagte Präsident Kassym-Schomart Tokajew im Vorfeld. Viele Familien hätten Todesfälle zu beklagen. «Das ist eine Tragödie für uns alle.» Die Krankheit werde auch weiterhin Menschenleben fordern, sagte er. «Wir setzen unseren Kampf gegen das Coronavirus aber fort.» Am Mittag (Ortszeit) sollte es eine landesweite Schweigeminute geben.

Das ölreiche Kasachstan ist in der zentralasiatischen Region besonders stark vom Coronavirus betroffen. Offiziellen Angaben zufolge haben sich bislang mehr als 58 000 Menschen infiziert, mehr als 280 sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Seit einer Woche ist das öffentliche Leben erneut stark eingeschränkt, um eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern.

Auch andere Staaten in der Region wie Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan haben mit vielen Infektionsfällen zu kämpfen. Nach offiziellen Angaben der jeweiligen Behörden wurden bislang mehr als 81 000 Erkrankungen bestätigt. Allein im autoritär geführten Turkmenistan gibt es laut offizieller Darstellung bislang keinen Corona-Fall. Das wird aber etwa von Menschenrechtlern angezweifelt. (dpa)

+++ 12. Juli +++

Verschärfte Maskenpflicht auf Mallorca und anderen Balearen-Inseln tritt in Kraft 

Zum Schutz vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus soll auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln am Montag eine verschärfte Maskenpflicht in Kraft treten. Der Mund- und Nasenschutz muss auf Anordnung der Regionalregierung in allen geschlossenen öffentlichen Räumen sowie auch auf der Straße und im Freien getragen werden, sobald die Möglichkeit besteht, auf andere Menschen zu treffen.

Am Strand, am Pool sowie beim Sport muss hingegen weiterhin niemand eine Maske tragen. Die Balearen folgen damit dem Beispiel Kataloniens, wo aufgrund von neuen Infektionsherden bereits seit Donnerstag eine verschärfte Maskenpflicht gilt. Mallorca zieht besonders viele deutsche Touristen an, schon vor Spaniens Grenzöffnung durften Mitte Juni wieder tausende von ihnen auf die Insel. (dpa)

Neuer Rekord: WHO zählt 230.000 neu Corona-Fälle - an einem Tag

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Die WHO zählte nach Angaben vom Sonntag binnen 24 Stunden mehr als 230.000 neue Fälle. Damit liegt die Zahl der weltweit je Infizierten bei 12,5 Millionen. 562.000 Patienten sind mit oder an Covid-19 gestorben.

Für die USA wurden 66 000 neue Fälle verzeichnet, in Brasilien wurden 45 000 Menschen mit dem Virus infiziert. In Indien stieg die Zahl der Infizierten um 28 000. In Europa weisen Russland, die Türkei, aber auch Länder wie Portugal, Großbritannien und Rumänien viele neue Fälle auf.

Unterdessen hat die WHO zwei Experten nach China geschickt, die gemeinsam mit chinesischen Fachleuten eine von der WHO geführte Untersuchung vorbereiten sollen, um den Ursprung der Pandemie genau zu identifizieren. (dpa)

Eine weitere bestätigte Corona-Infektion in Berlin 

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Berlin um eine auf 8637 gestiegen. Im Krankenhaus werden derzeit 48 Patienten behandelt, 16 von ihnen auf der Intensivstation, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Sonntagabend mitteilte. Von Freitag auf Samstag war die Zahl der bestätigten Fälle um 20 gestiegen. (dpa)

Zu wenig Abstand trotz Corona: Ärger über Konzert in Nizza 

Empörung in Frankreich über ein Konzert inmitten der Corona-Krise: Knapp 5000 Menschen versammelten sich am Samstagabend auf der berühmten Promenade des Anglais in der Hafenstadt Nizza - dort legte etwa der bekannte französische DJ The Avener auf. Medienberichten zufolge wurden die Schutzmaßnahmen gegen Corona nicht eingehalten - die Menschen hielten keinen Abstand und trugen keine Masken. Auf Fotos und Videos war eine zum Teil dicht gedrängte Menge zu sehen.

Die Stadt versicherte, dass die Obergrenze von 5000 Menschen, die bei öffentlichen Veranstaltungen gilt, eingehalten worden sei. Eigentlich würde auf der Promenade Platz für 36 000 Menschen sein. Er wisse, dass es an einigen Stellen eng war, aber das Publikum sei in einer offenen Umgebung herumgelaufen, verteidigte Remi Recio von der zuständigen Präfektur im Sender BFMTV die Veranstaltung.

Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi bedauerte, dass die Anweisungen nicht ausreichend beachtet worden seien - es habe Schilder und Lautsprecherdurchsagen gegeben. In Nizza soll das Tragen von Schutzmasken nun bei allen Großveranstaltungen unter freiem Himmel verpflichtend sein. Estrosi rief die Regierung in Paris auf, eine solche Maßnahme landesweit durchzusetzen. Sicherheit und wirtschaftliche sowie kulturelle Erholung müssten in Einklang miteinander gebracht werden. (dpa)

Erstmals wieder Ausgangsbeschränkung in Spanien wegen Corona-Fällen

In Spanien ist erstmals seit Lockerung der Corona-Maßnahmen im Juni wieder eine Ausgangsbeschränkung angeordnet worden. Die Menschen in der Stadt Lleida und sieben umliegenden Gemeinden dürfen ab Montag das Haus daher nur noch zur Arbeit, zum Einkaufen oder wegen dringender Angelegenheiten wie etwa Arztbesuche verlassen, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“ am Sonntag unter Berufung auf die Regionalregierung von Katalonien. (dpa)

Netanjahu kündigt Soforthilfen nach Corona-Massenprotesten in Israel an

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat finanzielle Soforthilfen für Israelis angekündigt, die durch die Corona-Pandemie ihre Lebensgrundlage verloren haben. „Wir drücken auf den Knopf und das Geld ist in ein paar Tagen auf den Konten“, sagte er am Sonntag. Die Ankündigung erfolgte nur einen Tag nachdem es in Israel zu Massenprotesten gegen das Management der Regierung der Corona-Pandemie gekommen war.

Die Finanzhilfen sollen schon in den nächsten Tagen bei den Betroffenen ankommen. Zunächst sollen Selbständige bis zu 7500 Schekel (1920 Euro) erhalten. Eine eigene Gesetzgebung ist dafür laut Netanjahu nicht erforderlich. In den kommenden Tage werde auch ein Hilfspaket für Arbeiter und Kleinunternehmer das israelische Parlament passieren, kündigte Netanjahu an, ohne die Proteste zu erwähnen. (AFP)

Corona-Test am Flughafen für Reisende aus Risikogebiet in Frankreich

Frankreich will Reisende aus Risikogebieten künftig am Flughafen auf Corona testen. Die Maßnahme werde in den kommenden Tagen umgesetzt, kündigte Regierungssprecher Gabriel Attal am Sonntag an. Diejenigen, die bereits einen Corona-Test gemacht haben, müssten einen Nachweis darüber erbringen können, so Attal. Dann sei kein erneuerter Test in Frankreich notwendig. Gesundheitsminister Olivier Véran hatte Ende vergangener Woche noch von einer freiwilligen Maßnahme gesprochen.

„In Ländern, in denen das Virus nicht mehr zirkuliert als in Frankreich, gibt es keinen Grund, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen“, erklärte Attal weiter. Reisende aus Deutschland dürften von den Tests nicht betroffen sein.

Führende Wissenschaftler in Frankreich hatten am Wochenende eine Maskenpflicht in öffentlichen geschlossenen Räumen gefordert, um ein Wiederaufflammen der Epidemie zu verhindern. In Frankreich gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln Maskenpflicht. Viele Läden, Sehenswürdigkeiten oder andere Einrichtungen schreiben aber das Tragen einer Maske vor. Frankreich ist von der Corona-Pandemie hart getroffen und zählt mehr als 30 000 Tote. (dpa)

Corona-Experten halten Unions Stadionpläne für riskant und zu aufwändig

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat Zweifel an der Machbarkeit des Plans von Union Berlin zur Rückkehr der Fans in die Stadien geäußert. "Weil der Test nur eine Momentaufnahme ist, ist aber nicht ausgeschlossen, dass trotzdem Zuschauer nach 24 Stunden positiv werden und somit andere Zuschauer im Stadion anstecken können", sagte Schmidt-Chanasit der "Bild am Sonntag" zum Vorstoß des Fußball-Bundesligisten, der mit Corona-Tests für alle Zuschauer ein komplett gefülltes Stadion ermöglichen will. Die Bewältigung der Menge von rund 22 000 Tests hält er dagegen für kein Problem.

Klaus-Dieter Zastrow vom Hygieneinstitut Berlin brachte jeweils zwei Tests für Fans vor dem Spiel als eine mögliche sicherere Variante ins Gespräch. "Das wäre grundsätzlich technisch möglich. Mit so getesteten Fans wäre Fußball mit vollem Stadion und Fangesängen auch zu verantworten", sagte er dem Blatt. Allerdings hält Zastrow den organisatorischen Aufwand für zu groß. "Allein die Zahl der erforderlichen Tests bringt die Berliner Labors an ihre Grenzen, das ginge nur mit Sonderschichten", urteilte der Professor. (dpa)

Umfrage: Bereitschaft zu Corona-Impfung sinkt

Die Bereitschaft zu einer Corona-Impfung ist einer Studie zufolge in Deutschland zuletzt gesunken. So sei der Anteil der Befürworter in den vergangenen drei Monaten von 70 auf 61 Prozent zurückgegangen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Sonntag unter Berufung auf eine Umfrage. Die Universität Hamburg hatte in Kooperation mit Hochschulen anderer EU-Staaten Tausende Menschen in mehreren Ländern gefragt, wie sie zu einer Impfung gegen das Coronavirus stehen. Bislang gibt es eine solche Impfung nicht.

Besonders gering ist die Impfbereitschaft in Deutschland den Angaben zufolge mit 52 Prozent in Bayern, in Norddeutschland sei sie hingegen mit 67 Prozent deutlich höher. Ein Ost-West-Gefälle gebe es nicht. (dpa)

Brandenburg ohne Corona-Neuinfektionen

In Brandenburg hat sich innerhalb eines Tages die Zahl der ermittelten Corona-Infektionen nicht erhöht. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, blieb es wie schon am Vortag bei 3482 Menschen, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben. 3220 Patienten gelten weiter als genesen. 173 Menschen starben im Land bislang in Zusammenhang mit der Infektion. Rechnerisch verbleiben damit in Brandenburg noch gerade einmal 89 aktive Corona-Fälle. (dpa/BLZ)

Erneuter Corona-Ausbruch in Israel: Mehr aktive Fälle als Genesene 

Israel bekommt einen neuerlichen Ausbruch des Coronavirus bislang nicht in den Griff. Das Gesundheitsministerium verzeichnete am Sonntag 18 940 aktive Corona-Fälle. Damit gab es in Israel seit längerer Zeit wieder mehr aktiv Infizierte als Genesene. Am Vortag waren 1148 neue Fälle gemeldet worden. Am Freitag hatte das Ministerium mit 1464 Fällen einen Rekordwert verzeichnet. Nach einem ersten Ausbruch waren in Israel im Mai kaum neue Fälle gemeldet worden. Seit Ende Mai steigt die Zahl der täglich registrierten Ansteckungen aber wieder deutlich. (dpa)

Corona-Rekord in Indien: Mehr als 28 000 Neuinfektionen

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Indien hat einen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden seien 28 637 neue Ansteckungen gezählt worden, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums. Insgesamt wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie demnach knapp 850 000 Fälle registriert, rund 22 700 Menschen starben mit oder an dem Erreger Sars-CoV-2. Positiv sei, dass inzwischen fast 63 Prozent der Betroffenen die Erkrankung überstanden hätten. (dpa)

Deutsche Ballermann-Party ohne Masken und ohne Abstand schockiert Mallorca

Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren. Auf einem am Samstag veröffentlichten Video der „Mallorca Zeitung“ (MZ) ist zu sehen, wie die Menschen am Freitagabend auf der berühmten „Bierstraße“ im dichten Gedränge feiern, trinken und tanzen - „als gäb's kein Corona“, so die „MZ“. Praktisch niemand trägt dabei Maske, obwohl der von der spanischen Regierung für die Zeit der „neuen Normalität“ vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern weder auf der Straße noch in den Lokalen einzuhalten ist.

Die Bilder schockierten die Insel. Die Szenen zeigten, so die „Mallorca Zeitung“, „wie groß die Gefahr einer zweiten Corona-Welle auf Mallorca sein könnte“. Viele der angetrunkenen Gäste hätten mit fremden Urlauberinnen und Urlaubern geflirtet, in größeren Gruppen getanzt und Straßenhändler umarmt. Die wenigen Menschen, die Maske trugen, seien zum Teil ausgelacht worden, berichteten Medien. Angesichts der Nachlässigkeit einiger Bürger bei der Beachtung der Corona-Schutzregeln hatte die Regionalregierung in Palma erst am Freitag illegalen Partys den Kampf angesagt. Es wurde ein Strafenkatalog mit Bußgeldern von bis zu 600.000 Euro beschlossen; außerdem wurden verstärkte Kontrollen angekündigt. Am Freitagabend habe sich die Polizei am „Ballermann“ aber nicht blicken lassen, so die „MZ“. (dpa)

Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung. Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie.

„Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann“, sagte Wendtner. „Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden.“ Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei.

Dies müsse weiter beobachtet werden, sagte Wendtner. Für die Langzeitimmunität sei neben der sogenannten B-Zell-assoziierten über Antikörper gemessenen Immunität auch die sogenannte T-Zell-Immunität relevant. Wenn Patienten neutralisierende Antikörper verlören, könne diese eventuell einen Schutz geben. T-Lymphozyten können virusinfizierte Zellen gezielt abtöten, wenn sie zuvor ihren Gegner einmal kennen gelernt haben.

Wendtners Erkenntnisse reihen sich ein in Erfahrungen anderer Wissenschaftler und Studienergebnisse. Chinesische Forscher berichteten im Fachblatt „Nature Medicine“, dass die Antikörper nach zwei Monaten vor allem bei Patienten mit symptomfreiem Verlauf stark zurückgingen, aber auch bei tatsächlich erkrankten Patienten fielen die Werte deutlich. Patienten mit wenig Symptomen hatten zudem weniger Antikörper und somit eine schwächere Immunantwort entwickelt. (dpa)

Umfrage: Merkel, Söder und Scholz genießen größtes Vertrauen in der Corona-Krise

Die besten Noten für ihre Politik in der Corona-Krise bekommen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD). Die Kanzlerin schneidet mit einer Durchschnittsnote von 2,4 am besten ab, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für die „Bild am Sonntag“ ergab. Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) geben ihr die Note „gut“ oder „sehr gut“.

CSU-Chef Söder kommt auf eine Durchschnittsnote von 2,6, seine Arbeit wird von 57 Prozent mit "sehr gut" oder „gut“ bewertet. Finanzminister Scholz liegt bei einer Note von 2,8 und einem Anteil von 42 Prozent für die Bestnoten. Danach folgt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit einer 2,9, seine Arbeit halten 43 Prozent für „gut“ oder „sehr gut“.

Zu den großen Verlierern der Umfrage gehört CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie erhält die Durchschnittsnote 3,7, nur 11 Prozent bewerten ihre Arbeit in der Corona-Krise als „gut“ oder „sehr gut“. Nicht viel besser schneidet Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ab. Er kommt nur auf eine 3,5 und einen Anteil von 18 Prozent bei den Bestnoten. Für die „"Bild am Sonntag“ befragte das Meinungsforschungsinstitut Kantar am Donnerstag insgesamt 504 Menschen.

248 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 248 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 804 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 12.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9063 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag.

Bis Sonntagmorgen hatten 184 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 11.7., 0.00 Uhr, bei 0,93 (Vortag: 0,80). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 11.7., 0.00 Uhr, bei 0,93 (Vortag: 0,90). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Trotz Corona-Krise öffnen Teile von Disney World in Florida wieder

Trotz der weiter rasant steigenden Corona-Infektionszahlen hat der legendäre Vergnügungspark Disney World im US-Bundesstaat Florida seine Pforten wieder geöffnet. Nach vier Monaten Zwangspause wegen der Corona-Pandemie öffnete am Samstag zumindest ein Teil der Attraktionen in Orlando wieder, mehrere hundert Besucher standen Schlange. Um Besucherobergrenzen und die Abstandsregeln einzuhalten, hatten sie ihre Eintrittskarten vorab gebucht. Für den gesamten Juli sind bereits alle Tickets verkauft.

Zunächst nahmen zwei Bereiche den Betrieb wieder auf, das sogenannte Magic Kingdom und das Animal Kingdom. Am Mittwoch sollten der futuristische Themenpark Epcot und der Filmpark Hollywood Studios wieder öffnen. Die gesamte Disney World ist so groß wie der New Yorker Stadtteil Manhattan.

Um einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorzubeugen, sollte regelmäßig bei Besuchern Fieber gemessen werden. Es gilt in dem Vergnügungspark eine Maskenpflicht und überall gibt es Desinfektionsmittelspender.

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Rund 3,2 Millionen Ansteckungen wurden bislang nachgewiesen, fast 135.000 Infizierte starben. Derzeit breitet sich das Virus insbesondere in den südlichen und westlichen Bundesstaaten aus. Florida verzeichnete allein am Samstag mehr als 10.000 Neuansteckungen. (AFP)

Trump zeigt sich erstmals mit Maske

US-Präsident Donald Trump hat sich erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mit einer Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit gezeigt. Trump trug am Samstag bei einem Termin im Walter-Reed-Militärkrankenhaus nahe Washington einen schwarzen Mund-Nasen-Schutz. Der 74-Jährige, der sich in der Klinik mit verwundeten Veteranen traf, ging schweigend an den wartenden Reportern auf dem Krankenhausflur vorbei.

Trump hatte sich bislang beharrlich geweigert, bei seinen öffentlichen Auftritten einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Selbst bei einem Besuch in einer Fabrik für Atemschutzmasken im Bundesstaat Arizona Anfang Mai trug er keine Maske. Medienberichten zufolge beugte er sich nun dem Druck seiner Berater, die den Präsidenten seit Wochen dazu gedrängt hätten, die Empfehlung seiner Regierung zum Tragen von Masken umzusetzen.

Die USA sind mit fast 135.000 Corona-Toten das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Angesichts der ungebremsten Ausbreitung des Virus verliert Trump offenbar zunehmend an Rückhalt in der Bevölkerung. In einer am Freitag veröffentlichen Umfrage des Senders ABC äußerten sich zwei Drittel der Teilnehmer unzufrieden über das Corona-Krisenmanagement des Präsidenten. Im April hatte die Hälfte der Befragten ihren Unmut geäußert.

In den Umfragen für die Präsidentschaftswahl im November liegt Trump im Schnitt neun Prozentpunkte hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. (AFP)

Tausende Israelis demonstrieren gegen Corona-Politik der Regierung

Tausende von Israelis haben am Samstagabend in Tel Aviv gegen die Finanzpolitik der Regierung von Benjamin Netanjahu in der Corona-Krise demonstriert. Nach Medienberichten vom Sonntag nahmen mehr als 10.000 Menschen an einer Großkundgebung auf dem zentralen Rabin-Platz teil. Anschließend marschierten einige der Teilnehmer durch angrenzende Straßen. Es kam zu gewaltsamen Konfrontationen mit der Polizei.

Zwölf Demonstranten seien festgenommen worden, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Sie hätten unter anderem zentrale Straßen in Tel Aviv blockiert. Drei Polizisten seien leicht verletzt worden, als Demonstranten sie mit Pfefferspray angegriffen hätten. Die Scheibe einer Bank am Rabin-Platz wurde eingeschlagen. Auf Videos war auch ein gewaltsames Vorgehen von Polizisten gegen Demonstranten zu sehen.

Mit der Kundgebung wollten vor allem selbstständige Israelis auf ihre finanziellen Schwierigkeiten in der Corona-Krise aufmerksam machen. Sie riefen in Sprechchören unter anderem: «Bibi, geh nach Hause!» und «Dies ist ein Krieg». Bibi ist der Spitzname des Ministerpräsidenten. Sie warfen der Regierung vor, sich nicht um die finanziellen Nöte der Bürger zu kümmern.

Netanjahu hatte am Donnerstag ein Hilfspaket zur Linderung des finanziellen Drucks während der Corona-Krise vorgestellt. Das Programm solle Beschäftigten, Selbstständigen und Unternehmen bis Juni kommenden Jahres ein Sicherheitsnetz bieten, sagte er. Nach Angaben des Finanzministers Israel Katz hat es einem Umfang von 80 Milliarden Schekel (20 Milliarden Euro). (dpa)

Behörden in Montréal rufen Bar-Gänger zu Corona-Tests auf

Nach einem starken Anstieg bei den Corona-Infektionen in Montréal haben die Behörden der kanadischen Großstadt alle regelmäßigen Bar-Gänger aufgerufen, sich auf das neuartige Coronavirus testen zu lassen. Bei mindestens fünf Bars in der Stadt gebe es eine Verbindung zu Corona-Infizierten, teilte die Gesundheitsbehörde DRSP am Samstag mit.

Es sei davon auszugehen, dass es in Montréal mehr Corona-Infektionen gebe als bislang verzeichnet, sagte der Amtsarzt David Kaiser. "Ich fürchte, was wir sehen, ist nur die Spitze des Eisbergs", sagte er.

Laut DRSP wurden in den vergangenen Wochen in Montréal verstärkt Corona-Infektionen bei Menschen unter 39 Jahren festgestellt. Der Bundesstaat Québec ist das Zentrum der Pandemie in Kanada: Mehr als 56.000 Infektions- und 5620 Todesfälle wurden dort bislang nachgewiesen. Landesweit sind es 107.000 Infektions- und mehr als 8800 Todesfälle.

Nach wochenlanger Schließung durften die Bars in Montréal am 25. Juni unter Auflagen wieder öffnen. Weil sich zahlreiche Nachtschwärmer am vergangenen Wochenende jedoch nicht an die Abstandsregeln gehalten hatten, verschärften die Behörden die Vorsichtsmaßnahmen nun wieder: Bars dürfen nun nur noch bis Mitternacht Alkohol ausschenken und bis maximal ein Uhr nachts öffnen.  (AFP)

+++ 11. Juli +++

20 weitere bestätigte Corona-Infektionen in Berlin 

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Berlin um 20 auf 8636 gestiegen. Im Krankenhaus werden derzeit 53 Patienten behandelt, 17 von ihnen auf der Intensivstation, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Samstagabend mitteilte.

Im Zusammenhang mit Covid-19 starben den Angaben zufolge seit März 217 Menschen - das ist ein Todesfall mehr als am Freitag. (dpa)

Bollywood-Megastar Amitabh Bachchan wegen Covid-19 im Krankenhaus

Bollywood-Megastar Amitabh Bachchan ist wegen einer Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in ein Krankenhaus in Mumbai eingeliefert worden. „Ich wurde positiv auf Covid getestet“, teilte der 77-jährige Schauspieler am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Auch seine Familie und Mitarbeiter seien getestet worden und warteten noch auf ihre Ergebnisse.

„Alle, die in den vergangenen zehn Tagen in meiner nächsten Nähe waren, sind aufgefordert, sich bitte testen zu lassen“, appellierte Bachchan. Der als „Big B“ bekannte Schauspieler ist bereits seit den frühen 70er Jahren ein Star der indischen Filmbranche. Auch heute noch ist er ein Garant für Kassenschlager-Filme. Bachchan hat eine riesige treue Fangemeinde, 43 Millionen Menschen folgen ihm auf Twitter. (AFP)

Erneut Demonstration gegen Corona-Beschränkungen in Stuttgart

In Stuttgart haben am Samstag erneut einige hundert Menschen gegen die Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus und für die Wahrung der Grundrechte demonstriert. Die von der Initiative „Querdenken 711“ organisierte Veranstaltung im Unteren Schlossgarten trug den Titel „Fest für Frieden und Freiheit“. Zuvor hatte es laut Polizei eine Demonstration durch die Innenstadt gegeben. Die Polizei sprach von einem ruhigen Verlauf, von Zwischenfällen war nichts bekannt. Offizielle Angaben zur Teilnehmerzahl gab es nicht. Angemeldet zu der mehrstündigen Kundgebung im Schlossgarten waren laut Stadt 5000 Teilnehmer. (dpa)

Krankenhäuser im Nordwesten Syriens schränken Hilfen ein

Nach Bekanntwerden eines ersten Corona-Falls in der von Rebellen kontrollierten Region Idlib in Syrien haben zahlreiche Krankenhäuser ihre Arbeit drastisch reduziert. Das Krankenhaus in Bab al-Haua, wo ein Arzt positiv auf das Corona-Virus getestet worden war, sei komplett geschlossen worden, sagte Mazen Kewara von der Syrian American Medical Association (SAMS) der Deutschen Presse-Agentur am Sasmtag. Weitere Krankenhäuser nähmen nur noch Notfälle an. Inzwischen seien zwei weitere Ärzte positiv auf das Virus getestet worden.

In der Rebellenprovinz Idlib leben nach UN-Angaben mehr als vier Millionen Menschen, von denen die meisten Flüchtlinge sind. Hilfsorganisationen warnen vor einem unkontrollierten Ausbruch des Corona-Virus in der Provinz im Nordwesten des Bürgerkriegslandes. Die Region ist auf Hilfslieferungen angewiesen. Am Freitag war im UN-Sicherheitsrat ein Kompromissvorschlag zur Syrienhilfe an den Vetos von Russland und China gescheitert. Mit der Blockade des Sicherheitsrates könnten die bisherigen Lieferungen internationaler Hilfsorganisationen über zwei Grenzübergänge an der türkisch-syrischen Grenze endgültig vor dem Aus stehen. (dpa)

Kalifornien will wegen Corona-Pandemie tausende weitere Gefangene freilassen

Wegen der Corona-Pandemie will der US-Bundesstaat Kalifornien bis zu 8000 weitere Strafgefangene vorzeitig freilassen. "Diese Maßnahme dient der Gesundheit und Sicherheit der Insassen und des Personals", teilte die kalifornische Gefängnisbehörde am Freitag (Ortszeit) mit. Bis Ende August könnten die Gefangenen demnach aus den überbelegten Haftanstalten entlassen werden. Seit Beginn der Corona-Krise durften in dem schwer von der Pandemie betroffenen Westküstenstaat bereits 10.000 Häftlinge das Gefängnis vorzeitig verlassen.

Die Ankündigung der weiteren Freilassungen erfolgte kurz nach Bekanntwerden von zahlreichen Corona-Neuinfektionen im Gefängnis San Quentin. In der Haftanstalt, die zu den ältesten in den USA gehört, waren mehr als tausend Insassen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt sitzen in Kalifornien 113.000 Menschen im Gefängnis.

Eine Woche nach ihrer Entlassung sollen die Menschen erneut auf eine Corona-Infektion getestet werden. Der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat Kalifornien hat bisher mehr als 300.000 Infektionen und mehr als 6800 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus gemeldet. (AFP)

USA verzeichnen mehr als 64.000 Coronavirus-Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist weiterhin alarmierend: Binnen 24 Stunden sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend (Ortszeit) 63.643 neue Ansteckungsfälle registriert worden. Die Zahl der Corona-Toten sei um 774 auf fast 134.000 gestiegen. Erst am Donnerstag hatten die USA mit 65.551 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen bei 3,18 Millionen.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden. (AFP)

378 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 378 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 556 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 11.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9060 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag.

Bis Samstagmorgen hatten 184 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10.7., 0.00 Uhr, bei 0,80 (Vortag: 0,66). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 10.7., 0.00 Uhr, bei 0,90 (Vortag: 0,86). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

WHO schickt Expertenteam zur Untersuchung von Corona-Ursprung nach China

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsendet auf der Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus am Samstag ein Expertenteam nach China. Den chinesischen Behörden zufolge ging das Coronavirus von einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen über. Immer wieder wurde aber auch ein Labor in Wuhan mit dem Ausbruch der Pandemie in Verbindung gebracht, unter anderem von US-Präsident Donald Trump.

Die USA und andere Staaten fordern seit längerem von Peking mehr Transparenz über den Ursprung der Pandemie. Die WHO hatte China seit Anfang Mai gedrängt, seine Experten ins Land einzuladen, um bei der Erforschung des Ursprungs des Coronavirus mitzuhelfen. Das Coronavirus hat sich in aller Welt ausgebreitet. Mittlerweile wurden mehr als zwölf Millionen Ansteckungen nachgewiesen, mehr als 555.000 Infizierte starben. (AFP)

Ansturm von Freiwilligen für Corona-Impfstudie in Tübingen

Rund 4000 Freiwillige haben sich in der Tübinger Universitätsklinik als Probanden für eine Corona-Impfstudie gemeldet. „Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen“, sagte Studienleiter Peter Kremsner der Deutschen Presse-Agentur.

An der Uniklinik hatte Mitte Juni eine klinische Studie begonnen, um den Impfstoff des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac auf seine Verträglichkeit zu testen. Seitdem haben rund 50 Menschen das Mittel erhalten. Laut Kremsner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. «Bisher ist alles im grünen Bereich», sagte er. Es gebe weder sensationelle noch erschreckende Befunde.

Die zahlreichen Freiwilligen kommen nicht alle zum Zug. Insgesamt sollen 168 Probanden geimpft werden - neben Tübingen auch in Testzentren im belgischen Gent, in Hannover und München. Bei der klinischen Studie handelt es sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Verläuft sie erfolgreich, folgen Untersuchungen mit deutlich mehr Probanden.

Das Tübinger Unternehmen Curevac arbeitet an sogenannten mRNA-Impfstoffen. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. Für ihren Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen.

Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontech als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie zu einem möglichen Corona-Impfstoff erhalten.

Wegen Corona-Krise: Erste Hinrichtung auf Bundesebene in USA seit 17 Jahren ausgesetzt

Die bevorstehende erste Hinrichtung in den USA auf Bundesebene seit 17 Jahren ist vorläufig ausgesetzt worden. Ein Gericht gab den Angehörigen des wegen Mordes Verurteilten Daniel Lee am Freitag Recht, nachdem sie um einen Aufschub wegen der Corona-Krise gebeten hatten. Sie argumentierten, dass sie bei der Exekution anwesend sein wollten, dies aber wegen der Gefahr der Ansteckung mit dem Coronavirus ein zu großes Risiko darstellte. In den vergangenen Monaten hatten es in US-Gefängnisses besonders viele Erkrankungen mit Covid-19 gegeben.

Während viele Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, hat es auf Bundesebene seit 2003, also etwa 17 Jahren, keine Hinrichtung mehr gegeben. Die Todesstrafe wurde seitdem zwar weiter verhängt, aber nicht vollstreckt. Fälle, in denen Straftäter von Bundesgerichten zum Tode verurteilt wurden, liegen in der Hand der Bundesregierung. Justizminister William Barr drang zuletzt drauf, die Hinrichtungen auszuführen. Zuletzt hatte das Oberste Gericht den Weg für die Wiederaufnahme nach einem Streit um die Exekutionsmethode geebnet.

In den vergangenen Jahren haben mehrere US-Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft oder deren Vollstreckung ausgesetzt. Nach Angaben des Death Penalty Information Centers gibt es diese Höchststrafe inzwischen in etwa 20 der 50 US-Staaten nicht mehr. Im März 2019 setzte auch Kalifornien - der Bundesstaat mit der größten Zahl von Häftlingen in Todestrakten - die Todesstrafe per Dekret aus. (dpa)

+++ 10. Juli +++

Derzeit 8616 bestätigte Coronavirus-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 8616 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitagabend mitteilte  Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

4221 Personen sind männlich, 4389 weiblich. Bei sechs Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 69 Personen, davon werden 28 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 216 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 23 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 60 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 81 waren 80 bis 89 Jahre alt und 37 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BLZ)

Johnson will striktere Maskenpflicht einführen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Freitag eine Ausweitung der Maskenpflicht in seinem Land angedeutet. „Ich glaube wir müssen strikter dabei sein, die Menschen zum Tragen von Gesichtsschutz in geschlossenen Räumen aufzufordern, wo sich Menschen begegnen, die sonst nicht zusammenkommen“, sagte der Premier in einer Online-Fragestunde mit Bürgern. Ebenfalls am Freitag zeigte sich Johnson erstmals selbst mit Maske in der Öffentlichkeit beim Besuch mehrerer Geschäfte in seinem Wahlbezirk Uxbridge.

Einen Sinneswandel vollzog der konservative Regierungschef auch mit der Empfehlung an die Briten, wieder an ihren Arbeitsplatz zu gehen. „Gehen Sie zur Arbeit, wenn Sie können“, sagte Johnson. Bislang hatte der Slogan gelautet: „Arbeiten Sie von zuhause, wenn Sie können“. Britische Medien interpretierten den Schritt als Zeichen für die wachsende Sorge im Regierungssitz Downing Street vor einem heftigen wirtschaftlichen Einbruch. (dpa)

Corona-Fall: Urlauber-Familie muss Sylt verlassen

Wegen eines Corona-Falls in ihrer Mitte hat eine Urlauber-Familie Sylt verlassen müssen. Wie die Kreisverwaltung am Freitag mitteilte, war dem Gesundheitsamt am Vortag das positive Testergebnis gemeldet worden. „Die Insel ist momentan voller Touristen – dementsprechend war Eile geboten“, sagte die Leiterin des amtsärztlichen Dienstes des Kreis-Gesundheitsamtes, Heike Dorothea Hill. In den frühen Morgenstunden sei die Familie mit ihrem Auto abgereist. Das Gesundheitsamt gehe davon aus, dass sich die Person bereits vor ihrer Anreise außerhalb von Nordfriesland angesteckt hat.

Die infizierte Person erhielt eine Quarantäneanweisung bis zur Abreise. Das Kreis-Gesundheitsamt ermittelte darüber hinaus eine Kontaktperson, die umgehend in Quarantäne geschickt wurde. Weitere enge Kontaktpersonen gebe es nicht. (dpa)

WHO startet Anti-Nikotin-Kampagne

Mit Blick auf die laut WHO erhöhte Gefahr einer ernsten Erkrankung mit Covid-19 für Raucher hat die Weltgesundheitsorganisation eine Kampagne gegen die Nikotinsucht gestartet. Wer das Rauchen aufgeben wolle, finde in der Pandemie mit dem Coronavirus den perfekten Anreiz zum Aufhören, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Mit der Kampagne wolle die WHO möglichst vielen unter den weltweit etwa 1,3 Milliarden Rauchern Zugang zu Therapien und durch eine digitale Ansprechpartnerin namens Florence Rat und Hilfe geben. 60 Prozent der Betroffenen seien interessiert, ihre Sucht aufzugeben, hieß es.

Die Initiative werde in Jordanien gestartet und in den nächsten Monaten weltweit ausgerollt. Jordanien gehöre zu den Ländern mit besonders vielen Rauchern gerade unter Jugendlichen, sagte Prinzessin Dina Mired von Jordanien, Präsidentin der Internationalen Vereinigung gegen Krebs (UICC).

Bei aller Dramatik der Corona-Pandemie habe sie zugleich wichtige Lehren für andere medizinische Herausforderungen gebracht, sagte Tedros. Dies gelte vor allem für die globale Solidarität, die auch bei der Forschung an neuen Antibiotika hilfreich wäre. Die wachsende Resistenz der Keime gegen aktuell verfügbare Antibiotika sei ein „Tsunami in Zeitlupe“, so der WHO-Chef. "Wenn wir nicht schnell und nachhaltig handeln, riskieren wir ein Endzeit-Szenario, in dem gewöhnliche Verletzungen und Krankheiten wieder große Killer werden." (dpa)

Kampf gegen Corona: US-Bundesstaat verhängt nächtliches Alkoholverbot

Angesichts eines raschen Anstiegs der Neuinfektionen mit dem Coronavirus verbietet der US-Bundesstaat South Carolina Bars, Restaurants und Clubs ab 23.00 Uhr den Verkauf von alkoholischen Getränken. Damit solle die rasche Verbreitung des Virus unter jüngeren Erwachsenen, die gerne abends in Gruppen zusammenkämen, gebremst werden, erklärte Gouverneur Henry McMaster am Freitag. Der Erlass gelte für rund 8000 Gastbetriebe und trete am Samstag in Kraft. Ausgenommen davon seien nur Verkäufe im Einzelhandel.

Verstöße gegen die Verordnung könnten den Entzug der Schanklizenz nach sich ziehen, warnte McMaster. Kritikern, die seinen Erlass als unzureichend betrachteten und weitere Maßnahmen wie eine Masken-Pflicht forderten, erteilte er eine Absage. Er empfehle das Tragen von Masken, um die Verbreitung des Virus zu bremsen, eine behördliche Anordnung sei aber nicht sinnvoll. Andere US-Bundesstaaten hatten zuletzt eine erneute Schließung von Bars und Clubs angeordnet, um Neuinfektionen dort vorzubeugen.

South Carolina, ein Staat mit nur rund 5,1 Millionen Einwohnern, hat bislang gut 50 000 bestätigte Corona-Infektionen und rund 900 Todesfälle gemeldet. Seit Mitte Juni ist die Zahl der Neuinfektionen infolge der Lockerung der Corona-Auflagen deutlich gestiegen. Seit zwei Wochen gibt es dort im Schnitt pro Tag rund 1500 Neuinfektionen. (dpa)

Mehr als 30.000 Corona-Tote in Frankreich

In Frankreich sind mehr als 30.000 Menschen in Folge der Coronavirus-Pandemie gestorben. Mindestens 30 004 Menschen seien seit Beginn der Epidemie in Frankreich ums Leben gekommen, teilten die französischen Gesundheitsbehörden am Freitagabend mit. In den vergangenen 24 Stunden seien in den Krankenhäusern 25 Corona-Tote hinzugekommen. Die Zahl der Toten in Pflegeeinrichtungen werde erst am 15. Juli wieder aktualisiert.

In Frankreich galten von Mitte März an rund zwei Monate sehr strenge Ausgangsbeschränkungen. Seit dem 11. Mai wurden die Regelungen gelockert. Restaurants haben im ganzen Land wieder geöffnet, auch Museen und Sehenswürdigkeiten können wieder besucht werden. Das Land war von der Pandemie schwer getroffen, zeitweise waren Krankenhäuser überlastet. Die Lage hat sich nun entspannt.

Frankreichs Gesundheitsbehörde warnte aber erst am Freitag vor einem Wiederanstieg der Corona-Fälle. Es zeige sich, dass die Übertragung des Virus anhalte oder sogar fortschreite, erklärte Santé Publique France. „Die bisher beobachtete Zunahme bleibt zwar moderat, erfordert aber höchste Wachsamkeit“, hieß es. „Um ein Wiederaufflammen der Epidemie zu vermeiden, ist es unerlässlich, dass die Bevölkerung die empfohlenen Präventionsmaßnahmen rigoros anwendet.“

Angegriffener Busfahrer in Bayonne laut Familie tot

Der nach einem brutalen Angriff für hirntot erklärte französische Busfahrer ist tot. „Wir haben beschlossen, ihn gehen zu lassen. Die Ärzte waren dafür und wir auch“, teilte die Tochter von Philippe Monguillot, Marie, der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit. Die Ehefrau des 59-Jährigen, Véronique Monguillot, schrieb in Onlinenetzwerken: „Mein Mann ist um 17.30 Uhr gestorben, RIP meine Liebe.“

Zwei Männer hatten den Busfahrer am Sonntag im südwestfranzösischen Bayonne nach Angaben der Ermittler so heftig geschlagen und getreten, dass er im Krankenhaus für hirntot erklärt werden musste - offenbar aus völlig banalem Anlass: Der Fahrer hatte die Passagiere aufgefordert, wie vorgeschrieben Corona-Schutzmasken aufzusetzen.

Die französische Justiz hat zwei junge Männer wegen Totschlags beschuldigt. Zwei weiteren wird Beihilfe und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Der Fall hatte international für große Anteilnahme gesorgt. (AFP)

WHO schickt Expertenteam zur Untersuchung von Corona-Ursprung nach China

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsendet auf der Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus am Samstag ein Expertenteam nach China. Den chinesischen Behörden zufolge ging das Coronavirus von einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen über. Immer wieder wurde aber auch ein Labor in Wuhan mit dem Ausbruch der Pandemie in Verbindung gebracht, unter anderem von US-Präsident Donald Trump.

Die USA und andere Staaten fordern seit längerem von Peking mehr Transparenz über den Ursprung der Pandemie. Die WHO hatte China seit Anfang Mai gedrängt, seine Experten ins Land einzuladen, um bei der Erforschung des Ursprungs des Coronavirus mitzuhelfen. Das Coronavirus hat sich in aller Welt ausgebreitet. Mittlerweile wurden mehr als zwölf Millionen Ansteckungen nachgewiesen, mehr als 555.000 Infizierte starben. (dpa)

Hersteller Gilead: Remdesivir senkt Sterberisiko bei Corona

Das Medikament Remdesivir kann nach Angaben des Herstellers das Sterberisiko bei einem schweren Verlauf der Corona-Krankheit Covid-19 deutlich vermindern. Eine neue Analyse würde eine Senkung des relativen Sterberisikos um 62 Prozent zeigen, wie das US-Pharmaunternehmen Gilead am Freitag auf der Welt-Aids-Konferenz bekanntgab. Remdesivir ist das einzige in der EU zugelassene Medikament zur spezifischen Behandlung von Covid-19.

Demnach lag bei der Standardtherapie an Tag 14 nach Behandlungsbeginn die Sterblichkeit von schwer an Covid-19 erkrankten Patienten bei 12,5 Prozent. Wurden Patienten zusätzlich mit Remdesivir behandelt, starben nur 7,6 Prozent. Unter Berücksichtigung dieser Zahlen und anderer patientenbezogener Faktoren kommt Gilead dann auf das um 62 Prozent gesenkte Sterberisiko durch das Medikament. (dpa)

Italien will Corona-Notstand verlängern

Die italienische Regierung will den wegen des Coronavirus ausgerufenen Notstand verlängern. „Wir bewegen uns auf eine Verlängerung des Ausnahmezustands zu“, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Freitag in Venedig. „Wenn wir den Ausnahmezustand nicht verlängern, hätten wir nicht mehr die Mittel und Instrumente, (...) um weiter zu überwachen und um einzugreifen.“ Wie lange der Notstand gelten soll, ist unklar. Medien berichteten von einem Zeitraum zwischen Dezember 2020 und Januar 2021.

Conte hatte den Notstand am 31. Januar für sechs Monate ausgerufen, nachdem bei einem chinesischen Paar in Rom das Virus nachgewiesen worden war. Mittlerweile sind im Zuge der Pandemie rund 35 000 Menschen gestorben. Die Infektionszahlen sind in Italien aber nach einem langen und harten Lockdown mittlerweile niedrig. Befürchtet wird aber eine zweite Welle. (dpa)

China warnt vor weiterer tödlicher Lungenkrankheit - Kasachstan dementiert

Die zentralasiatische Republik Kasachstan hat in der Corona-Pandemie chinesische Medienberichte über eine weitere tödliche Lungenkrankheit zurückgewiesen. Diese haben eine Mitteilung der chinesischen Botschaft in Kasachstan aufgegriffen, in der vor einer neuen gefährlichen Lungenentzündung gewarnt wird, die angeblich in Kasachstan grassieren soll. „Die Sterblichkeitsrate dieser Krankheit ist viel höher als die des Coronavirus“, heißt es in der Botschafts-Mitteilung. Kasachstan dementierte die Berichte am Freitag. In dem autoritär regierten Steppenstaat gibt es allerdings keine Möglichkeit, Informationen unabhängig zu überprüfen.

Das kasachische Gesundheitsministerium erklärte, „dass die entsprechende Information nicht der Wirklichkeit entspricht“. Gesundheitsminister Alexej Zoi habe zwar am Vortag bei einem Briefing auch über Lungenentzündungen unklarer Ursache gesprochen. Hintergrund sei aber, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Covid-19 als Lungenkrankheit mit unklarer Entstehung klassifiziere.

Kasachstan hat in den vergangenen Monaten einen starken Anstieg an Lungenentzündungen registriert. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sei die Erkrankungsrate mehr als 50 Prozent höher gewesen als im Vorjahreszeitraum, sagte Zoi nach Angaben kasachischer Medien am Donnerstag. Ein Anstieg sei aber weltweit zu beobachten, betonte der Minister.

Kasachstan ist zudem in der zentralasiatischen Region besonders stark vom Coronavirus betroffen. Offiziellen Angaben zufolge haben sich bislang mehr als 54 000 Menschen infiziert, mehr als 260 Infizierte sind gestorben. Seit dem vergangenen Wochenende ist das öffentliche Leben in dem ölreichen Land erneut stark eingeschränkt. (dpa)

Mehr als jeder vierte Erwerbstätige hat Einbußen wegen Corona-Krise

Mehr als jeder vierte Erwerbstätige hat in der Corona-Krise laut einer Umfrage Einkommenseinbußen erlitten. Von April bis Juni stieg die Zahl der Betroffenen von 20 auf 26 Prozent, wie die Hans-Böckler-Stiftung am Freitag mitteilte. Dagegen ist die Quote der Menschen, die sich Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft oder ihren Job machen, etwas zurückgegangen.

Im April hatten noch 70 Prozent der Erwerbstätigen Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation geäußert. Im Juni sagten dies 58 Prozent. Rückläufig war vor allem der Anteil mit „großen“ Sorgen - er sank von 24 auf 15 Prozent. (AFP)

Spahn: Ausweitung von Corona-Tests zeigt Wirkung

Die Neuregelungen zur Ausweitung von Corona-Tests zeigen nach Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Wirkung. "Wir testen viel, wir testen im Zweifel lieber auch zu viel, aber wir testen immer mit System", sagte der CDU-Politiker am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Innerhalb von vier Wochen sei die Zahl der Tests bundesweit um mehr als die Hälfte gestiegen. In der vergangenen Woche wurden demnach knapp 500.000 Patienten getestet - rund 175.000 mehr als vor einem Monat. „So konnten Infektionsketten nach lokalen Ausbrüchen des Virus schnell unterbrochen werden“, sagte Spahn.

Hintergrund ist eine Testverordnung, die am 9. Juni in Kraft getreten ist. Sie ermöglicht eine Ausweitung von Tests auf Kassenkosten auch ohne Krankheitsanzeichen, wenn Gesundheitsämter dies veranlassen. Damit können bei Corona-Fällen Reihentests und vorsorgliche Tests in Kitas, Schulen oder Pflegeheimen gemacht werden. Grundsätzlich getestet werden sollen alle Patienten, die in Kliniken aufgenommen werden. Die Testverordnung wurde laut Bundesministerium etwa auch bei den jüngsten Corona-Ausbrüche in Schlachtbetrieben angewendet.

Brandenburg will möglichst lokale Strategie bei Corona-Ausbrüchen

Wenn es zu einem Corona-Ausbruch kommt, setzt Brandenburg auf möglichst lokale Schutzvorkehrungen. „Die Landkreise und kreisfreien Städte haben bei einem strikt lokalisierbaren Corona-Ausbruch wie zum Beispiel bei einer Gemeinschaftsunterkunft, einem Krankenhaus oder Pflegeheim bisher durchgehend die geeigneten Maßnahmen für einen Lockdown eingeleitet“, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Dominik Lenz, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Erfahrungen der ersten Wochen in Brandenburg hätten gezeigt, dass es „nicht zielführend ist, wenn ein ganzer Landkreis quasi «in Geiselhaft» genommen wird“. Bund und Länder beraten in der nächsten Woche über den weiteren Umgang mit solchen Ausbrüchen.

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischunternehmen Tönnies wurde das öffentliche Leben für den nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh deutlich eingeschränkt. Das Oberverwaltungsgericht Münster kippte die Einschränkungen aber, weil es die Maßnahmen als nicht mehr verhältnismäßig ansah. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) warb für eine größere regionale Differenzierung, die sich nicht zwingend an Kreisgrenzen orientiert, falls es wegen eines lokalen Ausbruchs wieder strengere Maßnahmen geben muss. (dpa)

Immer neue Höchststände der Corona-Neuinfektionen in den USA

Ein Rekord bei den täglichen Neuansteckungen nach dem nächsten: In den USA breitet sich das neuartige Coronavirus immer stärker aus. Mit 65.551 Fällen erreichte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten am Donnerstag (Ortszeit) einen neuen Höchststand. Auch im Nachbarland Mexiko sowie in Israel war dieser Wert so hoch wie nie zuvor. US-Präsident Donald Trump zeichnet dennoch weiter ein positives Bild von den Bemühungen, die Pandemie in den USA einzudämmen.

Mit 65.551 Fällen binnen 24 Stunden war die Zahl der täglichen Neuansteckungen in den USA noch einmal deutlich höher als der bisherige Tagesrekord von 60.209 Fällen. Dieser war am Dienstag verzeichnet worden. In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus, vor allem in den Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen bei 3,1 Millionen. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesopfer durch die Pandemie stieg am Mittwoch um 1000 auf 133.195.

Die USA und Lateinamerika sind derzeit die Epizentren der Corona-Pandemie. Aus Costa Rica, bislang Zentralamerikas Musterschüler im Kampf gegen die Corona-Pandemie, meldete Gesundheitsminister Daniel Salas Peraza am Donnerstag eine „sehr besorgniserregende Beschleunigung“ der Virus-Ausbreitung. Allein an diesem Tag wurden in dem Fünf-Millionen-Einwohner-Land demnach 649 Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert - die höchste Fallzahl seit Beginn der Pandemie.

Einen Rekord der täglichen Neuinfektionen meldete am Freitag auch Israel. In den vorangegangenen 24 Stunden seien weitere 1464 Ansteckungen registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend die Vermutung geäußert, dass diese „zweite Welle“ der Pandemie auf „zu frühe“ Lockerungen der Corona-Maßnahmen zurückzuführen sei. „Dafür übernehme ich die Verantwortung“, sagte Netanjahu.

Orban knüpft Zustimmung zu Corona-Hilfen der EU an Nicht-Einmischung

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban knüpft seine Zustimmung zu den geplanten Corona-Wiederaufbauhilfen der Europäischen Union (EU) an die Bedingung, dass die Empfängerländer über diese Gelder frei verfügen dürfen. Ungarn könnte gegen den 750-Milliarden-Euro-Wiederaufbaufonds, der auch mit der Aufnahme von Schuldenaufnahme durch die EU-Mitgliedsländer einhergeht, sein Veto einlegen, sagte der rechts-nationale Politiker am Freitag im staatlichen Rundfunk. Dies sei aber nur ein Mittel für den äußersten Fall. „Wenn wir uns schon verschulden (...), dann sollten wir einander nicht darin einschränken, wie wir das Geld ausgeben“, fügte er hinzu.

In der kommenden Woche befasst sich ein zweitägiger EU-Sondergipfel mit dem mehrjährigen Finanzrahmen der Union und mit dem Milliarden-Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise. Ungarn, das zu den ärmeren Ländern der EU zählt, wäre ein Nutznießer der geplanten Corona-Wiederaufbauhilfe. Da es von der Pandemie weniger stark betroffen ist, würde es aber weitaus weniger Geld erhalten als stark in Mitleidenschaft gezogene Länder wie Frankreich oder Spanien.

In der Diskussion um das Milliarden-Programm wird immer wieder die Forderung laut, dass die Auszahlung dieser Gelder sowie andere EU-Hilfen an die Respektierung des Rechtsstaats seitens der Empfänger gebunden werden sollte. Orban regiert seit zehn Jahren zunehmend autoritär über sein Land. Die EU-Kommission wirft ihm zahlreiche Verstöße gegen rechtsstaatliche Prinzipien vor. Korruptionsbekämpfer legen der Orban-Regierung zur Last, dass sie die EU-Hilfen dazu missbrauchen würde, um bestimmten Oligarchen überteuerte öffentliche Aufräge zuzuschanzen. Diese Oligarchen würden wiederum die politischen Netzwerke und Medienunternehmen des Orban-Lagers finanzieren.

US-Experte Fauci: Einige Bundesstaaten haben sich zu früh geöffnet

Nach Einschätzung von US-Immunologe Anthony Fauci sind die aktuellen Corona-Ausbrüche in vielen Teilen der Vereinigten Staaten auf die zu frühe Wiedereröffnung einiger Bundesstaaten zurückzuführen. "In einigen Staaten sprangen die Gouverneure und Bürgermeister im wesentlichen über die Richtlinien und Kontrollpunkte und öffneten etwas zu früh", sagte Fauci dem Podcast "FiveThirtyEight", der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Der Experte und Regierungsberater nannte Florida als Beispiel, das einige Richtlinien außer Acht gelassen habe. Die USA gäben verglichen mit anderen Staaten momentan kein gutes Bild ab.

Dass die USA mit momentan täglich um die 60.000 nachgewiesenen Neuinfektionen hohe Anstiege verzeichnen, führte Fauci dabei auch auf die Zerstrittenheit der amerikanischen Politik zurück: "Ich denke, man muss davon ausgehen, dass es ohne eine solche Spaltung einen koordinierteren Ansatz geben würde". Einigen Politikern in den Vereinigten Staaten, allen voran Präsident Donald Trump und einigen Gouverneuren, wurde mehrfach vorgeworfen, in der Pandemie Entscheidungen unter politischen und nicht gesundheitlichen Gesichtspunkten zu treffen. (dpa)

Mehr Neuinfektionen: Lettland nimmt Corona-Lockerungen zurück

Lettlands Regierung hat wegen steigender Corona-Zahlen bereits aufgehobene Einschränkungen wieder eingeführt. Zur Verringerung der Ausbreitung des Coronavirus ordnete das Kabinett in Riga am Freitag neue Vorgaben für Gastronomiebetriebe zum 11. Juli an. In Restaurants und Bars dürfen Gäste im Inneren maximal zu viert an einem Tisch sitzen, im Freien liegt die Grenze bei acht Personen. Ebenso wie Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen dürfen sie zudem nur noch bis Mitternacht statt bislang 2.00 Uhr geöffnet haben.

Mit den Beschränkungen solle ein größerer Corona-Ausbruch rechtzeitig verhindert werden, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins nach der Regierungssitzung. In Lettland habe es eine längere Zeitspanne mit wenigen Neuinfektionen gegeben. In den vergangenen vier Tagen sei aber eine stärkere Zunahme neuer Fälle festgestellt worden.

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Ilze Vinkele ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen zwei Wochen pro 100 000 Einwohner in Lettland von 0,7 auf 2,8 gestiegen. Das baltische EU-Land mit 1,9 Millionen Einwohnern hat damit aber im internationalen Vergleich weiterhin eine niedrige Infektionsrate. Lettland verzeichnete bislang 1165 bestätigte Infektionen und 30 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. (dpa)

Umfrage: Deutsche befürchten Corona-Ausbreitung durch Urlaubsreisen

Die Mehrheit der Bürger in Deutschland befürchtet, dass die Urlaubsreisen im Sommer die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigen lassen. 69 Prozent glauben, dass die Infektionszahlen in Deutschland sich dadurch deutlich erhöhen werden, wie aus dem am Freitag veröffentlichten aktuellen ZDF-„Politbarometer“ hervorgeht. 28 Prozent gaben an, das nicht zu glauben. Allerdings halten nur 40 Prozent, also zwei von fünf Bürgern, ihre eigene Gesundheit durch das Coronavirus für gefährdet. 64 Prozent aller Befragten nannten Corona als das wichtigste politische Problem für Deutschland, auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand die wirtschaftliche Lage (17 Prozent). (dpa)

Hongkong schließt erneut alle Schulen nach Anstieg von Corona-Infektionszahlen

Nach der Zunahme von Corona-Neuinfektionen werden in Hongkong erneut alle Schulen geschlossen. Die Regierung habe die Schließung aller Schulen ab Montag angeordnet und damit den Beginn der Sommerferien vorgezogen, sagte der Bildungsminister der chinesischen Sonderverwaltungszone, Kevin Yeung, am Freitag. Die Stadt hatte am Donnerstag 34 Neuinfektionen verzeichnet.

Hongkong hatte bereits Anfang Mai seine Schulen, Bars und Kinos wiedereröffnet. Die Finanzmetropole gehörte wegen der Nähe zu Festlandchina zu den ersten Regionen mit Coronavirus-Fällen, bekam die Ausbreitung des neuartigen Erregers aber durch strenge Maßnahmen zügig in den Griff. (AFP)

Industrie in Frankreich und Italien erholt sich nach Corona-Einbruch

In Frankreich und Italien hat sich die Produktion in der Industrie kräftig vom Einbruch in der Corona-Krise erholt. Im Mai sei die Fertigung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone im Monatsvergleich um 19,6 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das französische Statistikamt am Freitag in Paris mit. Die italienischen Industrieunternehmen meldeten gegenüber dem April sogar einen Anstieg der Gesamtproduktion um 42,1 Prozent.

Volkswirte hatten im Fall Frankreichs zwar mit einer deutlichen Besserung gerechnet, waren aber im Schnitt nur von einem Plus von 15,4 Prozent ausgegangen. Im März und April war die Industrieproduktion dort wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie noch stark gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigte sich jedoch auch im Mai weiter das Ausmaß des konjunkturellen Einbruchs. In dieser Betrachtung fiel die Produktion um 23,4 Prozent.

Auch in Italien wurde die Markterwartung von durchschnittlich 24 Prozent Steigerung im Mai klar übertroffen. Im Jahresvergleich machte sich die Corona-Krise aber immer noch stark bemerkbar: Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel das Herstellungsvolumen um 20,3 Prozent. (dpa)

Neuer Höchststand bei täglichen Corona-Neuinfektionen in Mexiko

In Mexiko hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand erreicht. In den vorangegangenen 24 Stunden seien weitere 7280 Corona-Infektionen nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Mexiko-Stadt am Donnerstag (Ortszeit) mit. Erst am Mittwoch war mit 6995 Fällen ein neuer Rekord an Neuinfektionen gemeldet worden.

Damit wurden landesweit bereits 282.283 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Die Zahl der Todesopfer in dem lateinamerikanischen Land stieg am Donnerstag um 730 auf 33.526 Fälle.

„Das Risiko einer Infektion bleibt hoch“, sagte der Leiter der epidemiologischen Abteilung des mexikanischen Gesundheitsministeriums, José Luis Alomía, bei seiner täglichen Pressekonferenz. Hinsichtlich der Zahl der Corona-Toten ist Mexiko das am fünftstärksten von der Pandemie betroffene Land weltweit. Nur die USA, Brasilien, Großbritannien und Italien haben mehr Opfer zu beklagen. Bei der Zahl der Todesopfer gebe es mittlerweile aber landesweit einen Abwärtstrend, sagte Alomía. Bereits im Juni hatte Mexiko mit seinen 127 Millionen Einwohnern seine Corona-Beschränkungen gelockert, um die Wirtschaft wiederzubeleben. (AFP)

Teure Fastfood-Party: 26.000 Dollar Strafe wegen Corona-Verstoßes

Ein Fastfood-Snack für eine Geburtstagsparty in Australien ist die Gäste teuer zu stehen gekommen. Weil sie gegen die Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie verstießen, mussten die Partygäste in Melbourne insgesamt etwa 26.000 australische Dollar (etwa 16.000 Euro) an Strafe zahlen, wie die Polizei am Freitag bekanntgab. Melbourne, die mit rund fünf Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt des Kontinents, befindet sich wegen eines rasanten Anstiegs der Infektionszahlen seit Mittwoch dieser Woche erneut in einem sechswöchigen Lockdown.

Medizinisches Personal hatte beim Essen in einem Fastfood-Restaurant zwei Personen gesehen, die dort in der Nacht 20 Portionen bestellten - und daraufhin die Polizei informiert. Anhand des Nummernschilds fanden die Beamten den Ort der Geburtstagsparty heraus. Als sie eintrafen, seien 16 Personen dabei gewesen, ihren Fastfood-Snack zu essen. Als die Übeltäter die Höhe ihrer Strafe erfuhren, dürfte ihnen das Essen wieder hochgekommen sein: Für jeden der 16 Verstöße stellte die Polizei 1652 australische Dollar in Rechnung, zusammen rund 26.000 Dollar.

Wieder Corona-Rekord in USA: Mehr als 63.000 neue Fälle 

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat wieder einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden gab es rund 63.200 neue Fälle, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Freitagmorgen hervorgeht. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich demnach bislang mehr als 3,1 Millionen Menschen (Stand: 9.7.) nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 133.000 Menschen starben an oder mit dem Virus.

Die Zahl der Neuansteckungen in den USA ist seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch gestiegen - vor allem im Süden und Westen des Landes. Zuletzt hatte die Universität am Mittwoch mit rund 60.000 Fällen binnen eines Tages einen Rekord verzeichnet. (dpa)

Neue Ausgangsbeschränkungen in Israel - Fünf Städte betroffen 

Die israelische Regierung hat im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus weitere Ausgangsbeschränkungen verhängt. Betroffen waren Viertel in den fünf Städten Jerusalem, Beit Schemesch, Lod, Ramle und Kirjat Mal'achi, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und das Gesundheitsministerium mitteilten. Das Betreten und Verlassen dieser Gebiete und auch die Bewegungsfreiheit darin wird eingeschränkt. Die Maßnahme sollte am Freitagmittag in Kraft treten und sieben Tage dauern. In Lod wurden in anderen Vierteln bestehende Ausgangsbeschränkungen zugleich um fünf Tage verlängert.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hatte in dem Mittelmeerstaat nach Lockerungen zuletzt einen Höchstwert erreicht, es wurden verschiedene Beschränkungen neu verhängt. Netanjahu steht für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik (dpa)

Mitten in der Corona-Krise: Baubranche steigert im April Umsätze

Die Bauindustrie in Deutschland hat in der Corona-Krise ihr Umsatzwachstum fortgesetzt. Im vom Stillstand der Wirtschaft voll getroffenen Monat April erhöhten sich die Erlöse im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche stieg nach vorläufigen Zahlen in dem Monat um 1,0 Prozent. „Wie schon im März zeigten sich somit auch im April 2020 noch keine erkennbaren Effekte der Corona-Pandemie auf Umsatz und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe“, stellte die Wiesbadener Behörde am Freitag fest.

In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,7 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich in diesem Zeitraum um 1,9 Prozent. Absolute Beschäftigtenzahlen nannte die Behörde nicht.

Das Bauhauptgewerbe umfasst die Errichtung von Gebäuden (Hochbau) ebenso wie von Straßen, Bahnstrecken und Leitungen (Tiefbau). Die Statistik des Bundesamtes erfasst alle Betriebe des Bauhauptgewerbes in Deutschland. (dpa)

395 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 178 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 10.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9054 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Bis Freitagmorgen hatten 184 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa)

Staatssekretär Krach für Corona-Joker bei Hochschul-Prüfungen

Berlins Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach will Berlins Studenten das Leben in Pandemie-Zeiten erleichtern. „Bei Prüfungen hätte ich in diesem Semester grundsätzlich Sympathie für einen Freiversuch“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Doch das müssen die Gremien der Hochschulen beschließen.“ Bei einem Freiversuch zählt eine bestandene Prüfung, ein Durchfallen wird dagegen nicht gewertet. Die Vorlesungszeit endet in Berlin am 18. Juli.

Auch eine Lösung für die Studienzeit sei in Arbeit, ergänzte Krach. „Wir stimmen aktuell einen Gesetzentwurf ab, mit dem die Regelstudienzeit um ein Semester verlängert werden soll.“ Das Gesetz solle nach der Sommerpause im Parlament beschlossen werden. Die Entscheidung ist zum Beispiel für Studenten wichtig, die BAföG beziehen.

Die Hochschulen hatten ihren Betrieb wegen der Corona-Pandemie innerhalb weniger Wochen auf digitalen Betrieb umstellen müssen. Rund 200 000 Studenten mussten anfangs auch mit geschlossenen Bibliotheken und Lesesälen klar kommen. (dpa)

+++ 9. Juli +++

49 weitere bestätigte Corona-Infektionen in Berlin 

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Berlin um 49 auf 8585 gestiegen. Im Krankenhaus würden derzeit noch 69 Patienten behandelt, 28 von ihnen auf der Intensivstation, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstagabend mit. Im Zusammenhang mit Covid-19 starben den Angaben zufolge seit März 216 Menschen. Seit Mittwoch gab es keinen weiteren bestätigten Todesfall. 7896 Infizierte sind inzwischen genesen. Die Corona-Ampel steht laut Gesundheitsverwaltung weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. (dpa)

Erster Corona-Fall in syrischer Rebellenhochburg Idlib

In der nordsyrischen Rebellenhochburg Idlib ist nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden ein erster Corona-Fall aufgetreten. Hilfsorganisationen berichteten, ein Krankenhausarzt sei nach einem Aufenthalt in der Türkei positiv auf die Krankheit Covid-19 getestet worden.

Der Mediziner und Beschäftigte und Patienten des Krankenhauses seien in Quarantäne, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Corona-Tests seien im Gange. Hilfsorganisationen warnten vor der Gefahr einer starken Verbreitung des Virus in dem von Gebiet, wo viele Flüchtlinge unter prekären Bedingungen leben. In der Region Idlib sind Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen.

Die syrische Regierung hat bisher aus ihrem Herrschaftsgebiet 372 Corona-Infektionen und 14 Todesfälle gemeldet. (dpa)

Neue Demonstrationen in Serbien gegen Corona-Restriktionen

Trotz eines Versammlungsverbots haben am Donnerstag den dritten Abend in Folge wieder Tausende in Belgrad gegen den Präsidenten Aleksandar Vucic und die von ihm verhängten Corona-Restriktionen demonstriert. Anders als zuvor bemühten sich die Demonstranten kollektiv um einen friedlichen Verlauf.

Tausende setzten sich vor dem Parlament nieder. Die Menge sang „Setzt Euch hin“, als kleine Gruppen zum Gebäude vordringen wollten. Einige hielten der Polizei Schilder mit der Aufschrift „Nehmt Randalierer fest, schlagt nicht das Volk“ entgegen.

Wenige Stunden zuvor hatte die Regierung Ansammlungen von mehr als 10 Personen verboten. Die Maßnahme löste ein Ausgehverbot ab, das Vucic angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verhängt hatte. Gegen das Ausgehverbot war es am Dienstag und Mittwoch zu heftigen Protesten gekommen, bei denen es Krawalle gab. Die EU-Kommission hatte angesichts der Unruhen zur Deeskalation aufgerufen und gemahnt, auch während der Corona-Pandemie Grundrechte und Freiheiten nicht unverhältnismäßig einzuschränken. (dpa)

Quarantäne-Pflicht in England für Reisende aus Deutschland endet 

Reisende aus Deutschland müssen sich ab Freitag bei einer Einreise nach England nicht mehr in Corona-Quarantäne begeben. Auch für Ankömmlinge aus Frankreich, Spanien und Italien gilt die Sicherheitsmaßnahme zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus dann nicht mehr. Die Vorschrift, wonach Einreisende sich für zwei Wochen in Isolation begeben müssen, war am 8. Juni für ganz Großbritannien in Kraft getreten. (AFP)

1,3 Millionen neue Arbeitslose in den USA wegen Corona-Krise 

In den USA haben inmitten der Coronavirus-Krise weitere 1,3 Millionen Menschen ihren Job verloren. Wie das US-Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte, meldeten sich in der vergangenen Woche 1,314 Millionen Menschen neu arbeitslos. Damit setzte sich der Rückgang bei der Zahl der Neuanmeldungen fort. In der Vorwoche waren etwas mehr als 1,4 Millionen Menschen entlassen worden. (AFP)

 Keine Entscheidung über Betriebsaufnahme bei Tönnies

Über eine Wiederaufnahme der Produktion am Hauptstandort des Fleischproduzenten Tönnies ist noch keine Entscheidung gefallen. Nach Beratungen über ein Hygienekonzept des Branchenführers am Donnerstag in Gütersloh sagte die Detmolder Regierungspräsidentin Judith Pirscher (FDP) vor Journalisten, für eine Gesamtbewertung sei es noch zu früh. Wann das Werk in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh wieder die Produktion anlaufen lassen könne, sei noch unklar. „Wir haben alle ein großes gemeinsames Ziel: Sicherheit vor Schnelligkeit“.

Das „zweite große Ziel“ sei, das man „gemeinsam wieder ins Geschehen kommt.“ In dem rund vierstündigen Arbeitstreffen sei vereinbart worden, Techniker auf das Betriebsgelände zu schicken. Sie sollten „verschiedene Maßnahmen zum vorbereitenden Infektionsschutz montieren“. Details nannte die Regierungspräsidentin zunächst nicht. An der nicht-öffentlichen Sitzung hatten auch Vertreter weiterer Behörden, Unternehmen und Hygiene-Experten teilgenommen.

Nach einem Corona-Massenausbruch war das riesige Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück vor drei Wochen - verfügt zunächst bis 17. Juli - geschlossen worden. Rund 1400 Arbeiter des Werks hatten sich nachweislich mit dem Virus infiziert. Vor der Schließung des Werkes wurden nach früheren Angaben täglich etwa 20 000 bis 25 000 Schweine dort geschlachtet. (dpa)

Corona-Ausgangssperre für Melbourne in Kraft: Mehr als fünf Millionen Menschen betroffen

Wegen eines starken Anstiegs von Coronavirus-Infektionen gilt für die Einwohner der australischen Metropole Melbourne seit Donnerstag erneut eine Ausgangssperre. Die mehr als fünf Millionen Bewohner der zweitgrößten Stadt des Landes dürfen seit Mitternacht ihre Häuser nur noch aus wichtigen Gründen verlassen. Die Ausgangssperre gilt für mindestens sechs Wochen.

Für Teile von Melbourne galt, unter anderem wegen neuer Infektionsherde in mehreren Hochhäusern, bereits eine Ausgangssperre bis Ende Juli. Nun wurde die Maßnahme auf die gesamte Metropolregion ausgeweitet.

Die Betroffenen dürfen wieder nur für ihre Arbeit, Sport im Freien, Arztbesuche und unabdingbare Einkäufe nach draußen, Restaurants und Cafés dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen verkaufen. Auch der Schulunterricht findet wieder zu Hause statt. (AFP)

Statistik: Sterberate durch Corona in Österreich kaum gestiegen

In der Coronakrise ist die Sterberate in Österreich laut Statistik bisher nur geringfügig gestiegen. Im März und April sei die altersstandardisierte Sterberate nur ein Prozent höher gewesen als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums der Jahre 2015 bis 2019, teilte die Behörde Statistik Austria am Donnerstag mit. Im März und April habe die Sterblichkeit mit einem Wert von 167,1 auf 100.000 Personen zwar etwas über dem Jahr 2019 gelegen (162,4 auf 100.000 Personen), aber unter den Zahlen der Jahre 2015 und 2018.

Die altersstandardisierte Sterberate berücksichtigt die Veränderung der Bevölkerungsstruktur, zum Beispiel in dem sie den wachsenden Anteil der älteren Menschen einberechnet.

Die Steigerung war den Angaben zufolge nur ein kurzzeitiger Effekt. Zwar sei die Sterblichkeit mit Ausbruch der Covid-19-Krise Mitte März in Österreich spürbar angestiegen, so Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas. Nach einem Höhepunkt in der ersten April-Hälfte mit rund 16 Prozent mehr Sterbefällen als im Durchschnitt sei die Sterblichkeit aber wieder auf das Niveau der Vorjahre zurückgegangen.

In Deutschland lag die Übersterblichkeit laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts im gesamten Monat April bei etwa acht Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vier Vorjahre. (dpa)

Covid-19: Südafrikas Gauteng-Provinz plant Zehntausende Gräber

Angesichts der rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen bereitet Südafrikas Wirtschaftszentrum um Johannesburg Zehntausende Gräber vor. Die Gauteng-Provinz - zu der neben Johannesburg auch noch die Hauptstadt Pretoria gehört - wolle auf plötzlichen Bedarf reagieren können, sagte der regionale Gesundheitsminister Bandile Masuku. Am Vortag hatte er einen neuen Friedhof besucht und vor laufender Kamera auf die Frage nach der Zahl der künftigen Grabstätten dort erklärt: „Die Zahl liegt bei rund 24.000, mit einer möglichen Aufstockung auf 36.000. Es sei eine unangenehme Aufgabe. Auch in anderen Kommunen würden Plätze gesucht und Land angekauft.

Das Wirtschaftszentrum rund um Johannesburg hat nun offiziell die Westkap-Provinz um Kapstadt als Schwerpunktregion mit den meisten Fällen abgelöst. Die Provinz Gauteng stellt nach den letzten verfügbaren Zahlen mit 75.015 Fällen ein Drittel aller landesweiten Fälle, die Westkap-Provinz folgt mit 73.292 Fällen. Insgesamt hat Südafrika demnach 224.665 Corona-Fälle gemeldet.

Das Coronavirus hatte sich im Vergleich zu anderen Weltregionen in Afrika bisher relativ langsam verbreitet, und die meisten Regierungen haben rasch strenge Maßnahmen verhängt. Südafrika gilt laut einer Übersicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf dem Kontinent als am stärksten betroffen bei der Zahl der Fälle. (dpa)

Zahl der Gästeübernachtungen liegt im Mai fast 75 Prozent unter Vorjahresniveau

Die Zahl der Gästeübernachtungen ist in Deutschland infolge der Corona-Pandemie auch im Mai deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag aufgrund vorläufiger Ergebnisse mitteilte, zählten die Beherbergungsbetriebe 11,2 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste und damit 74,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Ursache war demnach wie beim historischen Einbruch im April das im März verhängte Beherbergungsverbot für privat reisende Gäste.

"Abgemildert wurde die Entwicklung jedoch dadurch, dass die Betriebe je nach Bundesland ab Mitte bis Ende Mai wieder für diese Gästegruppe geöffnet werden durften", erklärten die Statistiker. Für Geschäftsreisende standen demnach 42 000 der etwa 52 500 statistisch erfassten Beherbergungsbetriebe offen, viele von ihnen boten in der zweiten Monatshälfte auch wieder private Übernachtungen an.

Die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland nahmen den Angaben zufolge im Vergleich zum Mai 2019 sogar um 90,9 Prozent auf rund 700.000 ab. Die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste verringerte sich um 71,5 Prozent auf 10,5 Millionen. Von Januar bis Mai verbuchten die Beherbergungsbetriebe laut den Statistikern insgesamt 88,1 Millionen Übernachtungen, 48,7 Prozent weniger als im Vorjahr. (AFP)

Corona: Schottland-Reisende müssen nicht mehr in Quarantäne

Wer von Deutschland nach Schottland reist, muss dort nicht mehr in eine zweiwöchige Quarantäne. Die Maßnahme werde an diesem Freitag (10. Juli) für internationale Passagiere aus 57 Staaten aufgehoben. Darüber informiert Visit Scotland unter Verweis auf eine Entscheidung der schottischen Regierung.

Zu den 57 Ländern ohne Quarantänepflicht zählen vorerst 26 europäische, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Passagiere aus diesen Staaten müssen jedoch weiterhin ein Online-Formular ausfüllen sowie Kontaktdaten, Reisedaten und Adressen ihres endgültigen Aufenthaltsorts angeben, wie Visit Scotland erläutert. Zuvor hatte bereits England entschieden, die verpflichtende Quarantäne von 14 Tagen für Einreisende aus 59 Ländern zum 10. Juli aufzuheben. Schottland gehört wie England zu Großbritannien. (dpa)

Ifo-Institut: Corona-Rezession trifft ostdeutsche Wirtschaft

Die Corona-Krise hat nach Einschätzung des Dresdner Ifo-Instituts im ersten Halbjahr zu einem massiven Konjunktureinbruch in Ostdeutschland geführt. Demnach sinkt das Bruttoinlandsprodukt im Osten laut Prognose in diesem Jahr um 5,9 Prozent, sagte der Ökonom und stellvertretende Institutsleiter Joachim Ragnitz am Donnerstag. In Sachsen könnte die Wirtschaftsleistung wegen des größeren Industrieanteils sogar um 6,4 Prozent zurückgehen. Die Industrie leide unter deutlichen Produktionsausfällen, vor allem wegen der zeitweisen Störung von Lieferketten, hieß es.

Neben dem verarbeitenden Gewerbe sind vor allem Dienstleister wie Handel und Gastgewerbe von der Krise betroffen. Bundesweit rechnet das Ifo-Institut beim Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr mit einem Minus von 6,7 Prozent. «Das Coronavirus trifft alle Regionen Deutschlands», so Ragnitz. Die Ökonomen gehen allerdings davon aus, dass sich mit den Lockerungen im zweiten Halbjahr auch die Wirtschaft in Ostdeutschland langsam wieder erholt. Das Vorkrisenniveau wird laut Ifo-Institut voraussichtlich aber erst Ende 2021 wieder erreicht. (dpa)

Zahl der täglichen Corona-Infektionen in Mexiko erreicht neuen Höchststand

In Mexiko hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen einen neuen Rekordstand erreicht. In den vergangenen 24 Stunden seien 6995 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Mexiko-Stadt am Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg damit auf 275.003, die Zahl Todesopfer in dem lateinamerikanischen Land beträgt 32.796. Damit ist Mexiko weltweit das am fünftstärksten von der Pandemie betroffene Land.

Hugo López-Gatell vom mexikanischen Gesundheitsministerium, der für die Strategie zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zuständig ist, betonte, dass sich die landesweite Ausbreitung des Virus dennoch verlangsame. Die Epidemie sei weiter "aktiv, aber der Anstieg der Fallzahlen bedeutet nicht, dass sie sich beschleunigt", sagte der Regierungsvertreter bei einer Pressekonferenz.

Im südamerikanischen Peru stieg die Zahl der Corona-Toten derweil auf über 11.000. Nachdem binnen 24 Stunden weitere 181 Infizierte gestorben seien, belaufe sich die landesweite Opferzahl nun auf 11.133, teilte das Gesundheitsministerium in Lima mit. Die Zahl der Infektionen stieg um 3633 auf 312.911.

Damit ist das 33-Millionen-Einwohner-Land nach Brasilien das Land mit den höchsten Infektionszahlen in Lateinamerika. Allerdings ist seine Opferzahl deutlich geringer als in Brasilien und Mexiko. (AFP)

442 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 442 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197 783 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9048 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag.

Bis Dienstag hatten etwa 183 100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden (Stand 8.7., 0.00 Uhr). Das waren etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 8.7., 0.00 Uhr, bei 0,70 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 8.7., 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,84). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Anstieg von Corona-Fällen in Tulsa nach Trump-Kundgebung

Die Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führen den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf einen Wahlkampfauftritt von US-Präsident Donald Trump zurück. Der Auftritt sowie andere Veranstaltungen hätten „mehr als wahrscheinlich“ zu der Zunahme beigetragen, sagte Behördenchef Bruce Dart am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Tulsa. Als Dart auf die Trump-Kundgebung angesprochen wurde, sagte er: „In den vergangenen Tagen hatten wir fast 500 Fälle und wir wissen, dass wir mehrere große Veranstaltungen vor etwas mehr als zwei Wochen hatten.“ Er denke, man könne da einen Zusammenhang herstellen.

Trumps Kundgebung am 20. Juni war die erste seit Beginn der anhaltenden Pandemie und wurde von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt begleitet. Der Präsident war dafür kritisiert worden, Tausende Menschen in einer Halle zu versammeln, in der das Tragen von Masken nicht verpflichtend waren. Auch Trump trägt in der Öffentlichkeit keine Maske. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, begründete das am Mittwoch erneut damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde.

An diesem Samstag will Trump auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire vor Tausenden Anhängern sprechen - diesmal im Freien. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie «freiwillig alle Risiken» übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne erklärte. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber „stark ermuntert“, bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es. (dpa)

Maßnahme in Corona-Krise: Ryanair und Flugbegleiter einigen sich auf Gehaltskürzungen

Die schwer von der Corona-Krise getroffene irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat sich mit dem Kabinenpersonal auf eine Kürzung der Gehälter um bis zu zehn Prozent geeinigt. Mit der Maßnahme sollen die Stellen aller Flugbegleiter in Großbritannien gesichert werden, wie die Gewerkschaft Unite am Mittwoch mitteilte.

"Unite stand einer Reihe unglaublich schwieriger Herausforderungen im Luftfahrtsektor gegenüber", erklärte die stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Diana Holland. "Die Vereinbarung mit Ryanair zeigt, dass der Konzern einen konstruktiveren und weniger schädlichen Ansatz im Umgang mit den Problemen gewählt hat als viele seiner Wettbewerber", fügte sie hinzu.

Die Vereinbarung sieht eine Gehaltsreduzierung für das in Großbritannien angestellte Kabinenpersonal von bis zu zehn Prozent über einen Zeitraum von vier Jahren vor. Ein ähnliches Abkommen hatte der irische Billigflieger bereits mit der Pilotengewerkschaft Balpa erzielt.

Im Mai hatte Ryanair Pläne zum Abbau von 3000 Stellen bekanntgegeben. Zur Begründung nannte das Unternehmen die massiven Einbrüche im Fluggeschäft durch die Corona-Pandemie. Nach Angaben von Ryanair ging die Zahl der Passagiere im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 97 Prozent zurück. Ryanair beschäftigt weltweit 18.000 Mitarbeiter. (AFP)

Corona-Krisenmanagement: Erneut Demonstrationen und Unruhen in Serbien

Ungeachtet des Rückziehers von Präsident Aleksandar Vucic sind in der serbischen Hauptstadt Belgrad und anderen Städten des Balkanlandes am Mittwochabend erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straßen gegangen. Die Polizei setzte nach Medienberichten erneut Tränengas und Knüppel gegen die Demonstranten ein. Auch berittene Polizei kam zum Einsatz. Die Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizisten.

In Belgrad riegelten starke Polizeieinheiten das Zentrum am Abend ab. Gegen Mitternacht flauten die Proteste ab, die Menschenmassen lösten sich nach Medienberichten allmählich auf. Nach ersten Medienberichten wurden mindestens zehn Polizisten verletzt. Das serbische Fernsehen berichtete, dass Kamerateams bei den Protesten in Novi Sad und Nis von Demonstranten angegriffen worden seien.

Die schon seit einigen Tagen dauernden Proteste richten sich gegen geplante drastische Maßnahmen zur Eindämmung der erneut aufgeflammten Corona-Pandemie in Serbien. Präsident Vucic hatte zwar die für das Wochenende geplante Ausgangssperre zurückgenommen, dafür aber andere Maßnahmen des Krisenstabs der Regierung für Donnerstag angekündigt.

In der Zeit des Corona-Ausnahmezustands von Mitte März bis Anfang Mai hatte die Regierung die Ausbreitung der Pandemie mit umfassenden Ausgangssperren bekämpft. Die Infektionszahlen gingen deutlich zurück. Doch seit gut zwei Wochen stecken sich wieder um die 300 Menschen pro Tag nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 an. Besonders die Hauptstadt Belgrad ist betroffen. (dpa)

ZDF-Fernsehrat: TV-Programm darf durch Corona nicht schlechter werden

Der ZDF-Fernsehrat dringt darauf, die Qualität des TV-Programms trotz der Ausfälle und der Verschiebungen durch die Corona-Krise aufrechtzuerhalten. „Das sehen wir als Fernsehrat auch mit einem großen Interesse, dass das Programm nicht schlechter, sondern möglicherweise sogar besser wird“, sagte die Vorsitzende Marlehn Thieme der Deutschen Presse-Agentur.

Der Fernsehrat ist ein Gremium, das sich für die Interessen der Allgemeinheit mit Blick auf die Programmarbeit des ZDF einsetzt. Der Rat setzt sich aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen - darunter Sport, Kirche, Politik, Kultur, Soziales - zusammen und ist nicht an Weisungen gebunden. Thieme betonte, jetzt gelte es, dass trotz Produktionsunterbrechungen und höherer Kosten in der Produktion wie Hygienemaßnahmen „auch gutes und fast mehr Programm passieren muss“. Viele Großereignisse im Sport fallen aus, wie etwa die Fußball-Europameisterschaft, die im Programmplan vorgesehen waren. „Dafür muss man mit Kreativität auch anregendes Programm finden“, warb Thieme. (dpa)

Menschenansammlungen: SPD-Fraktionschef in NRW will technische Lösung

Um Menschenansammlungen während der Corona-Pandemie besser kontrollieren zu können, schlägt der Vorsitzende der SPD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen eine technische Lösung vor. „Wenn belebte Kaufhäuser die Personenanzahl anonymisiert erfassen können, so muss dies technisch auch für belebte Plätze und Orte möglich sein“, sagte Thomas Kutschaty der "Rheinischen Post" (Donnerstag). Man dürfe große Ansammlungen gar nicht erst entstehen lassen. In den vergangenen Wochen hatte die Polizei wegen zu geringen Mindestabstands mehrere Menschenansammlungen in Düsseldorf und Köln aufgelöst. Auch in anderen Städten kam es zu solchen Vorfällen. (dpa)

Umfrage: Verbraucher rechnen mit anhaltenden Corona-Einschränkungen

ie Mehrheit der Deutschen (51 Prozent) rechnet damit, dass die coronabedingten Einschränkungen noch mindestens sechs Monate den eigenen Alltag prägen werden. Jeder vierte befürchtet sogar, dass das Leben auch in mehr als einem Jahr noch nicht wieder "normal" verlaufen wird. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens McKinsey hervor, für die mehr als 1000 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt wurden. Rund 47 Prozent der Befragten erwarten dagegen innerhalb der nächsten sechs Monate eine Rückkehr zur Normalität.

Zurzeit sind die Verbraucher in Deutschland der Umfrage zufolge von Normalität allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet in den nächsten Monaten finanzielle Einbußen durch die Corona-Krise. Und viele sind mit ihren Aktivitäten angesichts der Pandemie noch vorsichtig. So wollen in den nächsten zwei Wochen nur 20 Prozent der Befragten ein Fitnessstudio besuchen und nur 7 Prozent mit dem Flugzeug reisen. Rund 58 Prozent der Befragten wollen überfüllte öffentliche Plätze meiden. (dpa)

+++ 8. Juli +++

Zahl der Corona-Infektionen steigt in Berlin um 35 auf 8536 - Ampel weiterhin auf grün

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in Berlin um 35 auf 8536 gestiegen. Im Krankenhaus würden derzeit noch 87 Patienten behandelt, davon 29 auf der Intensivstation, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend mit. Im Zusammenhang mit Covid-19 starben den Angaben zufolge seit März 216 Menschen, womit sich die Zahl um einen erhöhte. 7828 Infizierte sind inzwischen genesen. Die Corona-Ampel steht laut Gesundheitsverwaltung weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün.

Unter den Bezirken verzeichnet unverändert Mitte mit 1251 die meisten bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2, es folgen Neukölln (1049) und Charlottenburg-Wilmersdorf (860). (dpa)

Spahn: Maskenpflicht "lieber drei Wochen zu spät" aufheben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut vor zu frühen Lockerungen beim Tragen von Alltagsmasken in der Corona-Krise gewarnt. Um das Risiko zu reduzieren, gebe es in bestimmten Situationen eine Maskenpflicht, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in Berlin bei einer Online-Diskussion. Dafür gelte aus seiner Sicht: "Lieber drei Wochen zu spät aufgehoben als drei Wochen zu früh." Masken zu tragen sei nicht immer angenehm, es sei aber im Vergleich zu anderen Beschränkungen ein "relatives mildes Mittel". Wichtig sei dies vor allem, wenn Abstände nicht einzuhalten seien wie etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen. (dpa)

Mehr als drei Millionen bestätigte Coronavirus-Fälle in den USA

In den USA hat die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen die symbolische Schwelle von drei Millionen überschritten. Das sagte Vizepräsident Mike Pence am Mittwoch in Washington. Bislang seien mehr als 39 Millionen US-Bürger auf das neuartige Coronavirus getestet worden. In mehr als drei Millionen Fällen sei der Test positiv ausgefallen.

Laut der Website der Johns-Hopkins-Universität zum Coronavirus wurden bis Mittwochmittag (Ortszeit) knapp 3,01 Millionen Fälle registriert - die mit großem Abstand höchste Zahl weltweit. Demnach starben in den USA bereits mehr als 131.500 Menschen an den Folgen von Covid-19. Auch das ist ein trauriger weltweiter Rekord.

Die Infektionszahlen waren in den vergangenen Wochen in den USA wieder in die Höhe geschnellt. Experten machen dafür unter anderem eine verfrühte Lockerung der Corona-Beschränkungen verantwortlich. US-Präsident Donald Trump drängt seit geraumer Zeit auf eine rasche Rückkehr zur Normalität, um die Wirtschaft im Wahljahr 2020 wieder in Gang zu bringen. (AFP)

Corona-Folgen: Tschechien billigt Rekord-Haushaltsdefizit

Das tschechische Parlament hat ein Rekord-Haushaltsdefizit für dieses Jahr gebilligt, um die Folgen der Corona-Krise zu bewältigen. Es beläuft sich auf 500 Milliarden Kronen, umgerechnet rund 18,8 Milliarden Euro. Ursprünglich war weniger als ein Zehntel dessen vorgesehen. Für den Nachtragshaushalt stimmten am Mittwochabend 104 Abgeordnete, dagegen waren 87. Das Parlament stimmte zudem der Abschaffung der Grunderwerbssteuer zu, um den Immobilienmarkt zu stützen.

Er sei überzeugt, dass Tschechien in Europa mit am besten aus der Krise kommen werde, sagte der Regierungschef und Multimilliardär Andrej Babis. Oppositionspolitiker kritisierten, dass man nicht genau wisse, wofür die Mittel verwendet würden. Dieses Geld müsse mit Zinsen zurückgezahlt werden, sagte der Vorsitzende der liberalen Bürgerdemokraten (ODS), Petr Fiala. Die Regierung habe keinen Plan, wie sie die Wirtschaft wiederbeleben wolle.

Bis Mittwoch gab es in Tschechien 12.775 bestätigte Coronavirus-Infektionen, davon 4419 aktive Fälle, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. 351 Todesfälle wurden mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. (dpa)

Bislang 324 Testungen nach Corona-Fall in Neuruppiner Kita

Im Zusammenhang mit dem Corona-Fall in einer Kita in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) sind bislang 324 Menschen getestet worden. Sieben positive Fälle seien dabei festgestellt worden, teilte der Landkreis am Mittwoch mit. Rund 350 Kontaktpersonen konnten ermittelt werden. Das Ende der Fahnenstange sei damit aber noch nicht erreicht, hieß es. Es würden weitere Kontakte gesucht.

Am 1. Juli war die Infektion einer Mitarbeiterin der Kita bekannt geworden. Inzwischen sind nach den Angaben zwei Kinder und fünf Erwachsene mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Der jüngste Patient ist zwei Jahre alt, der älteste 64 Jahre. Die Kindertagesstätte bleibt vorerst geschlossen. (dpa)

Covid-19 bei Gesundheitsberufen häufig als Berufskrankheit anerkannt

In Deutschland haben einem Medienbericht zufolge gesetzliche Unfallversicherer in fast 6000 Fällen Covid-19 als Berufskrankheit anerkannt. Bis zum 3. Juli sind 5762 Covid-19-Fälle von Menschen anerkannt worden, die sich während ihrer beruflichen Tätigkeit mit dem Coronavirus infizierten, wie die "Ärzte Zeitung" am Mittwoch unter Berufung auf Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) berichtete. Nach Angaben der DGUV sind alle Betroffenen im Gesundheitswesen tätig.

Zudem waren zwischen März und Mai 2020 Beschäftigte im Gesundheitswesen am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK am Mittwoch mitteilte. In Berufen der Altenpflege sei die Fehlzeiten-Rate mit 1283 Betroffenen je 100.000 AOK-versicherten Beschäftigten so hoch wie in keinem anderen Beruf. Ähnlich hoch sei die Rate in der Gesundheits- und Krankenpflege mit 1237 Betroffenen je 100.000 Beschäftigten. Der Durchschnittswert liege bei lediglich 474 Betroffenen je 100.000 AOK-versicherten Beschäftigten. (dpa)

Katalonien führt ungewöhnlich strenge Maskenpflicht ein

Katalonien hat wegen lokaler Corona-Ausbrüche eine ungewöhnlich strenge Maskenpflicht angeordnet. Von diesem Donnerstag an müssen in der nordostspanischen Region alle Personen ab dem Alter von sechs Jahren in der Öffentlichkeit selbst dann einen Mund- und Nasenschutz tragen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann. Das teilte Regionalpräsident Quim Torra am Mittwoch in der Regionalhauptstadt Barcelona mit. Bei Verstößen wird ein Bußgeld von 100 Euro fällig.

Ob Katalanen und Besucher der Region zum Beispiel auch in Cafés und Restaurants Maske tragen müssen, blieb zunächst unklar. Die regionale Gesundheitsministerin Alba Vergés sagte, die Maskenpflicht entfalle nur dort, wo sie sich nicht mit einer Tätigkeit vereinbaren lasse. Als Beispiel nannte sie Sport oder den Strand. Aber auf dem Weg ans Meer oder zum Sport müsse eine Maske getragen werden. Eine zeitliche Limitierung der Maßnahme wurde nicht bekannt. (dpa)

Brandenburgs Wirtschaftsminister sieht Krise noch nicht überstanden

Die Situation der Unternehmen in Brandenburg ist nach Ansicht von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) in einigen Branchen weiter schwierig. "Die Wirtschaft fährt erst nach und nach wieder hoch", sagte er am Mittwoch. "Und in manchen Bereichen gibt es noch immer erhebliche Einschränkungen und Auswirkungen der Pandemie." Steinbach nannte die Gastronomie, Reisebüros sowie die Bereiche Veranstaltungsmanagement und Veranstaltungslogistik als Beispiele. Deshalb sei es notwendig, dass der Bund diesen Unternehmen mit seiner Überbrückungshilfe unter die Arme greife. (dpa)

Oberverwaltungsgericht NRW: Betriebsverbot für Clubs und Diskotheken rechtmäßig

Das aktuelle Betriebsverbot für Clubs und Diskotheken in Nordrhein-Westfalen zum Schutz vor Corona ist laut dem Oberverwaltungsgericht des Landes rechtmäßig. Das entschied das OVG am Mittwoch nach der Klage einer Kölner Diskothek-Betreiberin, wie das Gericht mitteilte. Es sei nicht zu beanstanden, wenn das Land annehme, dass in Clubs und Diskotheken ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe. Besucher hielten sich dort dicht aneinander gedrängt auf oder tanzten - und das in üblicherweise schlecht belüfteten Räumen und bei häufig wechselnden Gästen.

Das OVG geht auch nicht davon aus, dass die Einhaltung des Mindestabstands und das Tragen einer Gesichtsmaske bei einer Öffnung von Clubs und Diskotheken realistisch wäre. Die branchenweite Untersagung des Betriebs nach der Coronaschutzverordnung NRW sei daher rechtlich nicht zu beanstanden. Die Antragstellerin hatte argumentiert, dass die fortdauernde Anordnung der Betriebsschließung ohne angemessenen finanziellen Ausgleich rechtswidrig sei. Der OVG-Beschluss ist nicht anfechtbar. (dpa)

US-Eliteuniversitäten klagen gegen drohende Ausweisung ausländischer Studenten

Die US-Eliteuniversitäten Harvard und Massachusetts Institute of Technology (MIT) gehen juristisch gegen die drohende Ausweisung ausländischer Studenten vor, die wegen der Coronavirus-Pandemie nur an Online-Kursen teilnehmen können. Die beiden Hochschulen reichten am Mittwoch Klage gegen das Heimatschutzministerium und die Einwanderungsbehörde ICE ein. Sie verlangen, dass die Regeländerung zu internationalen Studenten für ungültig erklärt wird.

Die Einwanderungsbehörde hatte am Montag erklärt, ausländische Studenten mit einem Visum des Typs F1 oder M1 dürften nicht in den USA bleiben, wenn sie vom Herbst an nur an Online-Kursen ihrer Hochschulen teilnehmen. Sie müssten das Land verlassen oder an eine Universität wechseln, an der Präsenz-Unterricht stattfinde. Den Studenten drohe andernfalls ein Abschiebeverfahren. (AFP) 

EU genehmigt Corona-Stabilisierungsfonds des Bundes

Die EU-Kommission hat den von der Bundesregierung eingerichteten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zur Unterstützung von Unternehmen in der Corona-Krise genehmigt. Der Fonds erfülle die Voraussetzungen für die wegen der Pandemie gelockerten EU-Bestimmungen für staatliche Beihilfen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Die Bundesregierung hat den Fonds bereits für das Unterstützungspaket für die Lufthansa genutzt.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) begrüßte die Zustimmung der EU-Kommission. Der WSF sei ein "wichtiger Baustein" im Corona-Hilfsprogramm der Bundesregierung, erklärte Scholz. "Der Fonds ist mit der nötigen Finanzkraft ausgestattet, um unsere Volkswirtschaft, Arbeitsplätze und Unternehmen zu schützen." Das sei eine "gute Nachrichten" für alle Unternehmen und deren Beschäftigte, die durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds richtet sich an große Unternehmen, die entsprechend umfassende Hilfspakete benötigen. Er enthält 100 Milliarden Euro für Kapitalmaßnahmen - etwa stille Beteiligungen oder der Erwerb von Anteilen an Unternehmen - sowie 400 Milliarden Euro für Bürgschaften. (AFP)

Corona-Krise: Iran verbietet Hochzeits- und Trauerfeiern

Wegen der steigenden Fallzahlen im Iran hat Präsident Hassan Ruhani ein Verbot für Hochzeitsfeiern und Trauerzeremonien angeordnet. „Bis auf weiteres sind beide verboten“, sagte Ruhani bei der Kabinettssitzung am Mittwoch. Außerdem sollte die Maskenpflicht an öffentlichen Orten unbedingt eingehalten werden. „Nur so können wir entspannt in den Herbst starten“, fügte der Präsident nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna hinzu.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben sich landesweit Tausende Iraner bei Hochzeitsfeiern und Trauerzeremonien mit dem Coronavirus infiziert, weil die Hygienevorschriften ignoriert wurden. Neben öffentlichen Verkehrsmitteln gehörten diese Feiern zu den gefährlichsten Orten für Neuinfektionen, so das Ministerium. (dpa)

USA melden Rekord von rund 60.000 neuen Corona-Fällen 

Mit rund 60.000 Corona-Infektionen binnen 24 Stunden haben die USA einen Höchststand bei den Neu-Ansteckungen erreicht. Das geht aus Zahlen hervor, die die Johns-Hopkins-Universität am Mittwochmorgen veröffentlichte. Den zuvor höchsten Wert verzeichnete Johns-Hopkins mit gut 54.000 Fällen am vergangenen Donnerstag.

Insgesamt zählt das Land demnach mehr als 2,996 Millionen Fälle (Stand: 8.7.; 9.57 Uhr). Mehr als 131.000 Menschen starben an oder im Zusammenhang mit dem Virus. (dpa)

397 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 397 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197 341 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 8.7., 0.00 Uhr).  Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,81 (Vortag: 0,97). (dpa)

Versammlungen mit bis zu 100 Personen in Dänemark wieder erlaubt 

In Dänemark können sich seit Mittwoch wieder bis zu 100 Menschen am selben Ort versammeln. Gemäß einer vor einem Monat getroffenen Vereinbarung zwischen der dänischen Regierung und den Parlamentsparteien wird die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen von 50 auf 100 angehoben. Zum 8. August soll dieser Wert auf 200 gesteigert werden. Für Veranstaltungen mit gewissen Sitzplatzkapazitäten - wie etwa Ligaspiele der obersten dänischen Fußballliga - gelten bereits Ausnahmen. Auch politische Demonstrationen sind von den Beschränkungen ausgenommen, was zu einer größeren Debatte geführt hatte, als am 7. Juni knapp 15 000 Menschen in Kopenhagen gemeinsam gegen Rassismus demonstriert hatten.

Von Mitte März bis zum 8. Juni waren in Dänemark öffentliche Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern verboten gewesen, nachdem das Land zu Beginn der Corona-Pandemie strikte Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus eingeführt hatte. Seitdem haben die Dänen große Fortschritte erzielt, um die Infektions- und Todesfallzahlen zu verringern. Ihre Schulen, Geschäfte und Restaurants wurden bereits im April und Mai wieder geöffnet. (dpa)

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh sinkt weiter

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Kreis Gütersloh ist weiter gesunken und nähert sich den Werten anderer Regionen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 28,6. Als Grenzwert für neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens gilt der Wert 50. Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 35,4. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück lag der Wert bei 270,2. (dpa)


+++ 7. Juli +++

40 neu registrierte Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin gibt es 40 neue registrierte Corona-Infektionen. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit März auf 8501, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagabend mitteilte. Im Krankenhaus behandelt werden derzeit noch 109 Patienten, 31 von ihnen auf der Intensivstation. 215 Corona-Patienten sind seit März in der Hauptstadt gestorben. Somit kam seit Montag kein weiterer Todesfall hinzu. Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün.

Bei den Indikatoren geht es um die Reproduktionszahl - sie zeigt die Dynamik des Infektionsgeschehens - sowie um Neuinfektionen und um den benötigte Platz für Covid-Patienten auf Intensivstationen.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Thüringen verlängert Anti-Corona-Maßnahmen bis Ende August

Die Maskenpflicht und ein Großteil der Anti-Corona-Maßnahmen sollen in Thüringen bis Ende August verlängert werden. Darauf verständigte sich das Kabinett, wie ein Sprecher der Thüringer Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. Auch das Abstandsgebot von 1,5 Metern soll bestehen bleiben. Kleinere Änderungen sieht die neue Grundverordnung aber vor. So ist unter anderem geplant, dass Geschäfte und Kultureinrichtungen Menschen mit Erkältungssymptomen den Zutritt nicht mehr verweigern müssen.

Außerdem entfällt für Gastwirte die Pflicht, auch im Außenbereich ihrer Wirtschaft die Kontaktdaten der Gäste einzusammeln. Für geschlossene Räume bleibt diese Pflicht bestehen. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollen künftig zwei Besucher pro Patient oder Bewohner möglich sein. (dpa)

Sachsen erwägt Zulassung von Zuschauern in Stadien ab September

In Sachsen könnten vom 1. September an wieder Zuschauer in den Fußballstadien und Hallen zugelassen werden. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Demnach würden dann Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern möglich sein, allerdings unter Einhaltung von Hygieneregeln und der Kontaktverfolgung. „Was noch nicht gelten wird ist, dass das Stadion voll ist“, sagte die Ministerin. Beschlossene Sache ist das jedoch noch nicht.

Für den Fall des Beschlusses der neuen Schutzverordnung würden neben Bundesligist und Champions-League-Viertelfinalist RB Leipzig auch die anderen sächsischen Vereine profitieren, die zum großen Teil von Zuschauereinnahmen abhängig sind. Das betrifft in erster Linie die Drittliga-Clubs Dynamo Dresden und FSV Zwickau.

Bei RB Leipzig ist man darauf bereits vorbereitet. „Wir haben ein Konzept für Spiele mit Zuschauern für die neue Saison entwickelt und dies mit dem Gesundheitsamt Leipzig diskutiert“, hatte Ulrich Wolter, Director Operations bei RB, in der vergangenen Woche angekündigt. Demnach trägt das Gesundheitsamt das Konzept, was zunächst mit etwa der Hälfte der Zuschauer beginnen würde, grundsätzlich mit, wenn sich die Pandemielage weiter so positiv entwickelt. Für die Red Bull Arena entspräche das einer Kapazität von etwa 21.000 Zuschauern. (dpa)

UN: Corona-Krise vernichtet weltweit jahrzehntelangen Fortschritt

Die weltweite Corona-Pandemie wirft die Menschheit in Armutsbekämpfung, Gesundheitswesen und Bildung nach einem neuen UN-Bericht um Jahrzehnte zurück. Bereits Ende des vergangenen Jahres habe die Menschheit beim Erreichen der bis 2030 definierten UN-Nachhaltigkeitsziele hinterhergehangen, erklärten die Vereinten Nationen am Dienstag. „Wegen Covid-19 bedroht nun eine nie gesehene Gesundheits-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrise Leben und Existenzgrundlagen, was das Erreichen der Ziele noch mehr zur Herausforderung macht“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Dienstag.

Unter anderem würden voraussichtlich 71 Millionen Menschen in diesem Jahr wieder in Armut zurückfallen, heißt es in der neuesten Ausgabe des jährlichen UN-Berichts zu den 17 Nachhaltigkeitszielen, die sich die Weltgemeinschaft 2015 gegeben hatte. Es wäre der erste Anstieg seit 1998. Auch bei der Kinderarbeit könnte es erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Anstieg geben. Die UN sagen zudem weltweit Hunderttausende Tote durch Probleme bei Gesundheits- und Impfversorgung voraus. Überproportional oft seien weltweit Arme, Menschen mit Behinderungen und häufig auch Frauen von der Corona-Krise betroffen.

Mehr als eine Milliarde Menschen in Slums würden die Krise wegen fehlenden Wasseranschlüssen daheim, wegen geteilter Toiletten und überfülltem öffentlichen Verkehrsmitteln besonders spüren. Schulschließungen hätten 90 Prozent aller Schüler weltweit betroffen, rund 1,57 Milliarden Kinder und Jugendliche. 370 Millionen davon haben deshalb auch für sie lebensnotwendiges Schulessen verpasst. (dpa)

WHO: Ausmaß von Luftübertragung von Coronaviren noch unklar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sehr zurückhaltend auf einen Vorstoß von Experten reagiert, die das Übertragungsrisiko des Coronavirus in der Luft für unterschätzt halten. Die WHO sei aufgeschlossen gegenüber neuen Datenlagen in diesem Feld, müsse aber sehr behutsam vorgehen, bevor sie Schlüsse ziehe, sagte die WHO-Expertin Benedetta Allegranzi auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Genf.

Es gebe nichts zu rütteln an den bestehenden Empfehlungen, die Abstand vorsehen sowie das Tragen von Masken, wenn dieser nicht einzuhalten sei. Die Organisation sichtet laut Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan im Durchschnitt täglich 500 Publikationen unterschiedlicher Qualität.

Rund 240 Wissenschaftler, darunter auch Ingenieure, hatten Anfang der Woche ein Schreiben in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Sie werfen darin Gesundheitsbehörden, darunter der WHO, vor, in ihren Empfehlungen das Ansteckungsrisiko durch kleinste Teilchen, sogenannte Aerosole, in der Luft zu vernachlässigen. „Wir sollten genauso viel Betonung auf Masken und Belüftung legen wie auf das Händewaschen“, sagte eine beteiligte Forscherin, die Aerosol-Expertin Linsey Marr, der „New York Times“. „Soweit wir das beurteilen können, ist das genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.“

Studien ließen kaum Zweifel daran, so schreiben die Wissenschaftler weiter, dass Sars-CoV-2 sich genauso wie bereits erforschte verwandte Viren durch Atmen und Sprechen in winzigsten Tröpfchen in der Luft verteile. Besonders volle, unzureichend durchlüftete Räume, in denen Menschen sich lange aufhalten, seien demnach ein Risiko. Die Übertragung über Aerosole sei die einzige Erklärung für mehrere Ausbrüche, bei denen einzelne Infizierte viele Menschen ansteckten - teils trotz Einhaltung der Hygieneregeln, die die Ansteckung durch größere Tröpfchen oder im direkten Kontakt verhindern sollten.

Die Experten empfehlen deshalb neben der Vermeidung von hoher Menschendichte, etwa in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Arbeitsplätzen oder Krankenhäusern vor allem auf Durchlüftung mit frischer Außenluft zu achten. Auch hocheffiziente Luftfilter oder UV-Lampen, die Erreger abtöten, sollten genutzt werden. (dpa)

Erstes Bundesland in Österreich führt Maskenpflicht wieder ein

In Österreich führt als erstes Bundesland Oberösterreich nach einem spürbaren Anstieg der Corona-Infektionen die Maskenpflicht wieder ein. Von Donnerstag an müssten die Bürger wieder einen Mund-Nasen-Schutz unter anderem beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch tragen, sagte Landeschef Thomas Stelzer (ÖVP) am Dienstag in Linz. Die Gäste von Lokalen würden auf freiwilliger Basis gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. „Es ist ein Anstieg, der uns besorgt und uns natürlich auch nicht tatenlos zusehen lässt“, sagte Stelzer.

Im Bundesland seien aktuell 427 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Laut Behörden sind rund 3000 Menschen unter Quarantäne. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viel Personen durch einen Infizierten angesteckt werden, liege bei 2,0. „Das ist einfach zu viel“, sagte Stelzer. In ganz Österreich liegt dieser Wert laut Stelzer bei 1,37. Oberösterreich ist mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern bevölkerungsmäßig das drittgrößte Bundesland.

Die Verordnung trete zunächst ohne zeitliche Begrenzung in Kraft, sagte Stelzer. Die Maßnahme sei mit der Bundesregierung und Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) abgestimmt. Sie solle dazu dienen, schärfere Schritte wie einen Lockdown im Bundesland zu vermeiden. „Wir setzen darauf, dass das gelingen wird.“ Ein wesentlicher Cluster sei weiterhin im Umfeld einer Freikirche zu verorten, hieß es.

Schon seit vergangenem Freitag hat das Bundesland seine Schulen und Kindergärten wieder geschlossen. Stelzer warnte nach Erfahrungen mit Infizierten vor heimkehrenden Urlaubern aus dem Westbalkan. Hier bestehe offenbar eine erhöhte Gefahr. Österreich hat für die sechs Länder des Westbalkans bereits die höchste Reisewarnstufe verhängt. (dpa)

US-Biotech-Unternehmen Novavax bekommt 1,6 Milliarden Dollar für Corona-Impfstoff

Die US-Regierung zahlt dem Biotech-Unternehmen Novavax 1,6 Milliarden Dollar für die Entwicklung und Herstellung eines neuen Coronavirus-Impfstoffs. Die Regierung sichert sich damit 100 Millionen Impfdosen, wie das Gesundheitsministerium in Washington am Dienstag mitteilte. Erste klinische Versuche mit dem experimentellen Impfstoff namens NVX-CoV2373 hatten im Mai begonnen. Die entscheidende dritte Phase soll im Herbst beginnen.

Die US-Regierung fördert mit dem milliardenschweren Programm „Operation Warp Speed“ eine Reihe von Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen, die an der Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen arbeiten. Ziel ist die Produktion von 300 Millionen Impfdosen.

Aus dem Fördertopf gingen bereits 1,2 Milliarden Dollar an den Pharmakonzern AstraZeneca, der bei der Entwicklung eines Impfstoffes mit der Oxford-Universität kooperiert, 483 Millionen Dollar an das Biotech-Unternehmen Moderna und 456 Millionen Dollar an den Pharmakonzern Johnson & Johnson. Nun wurde das in Gaithersburg im US-Bundesstaat Maryland ansässige Biotech-Unternehmen Novavax in das Programm aufgenommen - und erhielt mit 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) die bislang größte Summe.

Das US-Gesundheitsministerium gab am Dienstag zudem eine Förderung von 450 Millionen Dollar für das US-Biotech-Unternehmen Regeneron für das experimentelle Covid-19-Medikament REGN-COV2 bekannt. Damit sichert sich die Regierung die künftige Produktion des Mittels, das auf Antikörpern basiert. Das Medikament wird derzeit noch getestet. (AFP)

Brandenburg: Verbot von Großveranstaltungen verlängert

Brandenburgs Landesregierung hat das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern entsprechend einer Vereinbarung von Bund und Ländern vorerst bis Ende Oktober verlängert. Darauf habe sich das Kabinett am Dienstag verständigt, teilte die Staatskanzlei mit.

Die Verlängerung des Verbots von Volksfesten, Konzerten oder Sportevents sei zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung erforderlich, da bei derartigen Veranstaltungen Menschen aus verschiedenen Regionen auf engem Raum zusammen kämen. Zudem sei die Rückverfolgung von Kontaktpersonen extrem schwierig. (dpa)

Landrat will Tönnies Kosten von Corona-Ausbruch in Rechnung stellen

Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer will das Unternehmen Tönnies für die entstandenen Kosten durch den massiven Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Rheda-Wiedenbrück in die Pflicht nehmen. Immerhin habe das Unternehmen von Clemens Tönnies viele Kosten im Kreis Gütersloh verursacht. „Irgendwann wird ihm diese Rechnung auch präsentiert werden, zumindest das, was wir als Kreisverwaltung an Kosten hatten“, sagte der CDU-Politiker ohne eine Summe zu beziffern am Dienstag. „Herr Tönnies hat sich ja bereit erklärt, die Kosten für die Testungen zu übernehmen. Der Deckel wird mit Sicherheit größer werden“, sagte Adenauer. Auch eine gerichtliche Auseinandersetzung über die Kostenübernahme schloss der Landrat nicht aus.

Seit Anfang der Woche beraten Behördenvertreter des Kreises wie der Stadt Rheda-Wiedenbrück sowie der Bezirksregierung Detmold mit Fachleuten und dem Unternehmen über das von Tönnies vorgelegte Hygienekonzept zur schrittweisen Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs. Am Dienstag fanden dazu Begehungen auf dem Werksgelände statt. „Wir wollen wirklich in jeden Winkel hineinschauen“, erklärte der Landrat. Auch das Amt für Arbeitsschutz, das Gesundheitsamt und Veterinäre seien dabei.

„Ich wage überhaupt keine Prognose, wann das Werk wieder arbeiten wird, wie es arbeiten wird“, sagte Adenauer. Das Hygienekonzept gehe „in Teilen in die richtige Richtung. Erfüllt aber noch längst nicht alles, was erforderlich ist. Da muss das Unternehmen noch nacharbeiten und ich gehe davon aus, dass das Unternehmen das auch tun wird“, so Adenauers Einschätzung. Die Schließungsverfügung läuft bis zum 17. Juli. „Wenn man dieses Datum einhalten will, dann muss sich die Firma in die Hände spucken“, sagte Adenauer. Im Fokus stehen demnach die Belüftung aber auch die Frage, wie man sicherstellen könne, dass Abstandsregeln und Mundschutzpflicht eingehalten werden. (dpa)

Rund 1000 Menschen im nordrhein-westfälischen Euskirchen in Corona-Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch in einer mennonitischen Großfamilie im nordrhein-westfälischen Landkreis Euskirchen haben die Behörden rund 1000 Menschen in häusliche Quarantäne geschickt. Betroffen seien alle Mitglieder der örtlichen Mennoniten-Gemeinde und deren Kinder, wie das Landratsamt am Dienstag mitteilte. Die Schule der Gemeinde sei geschlossen worden, auch Gottesdienste seien zunächst verboten. Noch diese Woche sollen alle Betroffenen getestet werden.

Die Maßnahmen wurden demnach angeordnet, weil die Mitglieder der Großfamilie in den Tagen vor dem Bekanntwerden ihrer Ansteckungen noch Gottesdienste sowie die Gemeinde-Schule besuchten. Es könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere Menschen angesteckt hätten, erklärte der Landkreis. Alle Beteiligten und die Gemeinde verhielten sich kooperativ und unterstützten das Vorgehen „aktiv“.

Von dem Ausbruch betroffen war eine kinderreiche Familie von Mitgliedern der evangelischen freikirchlichen Gemeinde. Die Mutter muss laut Behörden in einem Krankenhaus behandelt werden. Weitere elf Familienangehörigen sind infiziert, zeigen allerdings keine oder nur leichte Symptome. Zunächst war das Virus demnach bei der Mutter festgestellt worden. Anschließende Tests ergaben, dass auch fast alle anderen Familienmitglieder angesteckt waren. (AFP)

Oberverwaltungsgericht: Maskenpflicht zur Corona-Bekämpfung ist rechtmäßig

Die zur Corona-Bekämpfung angeordnete Maskenpflicht ist laut Gerichtsurteil rechtmäßig. Diese Pandemie stelle eine erste Gefahr dar, die das Einschreiten des Staates weiterhin gebiete, teilte das Oberverwaltungsgericht in Koblenz am Dienstag seinen Beschluss mit (Az. 6 B 10669/20.OVG).

Zwar sei die Zahl der festgestellten Neuinfektionen rückläufig, es bestehe aber weiter die Gefahr einer Verbreitung und damit einer Überlastung des Gesundheitswesens. Die Gefährdung für die Bevölkerung werde weiterhin als hoch eingeschätzt. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gehöre zu den zentralen Instrumenten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Ein Mann aus dem Kreis Mayen-Koblenz hatte sich mit einem Eilantrag gegen die entsprechende Verordnung gewandt, das Verwaltungsgericht lehnte seinen Antrag ab. Die Beschwerde gegen diese Entscheidung wies nun das Oberverwaltungsgericht zurück. (dpa)

Corona: Gericht bemängelt Unterbringung in Gemeinschaftsunterkunft

Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat die Unterbringung eines Asylbewerbers in einer brandenburgischen Gemeinschaftsunterkunft mit Blick auf das Corona-Abstandsgebot bemängelt. Seine Wohnverhältnisse ständen nicht in Einklang mit der derzeit gültigen brandenburgischen Sars-CoV-2-Umgangsverordnung, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Beschluss.

Durch den„ Verbleib in einem Gemeinschaftszimmer mit beliebigen Dritten, in dem das Abstandsgebot (...) nicht einzuhalten ist“, sei der Mann in der Unterkunft in Müncheberg (Märkisch-Oderland) „einem erhöhten Risiko“ ausgesetzt, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Über den Fall hatte zuvor die „Märkische Oderzeitung“ (Dienstag) berichtet.

Der alleinreisende Geflüchtete lebt gemeinsam mit zwei anderen Bewohnern in einem 24,38 Quadratmeter großen Zimmer, das noch zwei weitere Bewohner als Durchgangszimmer nutzen. Der Mann hatte sich vor Gericht gegen die Wohnsitzauflage gewendet und wollte während der Corona-Pandemie außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden. Darauf besteht jedoch laut Gericht kein Anspruch - der Antrag des Mannes wurde abgelehnt. Er könne jedoch eine Einzelunterbringung beantragen, so der Hinweis des Richters. Das Sozialministerium will jetzt den Beschluss prüfen, in erster Linie sei jedoch die Kommune zuständig. (dpa)

Top-Experte Fauci warnt: Corona-Situation in den USA „nicht gut“

Einer der führenden Gesundheitsexperten der USA hat sich angesichts des raschen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen im Süden und Westen des Landes besorgt gezeigt. Die gegenwärtige Lage sei „wirklich nicht gut“ und erfordere „sofortiges“ Handeln, sagte der Immunologe Anthony Fauci am Montag in einem Live-Chat. Die USA hätten die Pandemie nie unter Kontrolle gebracht und steckten daher immer noch in der ersten Welle des Virus, sagte Fauci. Die Wiederöffnung der Wirtschaft und die nötigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus dürften nicht als Widerspruch gesehen werden, mahnte er.

Die Zahl der Neuinfektionen ist seit Mitte Juni infolge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch angestiegen. Seit einer Woche melden US-Behörden im Schnitt fast 50.000 Neuinfektionen pro Tag, vor allem aus den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien. Für Sonntag waren Daten der Universität Johns Hopkins zufolge 49.200 Neuinfektionen gemeldet worden. Für Montag gaben die Forscher die Zahl mit rund 45.000 an. Das Niveau bleibt damit aber deutlich höher als zum bisherigen Höhepunkt der Pandemie zwischen März und Mai, als die USA täglich zwischen 25.000 und 35.000 Neuinfektionen erfassten.

Fauci sagte, die „ernste“ Lage erfordere dringendes Handeln, um das Virus langfristig einzudämmen. „Wir werden das schaffen.“ Er betonte, die klinischen Studien für die Erprobung möglicher Impfstoffe machten gute Fortschritte. Der Experte hatte zuvor erklärt, es könne vielleicht schon Anfang nächsten Jahres eine Impfung geben. (dpa)

Zwei neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Brandenburg wächst weiter leicht. Von Montag auf Dienstag seien zwei neue bestätigte Fälle gezählt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Allerdings kamen insgesamt fünf neue Fälle hinzu - drei im Landkreis Märkisch-Oderland und je zwei in den Landkreisen Oder-Spree und Teltow-Fläming. Weil aber drei Infektionen im Kreis Dahme-Spreewald bei einer Korrektur abgezogen wurden, erhöhte sich die Zahl unterm Strich um zwei Fälle.

Seit Anfang März zählte das Land 3501 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Seitdem starben 172 Corona-Patienten. Als genesen gelten rund 3230 Menschen - 10 mehr als am Vortag -, als erkrankt rund 100. (dpa)

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh deutlich unter Grenzwert

Nach etlichen Coronavirus-Fällen beim Fleischverarbeiter Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh deutlich unter den Grenzwert gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 35,4. Als Grenzwert gilt der Wert 50.
Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 50,5 und damit knapp über der Grenze. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2.

Bereits am Montag hatte das Oberverwaltungsgericht Münster die von der Landesregierung verfügten Corona-Einschränkungen im Kreis Gütersloh gekippt. Das zuständige Gesundheitsministerium hätte nach der Verbreitung des Virus bei Tönnies inzwischen eine differenziertere Regelung erlassen müssen, die Einschränkung des öffentlichen Lebens für den ganzen Kreis sei nicht mehr verhältnismäßig, erklärte das Gericht.

Die Beschränkungen wären ohnehin in der Nacht zum Mittwoch ausgelaufen - die Landesregierung hatte die Auflagen bis Mittwoch um Mitternacht befristet. Eine Verlängerung wäre möglich gewesen, galt angesichts der rückläufigen Infektionszahlen aber als unwahrscheinlich. (dpa)

Weiter Kritik an Beschränkung des Corona-Bonus auf Altenpflege

Dass nur Personal in der Altenpflege einen Bonus für die besonderen Belastungen in der Corona-Krise bekommen soll, sorgt weiter für Kritik. „Die Betroffenen empfinden es zu Recht als ungerecht, dass der Pflegebonus nicht in der Krankenpflege ankommt“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). Der Linke-Politiker Harald Weinberg forderte eine Ausweitung auf alle nichtärztlichen Berufe im Gesundheitswesen. „Enttäuschung und Ärger in der Kranken- und Behindertenpflege sind mehr als verständlich.“ Die Bundesregierung verweist zur Begründung auch auf ein generell niedrigeres Lohnniveau in der Altenpflege.

Der Bundestag hatte den steuerfreien Corona-Bonus von bis zu 1000 Euro Mitte Mai beschlossen. Bekommen sollen ihn alle Mitarbeiter in der Altenpflege - also neben Pflegekräften auch Auszubildende und andere Beschäftigte in den Einrichtungen. Die Höhe der gestaffelten Prämie richtet sich nach Funktion und Arbeitszeit. Länder oder die Arbeitgeber können den Bonus auf bis zu 1500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden. Die Kosten für den Bund werden mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt - tragen soll dies vorerst die Pflegeversicherung, der Bund hat aber einen Zuschuss angekündigt. (dpa)

Millionen-Metropole Melbourne nach Corona-Anstieg wieder im Lockdown

Australiens Millionen-Metropole Melbourne geht wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen erneut in einen sechswöchigen Lockdown. Die zweitgrößte Stadt des Landes hatte erst ab Anfang Juni langsam die Wirtschaft wieder geöffnet. Nun treten ab Mittwoch um Mitternacht (Ortszeit) wieder strikte Ausgangssperren in Kraft, wie der regionale Regierungschef Daniel Andrews am Dienstag mitteilte. Am selben Tag hatten die Gesundheitsbehörden 191 Neuinfektionen bestätigt, einer der höchsten Anstiege innerhalb eines Tages in Australien seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

„Wir müssen realistisch über die Umstände, mit denen wir konfrontiert sind, sein“, sagte Andrews. Die Frustration habe scheinbar zu einer gewissen Nachlässigkeit geführt. „Ich denke, jeder von uns weiß, dass wir keine andere Wahl haben als diese sehr sehr schwierigen Schritte zu ergreifen“, fügte der Regierungschef hinzu.

In Melbourne dürfen die Bürger nun unter dem erneuten Lockdown bis mindestens 19. August nicht das Haus verlassen, außer zum Einkaufen von Lebensmitteln, zu Arzt- und Pflegebesuchen, zur Ausübung körperlicher Fitness oder um zu arbeiten. Gäste dürfen zu Hause nicht empfangen werden. Cafés und Restaurants müssen zum Take-Away-Verkauf zurückkehren, Gottesdienste gibt es nur noch online, Hochzeiten sind auf fünf Menschen beschränkt, Beerdigungen auf zehn, wie die Zeitung „The Age“ berichtete. Außerdem bleiben Schulen in den betroffenen Gebieten, die nächste Woche öffnen sollten, geschlossen.

Die rund fünf Millionen Bewohner können außerdem ihre Stadt nicht verlassen. Bereits am Montag hatte die Regionalregierung bekannt gegeben, dass die Grenze zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Victoria und New South Wales wegen der steigenden Corona-Zahlen geschlossen wird. (dpa)

Bayern erlaubt etwas größere Versammlungen - Kneipen bleiben zu

In Bayern sind von diesem Mittwoch an wieder etwas größere private Veranstaltungen und Familienfeiern erlaubt. Bars und Kneipen müssen dagegen auch weiterhin geschlossen bleiben. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München mit.

Private Veranstaltungen, Parteiversammlungen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und ähnliches dürfen demnach nun mit doppelt so vielen Teilnehmern stattfinden wie bisher: also mit bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen und mit bis zu 200 Personen im Freien. Auch Schulabschlussfeiern können in dieser Größenordnung stattfinden. Herrmann betonte, das Corona-Infektionsgeschehen sei stabil. Das Virus sei aber nicht besiegt, man müsse weiter vorsichtig sein. Deshalb gebe es nun einige, aber keine grundlegenden Lockerungen.

Unter anderem dürfen nun wieder Freizeiteinrichtungen auch in Innenbereichen öffnen. Das gilt auch für Zoos und botanische Gärten. Wettkämpfe in kontaktfreien Sportarten können nun auch wieder in geschlossenen Räumen durchgeführt werden. Und: Auch das Training mit Körperkontakt ist zugelassen, wenn in festen Gruppen trainiert wird. (dpa)

Brasiliens Präsident Bolsonaro unterzieht sich Corona-Test

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich einem Test auf das Coronavirus unterzogen. Der Staatschef habe am Montag Symptome gezeigt und sich daraufhin in einem Militärhospital in der Hauptstadt Brasília untersuchen lassen, berichtete das Nachrichtenportal UOL. Er habe eine Röntgenaufnahme seiner Lunge anfertigen lassen und einen Corona-Test gemacht. Entgegen seiner Gewohnheit trug er bei seiner Rückkehr aus der Klinik eine Maske und riet einem Anhänger, sich ihm nicht zu nähern.

Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus immer wieder als „leichte Grippe“ und stemmte sich gegen Schutzmaßnahmen. Der Präsident hat sich bislang bereits dreimal auf das Virus testen lassen. Nach einer Klage der Zeitung „O Estado de S. Paulo“ legte die Regierung die Ergebnisse im Mai dem Obersten Gerichtshof vor - alle waren negativ. Nach einer Reise von Bolsonaro in die USA im März waren mindestens 23 Mitglieder seiner Delegation positiv getestet worden.

Brasilien ist neben den Vereinigten Staaten derzeit der Brennpunkt der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas 1,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 65 487 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur recht wenig getestet wird. (dpa)

390 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196 944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 7.7., 0.00 Uhr).

9024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntag hatten etwa 182 200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 6.7., 0.00 Uhr, bei 0,97 (Vortag: 0,96). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel in etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 6.7., 0.00 Uhr, bei 0,89 (Vortag: 0,94). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

+++ 6. Juli +++

11 neu registrierte Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin gibt es 11 neue registrierte Corona-Infektionen. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit März auf 8461, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Montagabend mitteilte. Im Krankenhaus behandelt werden derzeit noch 116 Patienten, 30 von ihnen auf der Intensivstation. 215 Corona-Patienten sind seit März in der Hauptstadt gestorben. Somit kam kein weiterer Todesfall hinzu.

Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. Bei den Indikatoren geht es um die Reproduktionszahl - sie zeigt die Dynamik des Infektionsgeschehens - sowie um Neuinfektionen und um den benötigte Platz für Covid-Patienten auf Intensivstationen.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Merkel will an Maskenpflicht festhalten - AfD und Handelsverband fordern Rückkehr zur Normalität

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einer Abschaffung der coronabedingten Maskenpflicht in Geschäften eine klare Absage erteilt. Sie hat dabei breite Unterstützung aus den Parteien und den Ländern. "Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dies sei nötig, um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um die Mitmenschen und sich selbst zu schützen. "Also: Ob im Bus, in der U-Bahn oder im Einzelhandel soll es bei der Pflicht bleiben, Masken zu tragen.

Diese Position wird über Partei- und Ländergrenzen hinweg geteilt. So sprachen sich unter anderem die CDU-Spitze sowie die Vorsitzenden von CSU und SPD - Markus Söder und Saskia Esken - sowie verschiedene Landesregierungen gegen eine Aufhebung der Maskenpflicht aus. Einen solchen Schritt hatte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) in der "Welt am Sonntag" für sein Land angeregt.

Nur der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla forderte, die Maskenpflicht endlich abzuschaffen. "Die Wirkung von Mund-Nasen-Masken ist nicht nur medizinisch umstritten, die Masken sind auch eine zunehmende Gefahr für den lokalen Einzelhandel", argumentierte er am Montag. Er könne es gut nachvollziehen, dass viele Bürger mit Maske ungern ihre Einkäufe erledigten. Die Umsätze würden dann im Internet generiert. Ein Sprecher des Handelsverbandes HDE stützte diese Argumentation: "Wir stellen fest, dass Masken die Shoppinglust der Kunden hemmen", sagte er vergangene Woche der "Rheinischen Post". (dpa)

Urlaubsinsel Bali will im September für ausländische Touristen öffnen

Corona-Lockdown voraussichtlich im September wieder ausländische Touristen empfangen. Die im Zuge der Pandemie geschlossenen Tempel, Märkte und andere Sehenswürdigkeiten sollen in einer ersten Lockerungsphase sogar bereits am Donnerstag wieder öffnen, teilte die örtliche Regierung am Montag mit.

Ende Juli dürfen dann zunächst Urlauber aus anderen Teilen Indonesiens wieder nach Bali einreisen. "Die dritte Phase, in der der Tourismussektor noch weiter geöffnet wird und die auch ausländische Besucher beinhalten wird, startet am 11. September", hieß es. Es sei aber wichtig, dass die geltenden Regeln in allen Phasen der Öffnung weiter befolgt würden, darunter Abstandhalten und Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, sagte der Gouverneur von Bali, Wayan Koster.

In Indonesien wurden am Montag mehr als 1200 neuen Corona-Infektionen registriert. Die Gesamtzahl in dem südostasiatischen Inselstaat ist damit auf fast 65.000 gestiegen, bei rund 3200 Todesopfern. Auf Bali wurden bislang 1900 Fälle von Sars-CoV-2 gezählt, 23 Menschen starben auf der Insel im Zusammenhang mit dem Virus. (dpa)

Berliner Fluggastzahlen im Juni mehr als verdreifacht

Im Juni haben sich die Fluggastzahlen an den beiden Hauptstadtflughäfen Tegel und Schönefeld im Vergleich zum Vormonat mehr als verdreifacht. Insgesamt reisten im vergangenen Monat rund 168.900 Passagiere über Berlin, wie die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) am Montag mitteilte. Im Mai waren es lediglich knapp 52.000 Menschen.

"Im Juni haben viele Fluggesellschaften ihre Verbindungen insbesondere innerhalb Europas langsam wieder aufgenommen", teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit. "Dieser Trend hat sich im Juli deutlich verstärkt, so dass jetzt wieder 20 Prozent des Vorjahresniveaus erreicht werden." (dpa)

Nach Schlachthof-Schließungen: Tierärzte warnen vor überfüllten Ställen

Tierärzte warnen angesichts geschlossener Schlachthöfe und verringerter Schlachtkapazitäten in der Corona-Krise vor überfüllten Ställen und längeren Transporten für die Tiere. Durch den Wegfall von mehreren zehntausend Schlachtungen pro Tag ergäben sich "große Tierschutzprobleme", teilte die Bundestierärztekammer am Montag mit. Enger besetzte und überfüllte Ställe könnten besonders bei sommerlichen Temperaturen zu Kreislaufbelastung für Tiere führen. "Es ist nicht auszuschließen, dass dadurch vermehrt Tiere verenden", warnten die Experten. Die Transportwege zu anderen Schlachtstätten würden "deutlich länger".

Nachdem sich Corona-Infektionen in mehreren Schlachthöfen gehäuft hatten, sind Betriebe teils geschlossen. In anderen sollen die Mitarbeiter nun häufig auf das Virus getestet werden. (dpa)

Bundestagsabgeordnete fordern Ende der US-Visabeschränkungen

Zahlreiche Bundestagsabgeordnete fordern ein Ende der US-Visabeschränkungen für Arbeitskräfte, die Washington wegen der Corona-Pandemie erlassen hat. Die geltenden Visabeschränkungen für deutsche Arbeitskräfte müssten überdacht werden, auch um wirtschaftliche Schäden zu verhindern, forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Heider, Vorsitzender der Parlamentariergruppe USA des Bundestages und Stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, am Montag. Nach Angaben seines Büros übergab er dem US-Gesandten Robin S. Quinville im Namen der 106-köpfigen Parlamentariergruppe ein entsprechendes Schreiben

"Es kann nicht sein, dass unseren deutschen Unternehmen, die immerhin 700.000 Arbeitsplätze in den USA schaffen, derzeit solche Steine in den Weg gelegt werden", erklärte Heider dazu. Die transatlantische Partnerschaft beruhe auch auf engen und guten Wirtschaftsbeziehungen. (dpa-AFX)

Erstmals wieder mehr als 1000 aktive Corona-Fälle in Österreich

In Österreich sind erstmals seit Mai wieder mehr als 1000 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl stieg am Montag auf 1012, wie das Gesundheitsministerium in Wien mitteilte. Für eine spürbare Zunahme sorgt weiterhin der regionale Ausbruch rund um Linz in Oberösterreich, wo die Zahl der Fälle seit Sonntag um 57 auf 414 stieg. 347 aktive Fälle waren aus der Hauptstadt Wien gemeldet. Vier der neun Bundesländer in Österreich wiesen dagegen keine Neuinfektionen auf.

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) teilte mit, dass es sich um deutlich abgegrenzte regionale Ausbreitungen handle, die gut nachverfolgt werden könnten. Es liege bislang kein einziger Cluster ohne Klarheit über Entstehung und Hintergrund vor. Zuletzt hatten die Behörden am 20. Mai gemeldet, dass die Zahl der aktiv Erkrankten unter die Marke von 1000 gesunken war. (dpa-AFX)

Gezielte Corona-Tests: CDU-Spitze stellt sich hinter Spahn-Strategie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert, anstatt flächendeckender Maßnahmen, gezielte Corona-Tests durchzuführen. 
Foto: imago images/Christian Spicker

Die CDU-Spitze hat sich hinter die Strategie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für gezielte Corona-Tests gestellt - und damit gegen CSU-Forderungen nach Tests für alle. Aus Teilnehmerkreisen der CDU-Präsidiumsschalte erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag in Berlin, die Runde habe einstimmig dafür gestimmt, die Nationale Teststrategie des Bundes beizubehalten. Spahn habe sein Vorgehen im Präsidium erläutert. Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer habe daraufhin vorgeschlagen, dies mit einem Beschluss zu unterstützen.

Zuletzt hatte auch Innenminister Horst Seehofer (CSU) bundesweite kostenfreie Corona-Tests für alle befürwortet, wie sie in Bayern bereits geplant sind. "Markus Söder hat recht", hatte Seehofer der "Welt am Sonntag" mit Blick auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden gesagt. "Wir müssen bei der Bekämpfung einer potenziell lebensgefährlichen Infektion konsequent vorgehen. Bislang haben wir keine Klarheit über das tatsächliche Infektionsgeschehen im Land." (dpa)

Corona-Warn-App erreicht 15 Millionen Downloads

Die deutsche Corona-Warn-App hat nach knapp drei Wochen die Schwelle von 15 Millionen Downloads erreicht. Das teilte das Robert Koch-Institut auf Twitter mit. Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bezeichnete die App zuletzt als "ein Werkzeug von vielen, um neue Ausbrüche einzudämmen". Sie sei aber kein Allheilmittel. "Wir müssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygieneregeln einhalten." (dpa)

Pop: Senat setzt weiter auf Maske und Mindestabstand

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).
Foto: imago images/Reiner Zensen

Der Senat in Berlin will ungeachtet der aktuellen Diskussion über Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie an Mindestabstand und Maskenpflicht festhalten. Gerade die Maske sei das wirksamste Mittel, um andere nicht zu gefährden, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Montag in einem Interview mit dem RBB-Inforadio. Auch wenn sich die Ansteckungszahlen positiv entwickelten, sei die Pandemie noch lange nicht vorbei. „Zwar mag sich die Maske für manchen ein bisschen lästig anfühlen“, sie sei aber ein „sehr, sehr wirksamer Schutz gegen weitere Ansteckungen“.

Auch mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr verteidigte die Wirtschaftssenatorin die Maskenpflicht: „Jeder der sagt, ich hab' doch nichts und ich fahre einfach mal U-Bahn ohne Maske, derjenige gefährdet alle in seinem Umfeld und das finde ich unverantwortlich.“ Seit einer guten Woche können in Berlin Verstöße gegen die Maskenpflicht mit einem Bußgeld geahndet werden. 

Mehrere Länderminister hatten am Sonntag für ein baldiges Ende der Maskenpflicht in Geschäften plädiert. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, hatte beispielsweise Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der „Welt am Sonntag“ gesagt. Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. (dpa)

Spanien: Industrieproduktion erholt sich von Corona-Einbruch

Die spanische Industrieproduktion ist im Mai kräftig gestiegen und hat einen Teil des Einbruchs in der Corona-Krise wieder wettgemacht. Die Produktion legte im Monatsvergleich um 14,7 Prozent zu, teilte das Statistikamt INE am Montag in Madrid mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem noch stärkeren Anstieg um 16,9 Prozent gerechnet.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sank die Produktion im Mai saisonbereinigt um 24,5 Prozent und damit deutlich schwächer als noch im April. Spaniens Regierung hatte am 15. März eine strikte Ausgangssperre eingeführt. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone wurde von den Folgen der Einschränkungen massiv getroffen. Die Maßnahmen waren im Vergleich zu Deutschland besonders weitgehend. (dpa)

Erstmals Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr in der Schweiz

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise gilt in der Schweiz seit Montag landesweit eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Das betrifft auch Flüge der Swiss, wie ein Sprecher im Radio bestätigte. Bislang hatten Behörden und Verkehrsbetriebe nur das Maskentragen in Stoßzeiten empfohlen. Nach dem Augenschein in Genf ignorierten das in den vergangenen Wochen praktisch alle Fahrgäste.

Die gemeldeten Infektionen waren in jüngster Zeit stark gestiegen. Der "Tages-Anzeiger" verglich am Wochenende für mehrere Länder die Zahl der Neuansteckungen über sieben Tage mit der Vorwoche. Unter den Ländern mit dem markantesten Anstieg lag die Schweiz hinter Luxemburg, Paraguay, Australien und Serbien an fünfter Stelle, mit plus 134 Prozent. Im Kanton Jura an der Grenze zu Frankreich wurden am Wochenende wegen neuer Infektionen alle Lehrer und Schüler von zwei weiterführenden Schulen in Quarantäne geschickt, 410 Personen. (dpa)

Deutsche Industrie erhält nach Corona-Einbruch mehr Aufträge

Die deutsche Industrie hat im Mai nach dem Einbruch in der Corona-Krise wieder deutlich mehr Aufträge erhalten. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, lag der Auftragseingang 10,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Jahresvergleich gingen die Bestellungen dagegen immer noch drastisch um 29,3 Prozent zurück.

Aus dem Inland erhielt die Industrie im Mai 12,3 Prozent mehr Aufträge als im April, aus dem Ausland kamen 8,8 Prozent mehr Bestellungen. Die Orders aus der Eurozone erhöhten sich mit knapp 21 Prozent wesentlich stärker als von außerhalb der Eurozone. Dort waren sie in den beiden Monaten zuvor aber auch etwas weniger stark eingebrochen. Nach Güterart erhöhten sich besonders deutlich die Bestellungen von Investitionsgütern wie Maschinen. (dpa-AFX)

Online-Umfrage zeigt: Jeder dritte Deutsche trinkt mehr Alkohol seit der Krise

Ein kaltes Bier, ein Gläschen Wein: In Zeiten von Homeoffice, Kontaktbeschränkungen und abgesagten Veranstaltungen scheinen sich die Deutschen besonders gerne Alkohol zu gönnen. Wie eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg zeigt, stieg der Alkoholkonsum bei rund einem Drittel der Erwachsenen seit der Coronakrise. 35,5 Prozent der mehr als 3000 Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Covid-19-Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor.

Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen. Die Bundesregierung hatte jüngst in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion auf die Studie verwiesen. Das ZI in Mannheim ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Baden-Württemberg. (dpa)

+++ 5. Juli +++

17 neue Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin sind 17 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Gesamtzahl der registrierten Fälle seit März auf 8450, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Sonntagabend mitteilte. Behandelt werden im Krankenhaus derzeit noch 118 Personen, davon liegen 30 auf der Intensivstation. Das ist eine Person weniger als einen Tag zuvor. 215 Corona-Patienten sind seit März gestorben. Damit kam kein weiterer Todesfall hinzu.

Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. Die Reproduktionszahl stieg auf 1,09 (Vortag: 0,82). Das heißt, ein Infizierter steckt etwas mehr als einen Menschen an. Die Zahl gibt die Dynamik des Infektionsgeschehens an und sollte möglichst unter 1,1 liegen.

Würde der Wert dreimal in Folge diese Schwelle überschreiten, würde die Ampel auf Gelb springen; läge er ebenfalls dreimal hintereinander über 1,2, würde die Ampel Rot zeigen.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Zahl der Neuinfektionen sinkt im Kreis Gütersloh weiter

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Kreis Gütersloh weiter gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 56,0. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 66,5 und am Freitag bei 76,6, berichtet dpa. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies vor knapp zwei Wochen lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende der regional wiedereingeführten Beschränkungen im Kreis gilt der Wert 50.

Norddeutsche Bundesländer vor dem Ende der Maskenpflicht im Handel?

Mecklenburg-Vorpommern will angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht im Handel abschaffen. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der Welt am Sonntag. Er geht davon aus, dass das Kabinett in Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen wird.

„Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen“, sagte der Wirtschaftsminister. Die Abstandsregel zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus werde aber grundsätzlich fortbestehen. Glawe kündigte auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. „Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen“, sagte der CDU-Politiker. „Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel.“

+++ 4. Juli +++

Mehr als 10.000 Tote in Corona-Krise in Russland

In Russland sind in der Corona-Krise insgesamt mehr als 10 000 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben. 168 Todesfälle seien zuletzt gemeldet worden, teilten die russischen Behörden am Samstag in Moskau mit. Damit gibt es mehr Tote in Russland als in Deutschland, wo rund 9000 Tote registriert wurden. Die meisten Todesopfer in der Pandemie verzeichnen die USA mit knapp 130.000 Fällen.

In Russland, dem größten Land der Erde, haben sich bislang rund 675.000 Menschen mit dem hochansteckenden Coronavirus infiziert. Jeden Tag kommen landesweit noch immer knapp 7000 neue Fälle hinzu. Für viele Wochen gab es vor allem in der Hauptstadt Moskau strenge Ausgangsbeschränkungen, was die Infektionszahlen etwas drückte. Auch weiterhin wird im öffentlichen Raum das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben, was jedoch nicht überall eingehalten wird.

Immer wieder gab es Berichte über geschönte Corona-Statistiken in Russland. Behördenvertreter wiesen dies jedoch vehement zurück. Zuletzt wurde ein Demograf des russischen Statistikamtes entlassen. Der Mann hatte zuvor die offiziellen Zahlen angezweifelt, wie das Portal Meduza berichtete. (dpa)

41 neu registrierte Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin sind 41 neue Fälle von Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Gesamtzahl der registrierten Fälle seit März auf 8433, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Samstag mitteilte. 7646 dieser Menschen gelten demnach wieder als genesen. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 122 Menschen. 31 von ihnen liegen auf der Intensivstation. Das sind 9 mehr als einen Tag zuvor. Damit hat sich diese Zahl um rund 40 Prozent erhöht. 215 Corona-Patienten sind seit März gestorben. Damit kam ein weiterer Todesfall hinzu.

Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. Die Reproduktionszahl liegt bei 0,82. Das heißt, ein Infizierter steckt weniger als einen Menschen an. (dpa)

Mehr als 22.000 Infektionen an einem Tag in Indien

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Indien hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie aus Daten des nationalen Gesundheitsministeriums hervorgeht, wurden binnen 24 Stunden bis Samstagmorgen 22.771 neue Fälle registriert. Im gleichen Zeitraum starben 442 Menschen mit oder an dem Erreger Sars-CoV-2. Indien ist auf Platz vier der am stärksten von Corona betroffenen Länder der Welt - nach Russland, Brasilien und den USA.

In dem südasiatischen Land mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern ist der Erreger Sars-CoV-2 bislang bei rund 648.000 Menschen nachgewiesen worden. Mehr als 18.000 starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Spanien stellt eine Großstadt unter Quarantäne

Erstmals seit der Lockerung der Coronamaßnahmen in Spanien ist wieder eine Großstadt wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte der katalanische Regionalpräsident Quim Torra am Samstag mit. In der katalanischen Region Segrià mit der Großstadt Lleida seien insgesamt 200.000 Menschen betroffen, berichtete die Zeitung La Vanguardia laut dpa. 

Die Quarantäne gelte ab Samstag 12 Uhr. Danach dürfe niemand mehr in die Stadt und umliegende Gemeinden im Westen der Provinz reisen oder sie verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Bewohner der Quarantäneregion dürften jedoch einmalig noch bis 16 Uhr an ihren Wohnort in der Zone zurückkehren. Die Polizei errichtet Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen.

Ein Lockdown innerhalb der Quarantänezone sei bisher noch nicht nötig, zitierte die Zeitung die katalanische Gesundheitsministerin Alba Vergés. Geschäfte und Restaurants müssten deshalb nicht wieder schließen, die Menschen dürften ihre Wohnungen jederzeit verlassen. Vergés rief die Bevölkerung jedoch auf, Versammlungen zu meiden und familiäre Feiern stark zu begrenzen oder zu verschieben.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren am Freitag 4030 Infektionsfälle in der Region registriert. Das seien 60 mehr als am Donnerstag gewesen, als ein Anstieg um 128 Fälle im Vergleich zum Mittwoch festgestellt worden war.

Im Laufe der Woche seien es insgesamt 365 Fälle gewesen. In Krankenhäusern der Stadt würden 28 an Covid-19 erkrankte Menschen behandelt, davon sechs auf Intensivstationen. Die meisten Infektionen stünden mit Agrarbetrieben, Seniorenheimen und einem Wohnviertel in Zusammenhang, berichtete die Zeitung Las Provincias.

Freundin von Donald Trump Jr. positiv auf Corona getestet

Die Freundin des ältesten Sohnes von US-Präsident Donald Trump ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die 51-jährige Kimberly Guilfoyle, die mit Donald Trump Jr. liiert ist, wurde sofort unter Quarantäne gestellt, wie die New York Times am Freitag berichtete. Die ehemalige Journalistin des TV-Senders Fox News war nach South Dakota gereist, um der Rede von Trump zum Unabhängigkeitstag beizuwohnen. Bei einem Routinetest sei die Infektion festgestellt worden, berichtet AFP

Einem solchen Test mussten sich alle Menschen unterziehen, von denen erwartet wurde, dass sie sich im engeren Umfeld des Präsidenten aufhalten. Donald Trump Jr. sei negativ getestet worden, habe sich aber auch in Selbstisolation begeben, erklärte der Stabschef des Finanzkommitees von Trumps Wahlkampfteam in der New York Times. Guilfoyle gehe es gut, sie zeige keine Symptome, sagte er weiter.

Guilfoyle ist der dritte dem US-Präsidenten nahe stehende Mensch, der bislang positiv auf das Virus getestet wurde, wie US-Medien berichteten.

Die USA sind das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Bislang wurden insgesamt 2,79 Millionen Ansteckungen in dem Land nachgewiesen. Mehr als 129.400 Menschen starben.

+++ 3. Juli +++

48 neu erfasste Corona-Infektionen in Berlin - kein neuer Todesfall

In Berlin sind 48 neue Fälle von Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Gesamtzahl der registrierten Fälle seit März auf 8392, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Freitag mitteilte. 7612 dieser Menschen gelten demnach mittlerweile als genesen. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 111 Menschen. 22 davon liegen auf der Intensivstation.

214 Corona-Patienten sind seit März gestorben, die Zahl hat sich seit Dienstag nicht verändert. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 23 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 59 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 81 waren 80 bis 89 Jahre alt und 36 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren.

Die Berliner Corona-Ampel leuchtet weiter grün, der Senat muss deshalb nicht über neue Maßnahmen beraten. Die Reproduktionszahl – der sogenannte R-Wert – stieg im Vergleich zum Vortag von 0,54 auf 0,64. Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche im Verhältnis zur Einwohnerzahl blieb unverändert bei 8,32 pro 100.000 Einwohner, der Anteil der Plätze, die auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten benötigt werden, sank von 2 (Wert von Donnerstag) auf 1,7 Prozent. (dpa)

Nach Corona-Fall: Sommerbad Wilmersdorf öffnet wieder

Nach der vorsorglichen Schließung wegen eines Corona-Falls öffnet das Sommerbad Wilmersdorf am Samstag wieder. Das zuständige Gesundheitsamt habe keine besonderen Maßnahmen veranlasst, teilten die Berliner Bäderbetriebe am Freitag mit. Dennoch sei das Bad desinfiziert worden.

Am Donnerstag hatte das Bad in der Forckenbeckstraße kurzfristig den Betrieb eingestellt, nachdem eine Schwimmaufsicht positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Die Bäderbetriebe und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hatten das Risiko für die Badegäste als gering eingeschätzt. Nach Angaben des Gesundheitsstadtrats Detlef Wagner (CDU) hatte die Mitarbeiterin keinen direkten Kontakt zu Gästen. Zudem sei sie zu Hause geblieben, als sie erste Symptome hatte.

Das Amt nahm Abstriche bei den Kollegen, die in der Schicht der Frau gearbeitet hatten. Die Ergebnisse wurden für Freitag erwartet. Das Bezirksamt war am Nachmittag nicht erreichbar.

Die Bäderbetriebe erinnerten Besucher am Freitag daran, weiter den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. (dpa)

Pubs und Restaurants in England öffnen wieder

Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Corona-Epidemie öffnen ab Samstag Hotels, Bars, Restaurants und vor allem die beliebten Pubs in England wieder. Damit Restaurants und Kneipen die nach wie vor geltenden Abstandsregeln und andere Corona-Auflagen erfüllen können, hatte die britische Regierung im Vorfeld die Lizenzerteilung für den Verkauf von Getränken und Essen im Freien vereinfacht. So dürfen Kunden unter anderem auch auf den Parkplätzen bedient werden.

Die Lockerungen gelten nur für England; Schottland, Wales und Nordirland erlassen ihre eigenen Corona-Bestimmungen. Mit dem Schritt will die Regierung in London die durch die Epidemie eingebrochene Wirtschaft weiter ankurbeln. Mit rund 44.000 Corona-Toten ist Großbritannien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Die Infektionsraten gingen zuletzt jedoch zurück. (afp)

Spahn: 300 bisher über Corona-Warn-App gemeldete Infektionen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bislang rund 300 Covid-19-Infektionen über die deutsche Corona-Warn-App gemeldet wurden. Das sagte der CDU-Politiker in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Spahn bezieht sich dabei auf „die Zahl der Verschlüsselungscodes“, die von der zugehörigen Telefon-Hotline ausgegeben wurden. „Mehr wissen wir aus Datenschutzgründen nicht“, sagte Spahn.

Die App wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag inzwischen 14,6 Millionen Mal auf Smartphones geladen. Das sei häufiger als ähnliche Apps in allen anderen EU-Ländern zusammen, sagte Spahn. Allerdings warnte der Minister davor, die neue Anwendung zu überschätzen. „Die App ist ein Werkzeug von vielen, um neue Ausbrüche einzudämmen. Sie ist kein Allheilmittel. Wir müssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygieneregeln einhalten.“

Die App kann inzwischen nicht nur von Menschen in Deutschland installiert werden, sondern ist auch in den Stores von Google und Apple in allen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie in Großbritannien und Norwegen erhältlich. Dieses Angebot richtet sich an Touristen und Geschäftsreisende, die Deutschland besuchen, aber auch an Ausländer, die ständig oder befristet in Deutschland leben.

Trinken statt Parken - Kneipentische auf Autoparkplätzen in Kreuzberg

Immer mehr Kneipen und Restaurants in Friedrichshain-Kreuzberg stellen ihre Tische und Stühle auf Gehwegen und Parkplätzen an den Straßen auf. Für mehr als 100 Kneipen habe es bereits eine Genehmigung zur Nutzung von Parkstreifen am Wochenende gegeben, teilte das Bezirksamt am Freitag mit. Damit solle die Corona-Ansteckungsgefahr, die im Freien geringer ist, reduziert werden.

Auf den Parkplätzen vor den entsprechenden Kneipen dürfen Tische und Stühle nun offiziell von Freitag bis Sonntag von 11 bis 22 Uhr stehen. Genutzt würden diese Möglichkeiten besonders am Boxhagener Platz und in der Samariterstraße in Friedrichshain sowie am Paul-Lincke-Ufer, am Chamissoplatz und in der Dresdener Straße in Kreuzberg. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) sprach von einer „Neuverteilung des öffentlichen Raumes“. (dpa)

Arznei Remdesivir erhält europäische Zulassung für Covid-19

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung schwerer Fälle von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt. (dpa)

Niedersachsen hebt Teilnehmergrenze für Veranstaltungen an

Die erlaubte Teilnehmerzahl für Veranstaltungen in Niedersachsen wird zum 6. Juli von 250 auf 500 angehoben. Das teilte die Landesregierung am Freitag in Hannover mit. Andere Bundesländer hätten schon jetzt eine höhere Obergrenze, ohne dass es zu größeren Corona-Ausbrüchen gekommen sei, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. „Deshalb wird auch Niedersachsen jetzt etwas mutiger.“ Das Land wolle aber vorsichtig und umsichtig vorgehen.

Voraussetzung für die Veranstaltungen ist weiterhin, dass die Zuschauer mindestens eineinhalb Meter Abstand zu anderen Gästen einhalten, wenn sie nicht zu einer gemeinsamen Gruppe von maximal zehn Personen gehören. Außerdem müssen die Gäste drinnen einen Mund-Nase-Schutz tragen und Sitzplätze einnehmen. Neu ist, dass sie den Mundschutz am Sitzplatz ablegen dürfen. Das sei vor allem für Kinos wichtig, für die der Verkauf von Popcorn, Cola und Eis wirtschaftlich besonders relevant sei, sagte der Referatsleiter für Recht und Verfassung der Staatskanzlei, Jens-Martin Weißer. (dpa)

81 Prozent der Deutschen wechseln oder waschen ihre Maske mindestens wöchentlich

Über Dreiviertel der Deutschen wechseln oder waschen ihre Mund-Nasen-Masken einmal pro Woche oder öfter. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage für das Magazin "Focus" hervor. Demnach tauschen 81 Prozent die Masken mindestens wöchentlich aus.

17 Prozent der Befragten tun dies nach jedem Gebrauch, 32 Prozent täglich und weitere 32 Prozent zumindest wöchentlich. Acht Prozent erklärten, ihre Maske selten zu reinigen, sechs Prozent tun dies nach eigenen Angaben nie. Das Institut Kantar befragte in der vergangenen Woche rund 1000 Menschen. (AFP)

Neun neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Brandenburg weiter leicht. Neun neue nachgewiesene Infektionen meldete das Gesundheitsministerium am Freitag (Stand 8.00 Uhr). Zuvor waren elf neue Infektionen hinzugekommen. Seit Anfang März wurden insgesamt 3479 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert, 172 Corona-Patienten starben. 3200 Menschen gelten als genesen, das sind 20 mehr als am Vortag. Die Zahl aktiv Erkrankter sank von 120 auf 110 Menschen. Diese rechnerische Größe wird ermittelt, indem von den bestätigten Infektionsfällen die geschätzte Zahl der Genesenen und die Sterbefälle abgezogen werden. (dpa)

Serbiens Regierung verhängt Corona-Maßnahmen für Belgrad

Nach einem starken Anstieg der Infektionszahlen hat die serbische Regierung am Freitag für die Hauptstadt Belgrad Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verhängt. So gilt nunmehr Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Ämtern. Zuwiderhandelnde können mit Geldstrafen bis 5000 Dinar (42 Euro) belegt werden. Gaststätten, Cafés und Clubs müssen spätestens um 23 Uhr schließen. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind nur mehr noch mit bis zu 100 Teilnehmern, im Freien mit bis zu 500 Teilnehmern erlaubt. Ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ist einzuhalten.

Serbien hatte am Vortag 359 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 verzeichnet, das die Krankheit Covid-19 auslösen kann. Vier Fünftel der Fälle ereigneten sich im Großraum Belgrad, wo 2,5 Millionen der knapp 7 Millionen Serben leben. Bis zum Donnerstag nachmittag waren nachweislich 15 195 Menschen mit Coronavirus infiziert. 1996 Fälle galten als aktiv, 287 Patienten starben mit dem Virus. (dpa)

Ryanair verspricht Ticketerstattungen bis Ende Juli

Europas größter Billigflieger Ryanair will die ausstehenden Erstattungen für in der Corona-Krise abgesagte Flüge schneller bearbeiten. Mehr als 90 Prozent der zwischen März und Juni betroffenen Kunden sollen ihr Geld bis Ende Juli erhalten, versprach Manager Eddie Wilson laut einer Mitteilung des irischen Unternehmens vom Freitag. Man habe zusätzliche Mitarbeiter geschult, um den Stau zu beseitigen.

Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen stornierten Flügen verpflichtet, den Ticketpreis innerhalb von sieben Tagen zu erstatten. In der Corona-Krise hatte dies auch bei anderen Gesellschaften nicht geklappt. So hat der Lufthansa-Konzern vor einer Woche angekündigt, den Stau innerhalb von sechs Wochen zu beseitigen. Es standen noch rund eine Milliarde Euro an Erstattungen aus.

Ryanair nannte weder Zahl noch Summe der Erstattungen. Stand Ende Juni seien alle Anträge aus dem März und die Hälfte der April-Anträge bearbeitet gewesen. Das Unternehmen beschuldigte erneut Online-Reisebüros, bei ihren Buchungen gefälschte E-Mail-Adressen und virtuelle Kreditkarten zu verwenden, die nicht zu einzelnen Verbrauchern zurückverfolgt werden könnten. Die Büros müssten die Daten ihrer Kunden offenlegen, damit an diese Erstattungen fließen könnten. (dpa)

Deutsche müssen bei Reisen nach England nicht mehr in Quarantäne

Deutsche müssen sich bei einer Reise nach England künftig dort nicht mehr in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Die britische Regierung gab in der Nacht zum Freitag eine entsprechende Lockerung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen bekannt. Der Wegfall der Quarantäne-Pflicht gilt ab dem 10. Juli. Auch Einreisende aus Frankreich, Italien und Spanien müssen sich dann nicht mehr in Isolation begeben.

In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wird allerdings weiterhin die Quarantäne-Vorschrift gelten. Wer aus Deutschland also nach Schottland, Wales oder Nordirland reist, muss sich dort weiterhin für zwei Wochen in Isolation begeben.

Wegen der Quarantäne-Pflicht warnt das Auswärtige Amt in Berlin bislang vor Reisen nach ganz Großbritannien. Die britische Regierung äußerte jedoch die Erwartung, dass die jetzige teilweise Aufhebung der Vorschrift zu entsprechenden Lockerungen bei den davon profitierenden Staaten führen werde. (AFP)

Verwirrung und Staus an griechischen Grenzen wegen Corona-Tests

An den griechischen Einreisestellen kommt es seit Tagen zu Staus und Missverständnissen wegen Corona-Tests. An der Grenze Griechenlands zu Bulgarien hatte sich bereits am Freitagmorgen abermals ein mehr als zehn Kilometer langer Stau gebildet. Der Grund für das lange Warten von bis zu sechs Stunden in sengender Hitze sei der Personalmangel auf griechischer Seite sowie die Coronatests, die alle Urlauber aus Nicht-EU-Staaten machen müssen, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete.

Frust auch im Tourismusministerium: Am Donnerstagabend landete während einer Live-Übertragung eines privaten TV-Senders ein Flieger aus Stockholm auf dem Flughafen von Rhodos. Reporter fragten, wieso ein Flug aus Schweden ankommt, obwohl Direktflüge aus diesem Land bis 15. Juli nicht erlaubt seien. Das Ministerium für Tourismus in Athen gab an, es sei ein Sonderflug, in dem Journalisten und wichtige Funktionäre eines großen Reiseunternehmens saßen. Reporter wollen zugleich festgestellt haben, dass auch normale Urlauber darunter gewesen sein sollen. (dpa)

Makabere Corona-Partys in Alabama? - Universität geht Gerüchten nach

Die Universität von Alabama geht Gerüchten nach, wonach sich ihre Studenten in der US-Stadt Tuscaloosa gezielt zu Partys mit Corona-Infizierten verabredet haben sollen. Die Berichte seien schon länger bekannt, man habe aber bislang keine Teilnehmer solcher Aktivitäten identifizieren können, teilte die Universität am Donnerstag (Ortszeit) mit. Der Feuerwehrchef der Stadt, Randy Smith, bestätigte bei einer Stadtratssitzung am Dienstag, dass junge Leute Partys veranstaltet und positiv Getestete eingeladen hätten.

Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf eine Stadträtin, dass es bei den Feiern darum gegangen sein soll, sich möglichst schnell mit Sars-CoV-2 anzustecken. Die Studenten hätten vorher Geld in einen Topf geworfen, das dann an die erste positiv getestete Person ausgezahlt werden sollte. Ob sich dabei tatsächlich jemand infiziert hat, ist nach Medienberichten nicht bekannt.

Im US-Bundesstaat Alabama mit seinen knapp fünf Millionen Einwohnern haben sich nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität bislang über 40.000 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Fast 1000 sind an oder mit dem Virus gestorben. (dpa)

Neuer Rekord bei Coronavirus-Infektionen in den USA

Das Coronavirus breitet sich weiterhin rasant in den USA aus. Am Donnerstag erreichte die Zahl der verzeichneten Neuinfektionen mit 53.069 Fällen binnen 24 Stunden abermals einen neuen Höchststand, wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mitteilte. Damit wurde ein erst am Vortag erreichter Höchststand von 52.898 Neuinfektionen übertroffen.

Insgesamt wuchs die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA auf 2,735 Millionen an. Zuletzt wurden zudem der Universität zufolge weitere 649 Todesfälle verzeichnet, womit die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten auf 128.677 stieg. Die Vereinigten Staaten sind sowohl hinsichtlich der Ansteckungs- als auch der Totenzahlen das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Die Rate der Infektionen hatte in den USA in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen. Kritiker bezeichneten deswegen die Lockerungen der Corona-Beschränkungen als voreilig. In mehreren Regionen des Landes wurden diese Restriktionen inzwischen teilweise wieder rückgängig gemacht oder neue Arten von Beschränkungen verhängt.

Besonders betroffen vom zuletzt starken Anstieg der Infektionszahlen sind Bundesstaaten im Süden wie Texas und Florida, aber auch der Westküstenstaat Kalifornien. In Texas ordnete der als enger Verbündeter von Präsident Donald Trump geltende republikanische Gouverneur Greg Abbott eine Maskenpflicht für alle Bezirke an, in denen mindestens 20 Corona-Infektionen nachgewiesen wurden. Auch verhängte Abbott ein Verbot von Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern. Zudem gelten nun Abstandsregeln. (AFP)