Berlin reagiert auf Polens Diskriminierungskampagne.
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BerlinAls besonders minderheitenfreundlich galt unser Nachbarland noch nie. Und während selbst in der hinlänglich als konservativ geltenden Schweiz ein Gesetz verabschiedet wurde, das Homophobie unter Strafe stellt, haben die Ressentiments gegen Schwule, Lesben und Transgender in Polen eine neue Dimension erreicht: Im Rahmen einer von der polnischen Regierung mitgetragenen Diskriminierungskampagne haben sich seit März vergangenen Jahres mehr als 100 Lokalregierungen zu sogenannten LGBT-freien Zonen erklärt.

EU-Kommissarin für Gleichstellung rügte Polen

Mittels Aufklebern an Ortseingangsschildern teilen die Gemeinden mit, dass Minderheiten – Schwule, Lesben, Transgender – nicht erwünscht sind: „Strefa wolna od LGBT“ – zu Deutsch: „LGBT-freie Zone“.

Anfang Februar rügte die neue EU-Kommissarin für Gleichstellung, Helena Dalli, das Land für den Umgang mit Minderheiten, der schnell zu physischen Misshandlungen führen könne. Die Aufkleber seien nur ein Anfang.

Berlin reagiert

Berlin, mit seiner großen schwullesbischen Community, reagiert nun mit einem Aktionstag auf Polens Diskriminierungskampagne.

Berliner Aktionstag gegen die LGBT-freien Zonen in Polen, Sonnabend, 7. März, 12 Uhr bis 18 Uhr. Vor dem Polnischen Institut Berlin, Burgstraße 27, Mitte.