Möglich gewesen sei die Unterbringung in einer Notunterkunft oder aber die befristete Übernahme der Kosten für ein Hostel, ergänzte der Sozialstadtrat. Die Obdachlosen und ihre Unterstützer hätten aber eine reguläre Wohnung verlangt. Das sei sozialrechtlich nicht möglich, betonte von Dassel. Einige Obdachlose weigerten sich auch, ihre Personalien anzugeben. So sei nicht geklärt, ob sie EU-Bürger mit Anspruch auf Hilfe seien. Das Bezirksamt sieht nun wieder den Eigentümer am Zug. Das Gebäude in Privatbesitz sei nicht ausreichend gesichert.

Die Obdachlosen haben sich auf den zugigen Etagen der Halbruine an der Köpenicker Straße bereits vor Monaten notdürftige Holzhütten als Unterkünfte gebaut. Der Eigentümer war vom Verwaltungsgericht Mitte Dezember dazu verurteilt worden, die ehemalige Fabrik aus Gründen der Sicherheit räumen zu lassen. Der Bezirk Mitte wurde aufgefordert, die Obdachlosen dann unterzubringen. Nach Medienberichten hat der Eigentümer Schilder in bulgarischer Sprache anbringen lassen. Sie fordern die Bewohner auf, das Gebäude bis zum 27. Dezember zu verlassen.

Rund 20 bis 30 Unterstützer der Obdachlosen behaupteten, nachts hätten Vermummte die Bewohner aus Osteuropa eingeschüchtert und Molotowcocktails geworfen. Der Polizei sei dieser Vorfall nicht bekannt, sagte ein Sprecher. Am Freitagmorgen blieb die Lage vor der Eisfabrik ruhig, zirka 30 Sympathisanten hatten sich zu einer friedlichen Kundgebung versammelt. (BLZ/dpa)