Schülerlos: Die Emanuel-Lasker-Schule bleibt noch elf Tage leer.
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BerlinDie Emanuel-Lasker-Schule in Friedrichshain bleibt auf Empfehlung des bezirklichen Amtsarztes noch elf Tage geschlossen – bis zum 16. März. Die Schule ist seit Dienstag gesperrt – nach einer Klassenfahrt nach Südtirol mit 74 Schülerinnen und Schülern war ein Lehrer positiv auf Sars-CoV-2, den Coronavirus, getestet worden.

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Am Mittwoch gab die Senatsschulverwaltung bekannt, dass eine Schülerin, die an der Reise teilgenommen hatte, ebenfalls infiziert ist. Der Grund für die lange Schließung sei, dass am 16. März zwei Wochen seit Bekanntwerdens der ersten Infektion verstrichen sind – die bislang gültige maximale Inkubationszeit für den Coronavirus.

Schlechter Zeitpunkt

Die Schließung kommt für die Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Ende März beginnen die ersten Prüfungen für die Berufsbildungsreife, den Mittleren Schulabschluss und das Abitur. „Momentan laufen Gespräche, dass die Klassenleitungen den Schülern Aufgaben und Texte zum Lernen zu Hause zusenden“, sagte ein Sprecher der Senatsschulverwaltung.

Auch bereite man für die zentral gestellten Prüfungen gerade zusätzliche Aufgabenpakete vor – für den Fall, dass Schulen in den Prüfungszeiträumen geschlossen bleiben müssen. Diese Schulen sollen dann nicht bis zu den offiziellen Nachschreibeterminen warten müssen, sondern schon früher Ersatzprüfungstermine bekommen.

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Gesundheitsbehörden entscheiden weiterhin

Die private Berlin Metropolitan School nimmt am Freitag wieder den Betrieb auf. Der Vater, der Kontakt mit dem ersten Berliner Infizierten hatte, wurde negativ getestet. Skifahrten nach Südtirol halten auch andere Schulen in Atem: Am Wochenende kehrt eine Gruppe von 70 Schülern sowie 17 Lehrern zurück nach Potsdam. Weil mehrere von ihnen Krankheitssymptome zeigen, sollen nach ihrer Ankunft alle vom Gesundheitsamt Potsdam auf das Coronavirus getestet werden.

Auch die Teilnehmer einer Südtirol-Fahrt zweier Grundschulen in Tempelhof kommen am Freitag zurück nach Hause – und müssen dann bis mindestens Dienstag dort bleiben. Das Gesundheitsamt Tempelhof-Schöneberg hat verfügt, dass Schüler, Lehrer und begleitende Elternteile erst am Mittwoch wieder in die Schule und zur Arbeit dürfen, wenn sie bis dahin keine Symptome entwickelt haben.

Berlin hält weiterhin an der Taktik fest, in Infektions- und Verdachtsfällen an einzelnen Schulen punktuell die Gesundheitsbehörden entscheiden zu lassen. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) warnte Schulleitungen vor Alleingängen: „Es geht nicht, dass jemand aus dem Bauchgefühl heraus sagt, ich schließe jetzt mal meine Schule.“

Generelle Schließungen wie in Italien, wo bis 15. März alle Schulen, Universitäten und Kindergärten zubleiben, lehnt die Bundesregierung ab. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte: „Wenn durch flächendeckende Schulschließungen in Deutschland zum Beispiel Pflegekräfte und Ärzte fehlen, weil sie alleine erziehen, dann hat das auch wieder Folgen für das Gesundheitswesen.“ Auch Lehrerverbände sprachen sich gegen fächendeckende Schulschließungen aus.