Untreue im besonders schweren Fall und Anstiftung zur Untreue, so lautete der Vorwurf gegen vier ehemalige Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KVB). Es ging um 549.000 Euro Übergangsgeld, das sich drei der Angeklagten unrechtmäßig angeeignet haben sollen, und das der vierte Beschuldigte abgesegnet hatte. Seit acht Jahren müssen die Angeklagten mit dieser Anschuldigung leben. Doch von den Vorwürfen ist nichts geblieben. Am Montag kritisierte die 28. Große Strafkammer die Ermittlungen der Polizei heftig und sprach den einstigen drei Mitglieder zählenden Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin und Jochen T., den Chef der KV-Vertreterversammlung, frei.

Die Vorwürfe hätten sich nicht bestätigt. Es sei „irre“, sagte der Vorsitzende Richter Thilo Bartel, dass gerade T. als Haupttäter gegolten habe, obwohl er selbst keinerlei Nutzen aus dem Übergangsgeld gezogen habe. 2005 war der erste hauptamtliche Vorstand bei der Berliner KV gewählt worden. Es waren die Angeklagten: Angelika P., heute 73 Jahre alt, Uwe K., 56, sowie Burkhard B., 64. Ihre Dienstverträge sahen vor, dass sie ein Übergangsgeld in Höhe eines Jahresbruttogehalts von jeweils 183.000 Euro erhalten würden, sollten sie aus dem Vorstand ausscheiden und ihre Arbeit als Ärzte wieder aufnehmen. Sie bekamen das Geld trotzdem, obwohl sie 2011 erneut zum Vorstand gewählt wurden.

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