Berliner Feuerwehr meldet ein Fünftel ihrer Belegschaft als ungeimpft

Viel mehr Beschäftigte der Berliner Feuerwehr verweigern sich der Corona-Impfung als bisher bekannt.

Die Skepsis gegenüber den mRNA-Impfstoffen ist groß. Auch bei der Berliner Feuerwehr.
Die Skepsis gegenüber den mRNA-Impfstoffen ist groß. Auch bei der Berliner Feuerwehr.Imago Images

Die Skepsis gegenüber den mRNA-Impfstoffen, die vor Covid-19 schützen sollen, ist groß. Auch bei der Berliner Feuerwehr. Dort gelten weit weniger Mitarbeiter als vollständig gegen Corona geimpft als bislang offiziell dargestellt wurde: knapp 20 Prozent gelten als ungeimpft. Bislang hieß es stets, dass die Zahl der Ungeimpften weit unter zehn Prozent liege.

Nach Informationen der Berliner Zeitung hat die Behördenleitung jedoch in diesem Jahr dem zuständigen Gesundheitsamt Mitte etwa 1300 ihrer Mitarbeiter gemeldet, die keinen oder keinen vollständigen Impfschutz nachgewiesen haben.

Laut Infektionsschutzgesetz gilt als vollständig geimpft, wer drei Einzelimpfungen hat beziehungsweise einen Impf- und Genesenennachweis vorzeigen kann. Wer nicht, dem drohte, wie in anderen Gesundheitseinrichtungen auch, ein Betretungsverbot durch das Gesundheitsamt.

Gegen die seit März geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht hatte es von Anfang an heftige Proteste durch Mitarbeiter im Gesundheitswesen gegeben. Denn das Argument, die Impfung schütze vor einer Übertragung des Virus an andere Menschen, war schon im März durch Studien widerlegt. Kliniken und Pflegeheime befürchteten dagegen massive Personalengpässe, weil sich Mitarbeiter dem Impfzwang verweigerten. Auch bei vielen Feuerwehrleuten löste dies Angst und Schrecken aus.

Im März meldete die Behördenleitung dem Landesamt für Gesundheitsschutz (Lageso) die Namen von 530 Mitarbeitern. Das Lageso leitete die Daten an das zuständige Gesundheitsamt Mitte weiter. Bereits im Sommer hatte das Gesundheitsamt Mitte der Behördenleitung allerdings mitgeteilt, dass es wegen des zahlenmäßig starken Widerstandes keine Betretungsverbote geben werde. Seit Oktober meldete die Behördenleitung dem Amt noch einmal weitere 770 Feuerwehrmitarbeiter, die als nicht oder nicht vollständig geimpft gelten.

Die größte Berufsfeuerwehr in Deutschland

Warum die Zahlen so hoch sind – wo doch die Behörde stets von einer Impf- und Genesenenquote von über 90 Prozent ausging –, konnte man dort am Dienstag nicht sagen. Wegen der hohen Zahlen wurde die Behördenleitung in der Innenverwaltung „zum Tee“ gebeten, wie es heißt.

Nach Angaben von Feuerwehrleuten sind unter den insgesamt 1300 Gemeldeten viele, die keine Booster-Impfung wollen oder es ablehnen, Angaben über ihren persönlichen Impfstatus zu machen. Mit ihren rund 5300 Mitarbeitern ist die Berliner Feuerwehr die größte Berufsfeuerwehr in Deutschland. Unterstützt wird sie durch 58 freiwillige Feuerwehren mit etwa 1500 aktiven ehrenamtlichen Mitgliedern.

Würde ein Fünftel des Personals mit einem Arbeitsverbot belegt, dann wäre der Betrieb der Berliner Feuerwehr wohl kaum noch aufrechtzuerhalten, sind sich in der Behörde viele sicher. Bereits jetzt herrscht wegen des akuten Personalmangels im Rettungsdienst fast jeden Tag Ausnahmezustand. Ein Mitglied der Feuerwehrgemeinschaft Berlin, einem Zusammenschluss maßnahmenkritischer Feuerwehrleute, sagte der Berliner Zeitung: „Die Tatsache, dass nunmehr jeder fünfte Angehörige die medizinisch untaugliche, aber hochrisikobehaftete Maßnahme ablehnt, macht den gefährlichen Irrsinn von Betretungsverboten für die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung deutlich.“

Die Impfpflicht in Gesundheitseinrichtungen, Pflegeheimen und bei der Feuerwehr soll nun zum 31. Dezember enden. Sie könne wegen neuer Corona-Varianten nicht mehr die beabsichtigte Wirkung erzielen, wie es aus dem Bundesgesundheitsministerium heißt. Die neue Virusvariante begünstige die sogenannte Immunflucht. Denn immer mehr Menschen, die geimpft oder genesen sind, erkrankten an Corona. Auch schütze die Impfung noch weniger vor einer Übertragung des Virus.