Berliner Feuerwehrmänner protestieren eine Woche lang vor dem Roten Rathaus

Sie haben vor dem Rathaus eine Feuertonne aufgestellt und demonstrieren unter dem Motto „Berlin brennt!“ Eine Woche lang wollen rund 100 Berliner Feuerwehrmänner von Montag an vor dem Roten Rathaus eine Mahnwache abhalten. Sie wollen so für bessere Arbeits- und Personalbedingungen sowie Ausstattung demonstrieren. Zudem möchten sie „darüber aufklären, was für ein krasser Zustand bei der Feuerwehr herrscht“, sagt Stefan Ehricht, Betriebsgruppensprecher bei Verdi am Montag.

Nach jahrelangen Sparzwängen sei die Feuerwehr ausgeblutet. Durch „fehlendes Personal, Mangelplanung, falsche Dienstplangestaltung und die geringste Alimentierung im gesamten Bundesgebiet“ habe man es geschafft, „nun auch noch die letzten motivierten Kollegen ihres überengagierten Einsatzes zu berauben“.

Zahl der Einsätze steigt

In einem internen Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, gibt Berlins amtierender Feuerwehr-Chef die Missstände zu. Es sei „erkennbar, dass das verfügbare Personal nicht mehr ausreicht, um die gemäß der Fahrzeug- und Funktionsverteilung vorgesehenen Funktionen auch nur annähernd vollständig besetzen zu können.“ Steigende Einwohnerzahlen und eine „nicht ausreichende hausärztliche Versorgung“ hätten das „bestehende System im Notfallrettungsdienst an seine Grenzen“ gebracht. 

Die Zahl der Einsätze ist in den vergangenen Jahren von 357.594 Einsätzen in 2011 auf 454.143 in 2016 gestiegen. Im selben Jahr gab es bei der Feuerwehr 4008 Stellen. Mit dem Doppelhaushalt 2018/19 soll die Feuerwehr nun gestärkt werden, wie eine Sprecherin der Innenverwaltung mitteilte. Zu den bereits bestehenden Stellen sollen 354 neue hinzukommen.