Berlin - Ein 70-jähriger Berliner hatte im vergangenen Jahr beim Aufräumen eine seltene Rubelmünze entdeckt. Diese brachte ihm vor wenigen Tagen bei einer Auktion in Osnabrück 210.000 Euro ein. Nun hat sich der Mann in der Osnabrücker Zeitung geäußert. Als er den Anruf von dem Auktionshaus Künker bekommen und den Schätzwert von zunächst 150.000 Euro gehört habe, sei er fast vom Hocker gefallen, so der Mann.

Ehe die Münze im Auktionshaus in Osnabrück landete und dort professionell geschätzt wurde, hatte sich der Finder bereits selbst einige Gedanken über das lange verschollene Erbstück gemacht. Er ging davon aus, dass der Kopf auf der Münze wahrscheinlich Katharina die Große (1729-1796) darstellt. Er bot das Goldstück für 5000 Euro im Handel an.  

Zum Glück bekam der Rentner die Münze nicht verkauft. Seine Ehefrau, die in der Schule Russisch gelernt hatte, entzifferte die kyrillischen Buchstaben. Die Goldmünze, so stellte sich nach der Übersetzung heraus, zeigt Zarin Elisabeth von Russland (1709–1762). Das ist eine Seltenheit, wie das Ehepaar im Internet recherchierte. Eine weitere Besonderheit der Münze ist, dass der Zarin zu Lebzeiten das Abbild nicht gefiel und die Produktion deswegen schnell eingestellt wurde.

Der 70-jährige Berliner hatte das Goldstück von seinem Vater geerbt. Dieser war 1904 in St. Petersburg geboren worden und später nach Deutschland gekommen. Er hätte sich wohl für seinen Sohn gefreut, dass die Münze nun bei der Versteigerung in Osnabrück für 210.000 Euro unter den Hammer kam. Von dem Geld will der Sohn, wie es heißt, seine Wohnung abbezahlen.