Der Flugbetrieb kam in der Corona-Krise fast zum Erliegen. 
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BerlinDer Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft (FBB) droht auch im nächsten Jahr eine Finanzierungslücke. Erste Berechnungen des Unternehmens gingen von einem Bedarf von 500 Millionen Euro aus, heißt es in einem regierungsinternen Vermerk, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dabei werde angenommen, dass es 2021 halb so viele Passagiere geben wird wie vor der Corona-Krise.

„Inwieweit die FBB auf weitere Gesellschafterbeiträge zur Abfederung ihrer außerplanmäßigen Verluste angewiesen sein wird, ist noch nicht absehbar“, heißt es in dem Schreiben. Die Gremien des Unternehmens befassten sich im Herbst mit der Wirtschaftsplanung 2021 und im Frühjahr mit dem aktualisierten Businessplan für die Folgejahre.

Gesellschafter der Flughafengesellschaft sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund. Erst am Mittwoch hatte eine geplante Finanzspritze den Haushaltsausschuss des Bundestags passiert. Bund und Länder wollen für dieses Jahr insgesamt 300 Millionen Euro geben, um Ausfälle durch die Corona-Krise auszugleichen.

Nach Informationen des Tagesspiegels hat das Land Brandenburg seinen Anteil an den möglichen 500 Millionen Euro schon im Haushaltsentwurf für 2021 eingestellt.

„Im Gegensatz zu anderen Flughäfen verfügt die FBB über keine finanziellen Reserven, um den außerplanmäßigen Verlust allein mit internen Maßnahmen ausgleichen zu können“, stellt der Regierungsvermerk fest. Die Erträge aus den Bestandsflughäfen Tegel und Schönefeld seien unter anderem in den neuen Hauptstadtflughafen BER investiert worden. Außerdem müssten umfangreiche Baukredite abgezahlt werden. Der BER soll nach jahrelangen Bauproblemen Ende Oktober ans Netz gehen.