Die Debatte um eine Offenhaltung des Flughafens Tegel, die insbesondere von der FDP und der AfD betrieben wird, hat einen Dämpfer erhalten. Wie die Deutsche Flugsicherung am Wochenende bestätigte, ist ein Parallelbetrieb des alten West-Berliner Flughafens mit dem neuen BER nicht möglich. Der Grund: Die neuen Flugrouten des BER kreuzen Tegels An- und Abflugkorridore. Für einen Weiterbetrieb des alten Flughafens  müssten neue Flugrouten geplant, beantragt und genehmigt werden. Dieses Verfahren dauert Jahre.

Czaja kritisiert Müller heftig

Für  die Liberalen war die Offenhaltung von Tegel im Wahlkampf eine Kernforderung. Auch in den Sondierungsgesprächen mit der SPD am vergangenen Freitag hielt Spitzenkandidat Sebastian Czaja daran fest. Er kritisierte am Sonntag Senatschef Michael Müller (SPD). Czaja sagte der Berliner Zeitung: „Herr Müller hat immer betont, dass Tegel als Backup für den BER ein halbes Jahr lang zur Verfügung steht. Jetzt sehen wir, dass dieses Versprechen Makulatur ist.“

Die Flughafengesellschaft versicherte am Wochenende, dass sich ihre Pläne für den Umzug des Flugbetriebs dennoch umsetzen ließen. Wie mehrfach berichtet, soll zur Eröffnung des BER nicht der gesamte Verkehr umziehen. Geplant ist ein mehrwöchiger Parallelbetrieb. Dies sei auch möglich, erklärte ein Flughafensprecher. Für die Flüge vom BER soll zunächst nur die nördliche Start- und Landebahn genutzt werden, die heute zum Flughafen Schönefeld gehört und sich problemlos parallel zum Flughafen Tegel betreiben lässt. Ein Problem gibt es erst, wenn die südliche Bahn in Betrieb geht.

Der Flughafen-Aufsichtsrat will am 7. Oktober nochmals über den Eröffnungstermin für den BER diskutieren. Mühlenfeld ließ zuletzt jedoch offen, ob der Termin an diesem Tag festgelegt wird. Möglich ist, das die Eröffnung nochmals verschoben wird. (mit dpa)