Berliner Flughäfen: Tegel-Anwohner finden keine Ruhe

Die Anwohner des Flughafens Tegel müssen immer mehr Fluglärm ertragen – nicht nur am Tage, sondern auch spätabends und nachts. Das geht aus einer aktuellen Statistik der Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz auf Stadtflughäfen hervor, die auf der Auswertung offizieller Daten basiert. Danach gab es in Tegel im vergangenen Jahr deutlich mehr Starts und Landungen als 2011. Der Zuwachs betrug fast 20 Prozent. Dieser Trend hat sich zu Beginn dieses Jahres fortgesetzt.

Während Politiker von CDU und FDP die Offenhaltung Tegels fordern, sehnen sich viele Anwohner die Schließung herbei. Auf dem innerstädtischen Flughafen im Nordwesten der Stadt ist immer mehr los.

Im Februar, so die jüngste Statistik der Flughafengesellschaft FBB, lag die Zahl der Starts und Landungen um 2,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. „Die Belastung mit Fluglärm hat sich erhöht, und zwar den ganzen Tag über“, sagt Rolf-Roland Bley, der Sprecher der Bürgerinitiative.

Das zeigt sich auch zu später Stunde. Auch dann, wenn die meisten Menschen schlafen wollen, ist es am Himmel über Berlin nicht ruhig. 2011 wurden jeweils in der Zeit von 22 bis 6 Uhr insgesamt 6816 Starts und Landungen in Tegel registriert, so die Initiative. Im vergangenen Jahr waren es schon 8135. Die neuesten Daten lassen erwarten, dass dieser Rekord in diesem Jahr getoppt wird. Im Januar und Februar wurden in diesem Zeitraum insgesamt 1 041 Flugbewegungen registriert – 31 mehr als in beiden ersten Monaten des vergangenen Jahres.

„Vor allem zwischen 22 und 23 Uhr hat der Flugverkehr in Tegel stark zugenommen“, berichtete Bley, der in Spandau direkt unter einer Tegeler Flugroute wohnt. Doch auch in den Stunden danach stieg die Zahl der Flüge – von 1 206 im Jahr 2011 auf 1540 im vergangenen Jahr. Das liegt vor allem daran, dass in Tegel wieder Postflugzeuge abheben und zwar stets nach Mitternacht. Auch hier setzt sich der Trend in diesem Jahr fort. Im Januar und Februar wurden zwischen 23 und 6 Uhr 227 Starts und Landungen gemeldet – 68 mehr als in den beiden ersten Monaten des vergangenen Jahres. Zwar gelten in diesen Stunden Nachtflugbeschränkungen, doch Post-, Militär- Polizei- und Regierungsflüge dürfen stattfinden.

Demonstration im Terminal

Mit zusätzlichem Schallschutz oder anderen Maßnahmen können die Anwohner des Airports jedoch nicht rechnen. „Bis zur Schließung des Flughafens bleiben die bestehenden Lärmschutzbereiche gültig“, heißt es im jüngsten Sachstandsbericht BER der Flughafengesellschaft. Da für Tegel ein Schließungsverfahren rechtskräftig abgeschlossen werden konnte, sei ein solcher Bereich nicht mehr festzulegen.

Am 13. April von 15.30 bis 18 Uhr wird das Terminal A in Tegel Schauplatz einer Demonstration. Unter dem Motto „Empört Euch! Solidarität mit allen Fluglärmopfern“ ruft die Bürgerinitiative Lichtenrade gegen Fluglärm zur Teilnahme auf.