Berlin - Die Tage des derzeit wichtigsten Berliner Flughafens sind noch lange nicht gezählt. Die Flughafengesellschaft FBB richtet sich darauf ein, dass Tegel maximal bis 2015 offen bleibt. Darauf seien die Erneuerungen abgestimmt, die dort im Gange sind, sagte Geschäftsleiter Elmar Kleinert am Dienstag. „Damit sind wir für die nächsten ein bis zwei Jahre gut vorbereitet“, bekräftigte er. Eine weitere Verschiebung der Schließung könne er sich nicht vorstellen. Bis Ende des Jahres wird in Tegel gebaut, 17,5 Millionen Euro werden investiert. Geld, das trotz der absehbaren Stilllegung gut angelegt sei, sagte Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler (SPD). „Die Passagiere sollen eine gute Leistung bekommen. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall.“

Wer am Dienstag um kurz nach 12 Uhr die Toilette im Untergeschoss des Terminals A aufsuchen wollte, musste sich das erst einmal verkneifen. Journalisten versperrten den Zugang zu den Räumen, deren Nutzung weiterhin 50 Cent kostet. Gaebler und Kleinert präsentierten die frisch renovierte Anlage.

„Wie Sie sehen, hat diese Toilette nicht mehr den Charme der siebziger Jahre“, sagte der Staatssekretär. Früher beherrschten dunkle kleinteilige Wandfliesen das Bild, und es roch ziemlich muffig. Nun sorgen weiße Kacheln für mehr Helligkeit, und der üble Geruch scheint verflogen zu sein. „Zwei Drittel der Toiletten am Flughafen Tegel sind saniert worden, der Rest folgt bis Anfang 2014“, erläuterte der FBB-Mann.

Damit nicht genug: Es wurden auch Wände gestrichen, beide Start- und Landebahnen wurden saniert, das Terminal D hat ein neues Koffertransportband bekommen. Es gibt auch Verbesserungen, die der Fluggast normalerweise nicht sieht.

So haben sich Kleinert und seine Mitstreiter eines Problems angenommen, das vor allem bei Air-Berlin-Fluggästen schon für viel Unmut gesorgt hat. Passagiere, die in Tegel die Flugzeuge wechseln, müssen am Zielort oft lange auf ihr Gepäck warten, weil sich die Umladung verzögert. Der Flughafen wurde nicht für Umsteigeverkehr ausgelegt, das Transfer-Gepäck wird per Hand sortiert. Verzögerungen kämen weiterhin vor, sagte Kleinert. „Doch die Zahl der betroffenen Gepäckstücke ist um rund 70 Prozent gesunken.“

Europas schlimmste Airport-WCs

Möglich wurde dies, weil die Transfergepäckhalle neu organisiert und vergrößert worden ist. Als Nächstes werde das Gepäckband erweitert, so der Manager. „In den kommenden zwei Monaten werden wir die Verzögerungen weiter verringern.“

Projekte wie dieses zeigen, dass es in Tegel nicht um Luxussanierungen gehe, sagte Christian Gaebler. Der Flughafen wurde im vergangenen Jahr von fast 18,2 Millionen Passagieren genutzt. „Wir geben gerade mal einen Euro pro Fluggast aus“, rechnete der SPD-Politiker vor.

In Schönefeld investiert die Flughafengesellschaft 2,5 Millionen Euro. Doch dort werden die Toiletten nicht saniert – obwohl zum Beispiel die viel zu kleine Anlage an der Gepäckausgabe dem Ansturm oft nicht gewachsen ist und entsprechend riecht. Nach Meinung weit gereister Passagiere gehören die Schönefelder Toiletten zu den übelsten Airport-WCs in Europa. „Vielleicht werden sie 2014 erneuert“, so Kleinert. Klar ist das nicht.