Potsdam - Das Fehlen des Berliner Flughafenchefs Hartmut Mehdorn bei der Sitzung des Brandenburger Landtags-Sonderausschusses hat Verwunderung ausgelöst. Er hatte sich ohne Angaben von Gründen für Montag entschuldigt. Dafür feierte er im Taunus den 70. Geburtstag von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, Ingo Senftleben (CDU), kritisierte am Dienstag das Fernbleiben. „Wir erwarten Antworten zu Fragen der Finanzierung und zum Eröffnungstermin des Flughafens“, sagte er.

Auch der stellvertretende Fraktionschef der Linken, Stefan Ludwig, hielt das Verhalten nicht für angemessen. „Der Ausschuss wird im Zweifel deutlich machen, wie er seine Arbeit gewürdigt sieht, wenn der Geschäftsführer erneut irgendwo feiern geht.“

Schon an der vorherigen Sitzung Mitte April hatte Mehdorn nicht teilgenommen. Kurz vor Beginn stürmte er hinaus. Er hatte einen ehemaligen Mitarbeiter entdeckt, den er nicht sehen wollte. Die nächste Sitzung ist am 16. Juni geplant.

Nur 50 Millionen für Schallschutz

Für den Schallschutz der Anwohner am neuen Hauptstadtflughafen sind bislang 50 Millionen Euro geflossen. Das teilte die Berliner Finanzstaatssekretärin Margaretha Sudhof mit. Das ist deutlich weniger als die 139 Millionen Euro, die der Flughafen ursprünglich veranschlagt hatte. Geschäftsführer Hartmut Mehdorn geht aber inzwischen von Gesamtkosten von 730 Millionen Euro aus.

Denn ein Gericht hatte festgestellt, dass die Vorgaben verfehlt wurden und der Flughafen nachbessern muss. Sudhof antworte auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Andreas Otto, bis zum Jahresende würden 400 Millionen Euro ausgegeben. Der weitere Bedarf werde ermittelt. (dpa)