Das Brandenburger Tor wurde nicht abgerissen. Obwohl es doch dem Verkehr im Wege steht! Ein Wunder. Nicht einmal verschoben wurden die störenden Säulen – irgendwohin in einen Park. Das wäre Berliner Art: Ist ja bloß Geschichte, kann weg. Ein besonders krasser Fall ragt aus der Reihe prominenter Abrisse und Umsetzungen hervor: die Berliner Gerichtslaube. Die Stadtverordneten wussten, was sie taten, als sie am 9. März 1871 der Beseitigung des ältesten weltlichen Steinhauses der Stadt zustimmten.

Oberbürgermeister, Kultusminister, Landeskonservator, Fachleute und Bürger hatten versucht, den Zeugen der Vergangenheit zu retten. Vergeblich. Die Pferdedroschke verlangte freie Bahn. Der Bau des mächtigen Roten Rathauses bedrängte die alte Gerichtsstätte zwar, doch verlangte er nicht nach dem zehn mal zehn Meter großen Stück Boden.

Offen für die Bürgergemeinde

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