Berlin - Gerade laufen die Anmeldungen für die Grundschulen, da gibt es erneut schlechte Nachrichten aus der Schulanfangsphase. Die Zahl der Kinder, die im vergangenen Schuljahr die zweite Klasse wiederholen mussten, ist erneut gestiegen – um 120 auf insgesamt 3823 Kinder. Das sind ungefähr 14 Prozent eines Jahrgangs, wie die Verwaltung auf Anfrage des Grünen-Politikers Özcan Mutlu mitteilte. Die meisten Kinder mussten in Mitte und Neukölln (je 533) „verweilen“, wie es nun offiziell heißt. Die wenigsten in Treptow-Köpenick (160).

Das Problem: Seit gut fünf Jahren nimmt die Zahl der Kinder, die die zweite Klasse wiederholen müssen, stetig zu. Damals hatte man die Früheinschulung mit fünfeinhalb Jahren sowie das Jahrgangsübergreifende Lernen (JüL) eingeführt, die Vorklassen abgeschafft. Ein frühes Frusterlebnis in der Schule aber ist für die weitere Lernmotivation von Kindern schädlich, sagen Bildungsforscher. Die Grünen haben nun einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach nicht mehr alle Kinder eines Jahrgangs schulpflichtig sein sollen, sondern nur Kinder, die bis zum 30. September geboren sind. Damit wollen sie eine allzu frühe Einschulung verhindern.