Im Sommer 2013 begann er, sich umzuhören. Sprach mit Kollegen, die sich mit nord- und osteuropäischer Literatur auskennen, die ihn besonders interessiert und die in Deutschland vergleichsweise wenig bekannt ist. Studierte alte Listen mit Literaturpreisen. Den ersten Fund verdankte er einer befreundeten Lektorin. Sie gab ihm den Roman „Zwei Seelen“, den ein inzwischen verstorbener Kenner der weißrussischen Literatur übersetzt hatte, ohne Auftrag, einfach, weil er das Buch für wichtig hielt. Auf der Liste der Gewinner des Literaturnobelpreises fand er dann für das Jahr 1939 Frans Eemil Sillanpää.

In Deutschland wurde Sillanpää danach trotzdem nicht gelesen, die Preisverleihung im Jahr des Kriegsausbruchs war kaum beachtet worden, außerdem hatte er sich kritisch über Adolf Hitler geäußert. Erst in den Sechzigerjahren gab es hier einen Versuch, „Frommes Elend“ zu verlegen, in einer Übersetzung aus dem Schwedischen, die bald wieder aus den Buchläden verschwand. Als Sebastian Guggolz sie las, wusste er, dass er eine Kostbarkeit gefunden hatte.

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