Ein Rettungswagen fährt am Freitagmorgen an der Reinickendorfer Seidelstraße in die JVA Tegel.
Foto: Morris Pudwell

BerlinIn der Justizvollzugsanstalt Tegel ist ein Häftling bei einem Brand in seiner Zelle ums Leben gekommen. Um 3.09 Uhr wurde die Feuerwehr am Freitagmorgen in die vierte Etage der Teilanstalt V alarmiert. Dort brannten nach Angaben eines Feuerwehrsprechers Einrichtungsgegenstände in einer Zelle. Der Insasse der Zelle konnte nur noch tot geborgen werden. Rund 70 Feuerwehrleute waren über mehrere Stunden im Einsatz.

Nach Informationen der Berliner Zeitung handelt es sich bei dem toten Häftling um den 42-jährigen Marius C.  Der aus Rumänien stammende Schlosser hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes abzusitzen. Im Mai 2007 hatte er in einer Spielothek an der Wilmersdorfer Uhlandstraße eine 24-jährige Angestellte mit einer Eisenstange erschlagen. Dann raubte er 700 Euro aus der Kasse. In Nürnberg wurde er schließlich verhaftet.

Vor drei Jahren zündete Marius C. seine Zelle an

Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes übernahm die Ermittlungen zur Ursache des Feuers, die am Freitag noch unklar war. Bereits vor drei Jahren hatte Marius C. schon einmal seinen Haftraum angezündet. Damals kam er mit schweren Brandverletzungen in ein Krankenhaus. Mehrere Justizbedienstete erlitten Rauchvergiftungen.

Nach dem neuerlichen Brand am Freitag musste ein Gefangener mit einer Rauchvergiftung behandelt werden. 21 Häftlinge aus umliegenden Zellen wurden in Sicherheit gebracht. Nach Angaben von Justizsprecher Sebastian Brux wurden sie in eine andere Station verlegt, die vorsorglich für vom Coronavirus betroffene Gefangene frei gehalten worden war.