Berlin - Ein Insasse der Berliner Haftanstalt Heidering hatte die Hosen voll. In seiner Unterhose versuchte er, Drogen in das südlich von Berlin gelegene Gefängnis zu schmuggeln. Ein Justizsprecher bestätigte auf Anfrage der Berliner Zeitung den Fund von 200 Gramm Haschisch und zehn Gramm Kokain. Der Gefangene hatte außerdem versucht, in seinem Schlüpfer ein Handy und zwei Sim-Karten zu verbergen.

Justizbedienstete fanden das Schmuggelgut am Dienstag, als sie den 37-jährigen Gefangenen bei seiner Rückkehr aus einem Werkbetrieb, der sich auf dem Gelände der Haftanstalt befindet, kontrollierten.

Der Fund wurde der Brandenburger Polizei übergeben. „Verbotene Gegenstände werden irgendwie immer einen Weg ins Gefängnis finden“, sagte Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Mittwoch. „Der Fund zeigt aber, dass die Kontrollen in unseren Anstalten funktionieren.“ Deshalb sei es so wichtig, möglichst viel zu kontrollieren.

Bei dem Gefangenen handelt es sich nach Angaben der Justizbehörde um einen deutschen Staatsbürger, der wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt wurde.

Die JVA-Bediensteten versuchen gerade herauszufinden, wie der Gefangene in den Besitz der Drogen und des Handys kam, ob diese möglicherweise über den Zaun des JVA-Geländes geworfen wurden.

Immer wieder finden Justizbedienstete bei ihren Kontrollen Drogen. So enttarnten sie zum Beispiel im Mai in Heidering einen externen Mitarbeiter der Gefängnisküche, der sich als Drogenkurier betätigt hatte. Sie fanden bei ihm Tüten mit 222 Gramm Marihuana, 635 Gramm Haschisch, 39 Gramm unbekannten Tabletten, elf Gramm Tilidin, 114 Gramm eines kristallinen Pulvers sowie vier Ampullen Testosteron, Kanülen, mehrere Handys, Ladezubehör und Sim-Karten.

Die JVA Heidering liegt in der Gemeinde Großbeeren im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Sie wird von der Berliner Senatsjustizverwaltung betrieben und verfügt über 647 Haftplätze für erwachsene männliche Strafgefangene. Die Anstalt wurde im Jahr 2013 eröffnet.