Berlin - Der Senat stellt einen Haushalt auf und ist dabei in höchster Not, weil auf einmal wegen des Zensus fast zwei Milliarden Euro fehlen. Doch dann, siehe da: Es gibt nur Gewinner! Und Gewinnerinnen! Das ist toll!

Allein die Wahrheit ist es nicht. Als sich am Dienstag die Herren Klaus Wowereit (SPD), Regierender Bürgermeister, Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD), Finanzsenator, und Frank Henkel (CDU), Innensenator sowie Parteichef, im Roten Ratshaus zur Vorstellung des Doppeletats zusammenfanden, da gab es offenbar die Verabredung, einander wenigstens in der Öffentlichkeit zu schonen. Zwar mussten die Ressorts und damit die Senatorinnen und Senatoren auch verzichten.

Aber auf die Frage, wo im Vergleich zu den ersten Planungen besonders gestrichen worden sei, gab es keine präzise Antwort. Tatsächlich wird das Gros der Lücke, die die Volkszählung gerissen hat, durch Steuermehreinnahmen oder durch Zinsersparnisse gedeckt. Außerdem wird die Grunderwerbsteuer von fünf auf sechs Prozent angehoben, auch die City-Tax bringt ab 2014 Geld. 2014 und 2015 gibt Berlin jeweils rund 23 Milliarden Euro aus. 2015 will der Senat dann sogar mit einem Überschuss abschließen. Ob der Etat auf Dauer ausgeglichen bleiben kann, ist ungewiss.