Laut Amt für  Statistik vom Dienstag, stiegen die Umsätze der 338 Berliner Industriebetriebe mit wenigstens 50 Beschäftigten im Juni auf 2,17 Milliarden Euro.
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BerlinNachdem die Corona-Krise der Berliner Industrie im Mai einen dramatischen Umsatzeinbruch um mehr als ein Fünftel des Vorjahresvolumens bescherte, ging es im Juni sehr überraschend wieder in die Gegenrichtung. Denn laut Mitteilung des hiesigen Amts für  Statistik vom Dienstag, stiegen die Umsätze der 338 Berliner Industriebetriebe mit wenigstens 50 Beschäftigten im Juni auf 2,17 Milliarden Euro. Das waren nicht nur 400 Millionen Euro mehr als noch im Mai. Auch gegenüber dem Juni des vergangenen Jahres waren die Umsätze um 1,5 Prozent gestiegen.

„Die Berliner Industrie meldet sich zurück“, sagt Claus Pretzell, Volkswirt bei der Investitionsbank Berlin. Zwar lägen die Umsätze im gesamten zweiten Quartal noch immer um 7,1 Prozent unter denen des gleichen Vorjahresquartals, doch sei das nicht mehr so dramatisch. „Einen ähnlichen Rückgang hatten wir auch schon Ende 2017“, sagt der Ökonom. „Unter dem Strich hätte es schlimmer kommen können.“

Getrieben wurde das Comeback der Berliner Industrie im Juni vor allem durch Impulse aus dem Inland. Allein Nahrungsmittelhersteller verzeichneten Umsatzanstiege gegenüber dem Juni des vergangenen Jahres um mehr als 40 Prozent. Das Auslandsgeschäft, wo die Berliner Industriebetriebe traditionell etwa sechs von zehn Euro umsetzen, bleibt indes weiterhin schwach. Im gesamten Halbjahr lagen sie noch immer um 5,3 Prozent unter denen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres.

Dass es sich insgesamt nicht nur um eine kurzfristige Erholung handelt, lassen die Auftragseingänge erwarten. Waren diese im Mai um 33 Prozent eingebrochen, legten sie im Juni insgesamt um 6,2 Prozent zu. Auch hier kamen die Bestellungen vor allem aus dem Inland. Da lag das Auftragsvolumen um 24,6 Prozent über dem des gleichen Vorjahresmonats. Die Auslandsaufträge lagen noch immer mit 5,6 Prozent im Minus.